Dienstag, der 20. Mai 2003   

 

Half Life 2 oder Elite Force 2 - Euer Favorit?

Half Life 2
Elite Force 2
Beide werden genial!
Ich spiele keine Shooter


 » Forum

Die neuesten Beiträge:

» Kleines Game die 2te
» Volksabstimmung vom 18. Mai 2003
» Zur Abwechslung mal....
» Der Blitzkrieg-Thread
» Unsere lieben Lehrer



Artikel News




 Freelancer
30. November 2002 | 14:10 | Preview
In den vergangenen Jahren gerieten die Weltraumsimulationen immer mehr in Vergessenheit und immer weniger solcher Spiele wurden programmiert. Die Tage von einst so erfolgreichen Serien wie z.B. Wing Commander oder X-Wing scheinen gezählt, oder etwa doch nicht? Anfang 2003 veröffentlicht Digital Anvil mit Microsoft zusammen die Weltraumsimulation Freelancer, die als der Nachfolger zu Digital Anvil´s Starlancer gilt und eine neue Ära der “Space-Sims” einläuten könnte.

Ursprünglich wurde Freelancer bereits vor vier Jahren angekündigt, damals war Digital Anvil noch unabhängig und unter der Leitung von Chris Roberts. Nachdem Microsoft das Studio aufkaufte, verabschiedete sich Roberts von seinem Studio und seinen Projekten. Auf dem Papier ist Freelancer der Nachfolger zu Starlancer, welches ebenfalls von Digital Anvil und Erin Roberts, der bereits für Privateer 2: The Darkening verantwortlich war, veröffentlicht wurde.


 Rohstoffabbau in einem Asteroidenfeld.   Rohstoffabbau in einem Asteroidenfeld.


Die Geschichte des Spiels findet ca. 800 Jahre nach den Ereignissen in Starlancer statt. Damals wurde das Sonnensystem vom Krieg zwischen der Allianz und der Koalition beherrscht. Da die Allianz eine Niederlage befürchtete, wurden sogenannte “Schläferschiffe” mit den wichtigsten Fraktionen der Allianz an den Rand des Universums geschickt. Weit entfernt von der Erde haben diese Schiffe ihr Ziel erreicht und eine neue Regierung gegründet sowie mehrere Sternensysteme besiedelt. Der Spieler übernimmt die Rolle von Trent Edison, der einer der wenigen Überlebenden der Freeport Station ist, welche einer mysteriösen Explosion zum Opfer gefallen ist. Viele Informationen bekommt man nicht über das Leben von Edison, jedoch verdient er sein Geld und bezahlt seine Rechnungen als Händler und Schmuggler. Da er gerne die Gründe für die Zerstörung der Freeport Station erfahren möchte, nimmt Edison die Untersuchung der Explosion kurzerhand selbst vor und stößt dabei auf ein Geheimnis, das weitaus größere Ausmaße hat als er zunächst angenommen hat.


 Ein Konvoi wird gerade angegriffen.   Ein Konvoi wird gerade angegriffen.


Wie bereits erwähnt verdient Edison sein Geld mit Aufträgen, die er nahezu überall bekommen kann. Durch diese Missionen und die entsprechende Belohnung kann der Spieler sein Schiff aufrüsten sowie weiter in der Story vorankommen. Zum Handeln gehört natürlich auch das Verhandeln mit vielen unterschiedlichen Personen. Die meisten der Charaktere wird man aber auf Planeten bzw. Raumstationen treffen und nicht im Weltraum. Für eine kurze Pause eigenen sich die verschiedenen Basen perfekt, denn dort findet man neben vielen neuen Aufträgen auch eine Bar, in der man einen Drink zu sich nehmen kann oder bestimmte Personen trifft. Die unterschiedlichen angebotenen Aufträge werden nicht nur von den fünf verschiedenen Fraktionen vergeben, sondern auch von gesetzlichen, nicht-gesetzlichen oder neutralen Parteien. Je nachdem welche Mission man annimmt, kann sich der Kontakt zu einer oder mehreren Parteien verschlechtern bzw. verbessern. Wenn der Spieler also in einer Mission der Polizei hilft, eine Piratenbasis einzunehmen, verschlechtert sich das eigene Image bei den kriminellen Organisationen und schließlich wird man sogar zur Zielscheibe für deren Schiffe. Bis zu einem bestimmten Punkt werden die Beziehungen belastbar sein, danach gibt es meist kein zurück mehr und es ist nicht mehr mit Aufträgen der entsprechenden Fraktion zu rechnen.


 Nur einer der vielen Planeten des Spiels.   Nur einer der vielen Planeten des Spiels.
Insgesamt wird Freelancer 13 Missionen enthalten, die wiederum in mehrere Teile gegliedert sind, um den Spieler ca. eine bis zwei Stunden zu beschäftigen. Während dieser Missionen wird jedoch nur die Story fortgeführt, zufällige Handels-, Transportmissionen etc. wird es wesentlich mehr geben. Während der 13 Haupteinsätze wird man nicht hauptsächlich kämpfen, sondern muss auch bestimmte Gebiete erkunden oder zu anderen Systemen reisen um einen bestimmten Charakter zu treffen. Der Kampf wird jedoch nicht vernachlässigt und selbst und alte “Space-Sim”-Profis müssen sich umgewöhnen, denn Freelancer wird keine Joysticks unterstützen! Gesteuert wird das Schiff wie in einem Shooter. Standardmäßíg sind dabei die W,A,S und D Tasten eingestellt und zusätzlich wird die Maus verwendet. Während man mit der Tastatur die Schiffsfunktionen steuert bzw. das Schiff nach vorne und hinten lenkt, wird mit der Maus die Flugrichtung angegeben, zumindest wenn man die linke Maustaste gedrückt hält. Ansonsten dient die Maus dazu, das HUD (Head Up Display) zu bedienen. Will man z.B. ein Schiff als Ziel markieren, muss einfach nur auf das entsprechende Ziel draufgeklickt werden oder es wird bequem aus einer Liste ausgewählt, die man nach verschiedenen Punkten sortieren lassen kann.


 In einem Asteroidenfeld kommt es zum Kampf.   In einem Asteroidenfeld kommt es zum Kampf.


Was ist ein richtiger Händler ohne ein ordentliches Schiff? Richtig, nicht viel oder zumindest eine leichte Beute für Piraten. In Freelancer wird es ingesamt 26 vom Spieler steuerbare Schiffe geben, die wiederum in 4 Klassen aufgeteilt sind: Leichter Jäger, Schwerer Jäger, Frachter und Ziviles Schiff. Jedes davon unterscheidet sich in Sachen Größe, Hüllenstärke, Schilden, Energieverbrauch etc. Für jeden Spielertyp dürfte also etwas dabeisein. Damit man sich gegen Gegner wehren kann, enthält das Spiel insgesamt 160(!) verschiedene Waffensystem, darunter auch Raketen, Energiewaffen und Torpedos. Wenn Trent Edison nicht gerade am kämpfen ist, erforscht er neue Gebiete oder treibt Handel. Freelancer benutzt für letzteres ein einzigartiges Handelssystem, dass jede gewünschte Ware mit einer Farbe markiert und so den Wert anzeigt. So steht grün für einen guten Handel, gelb für ein faires Geschäft und bei rot sollte man besser nichts einkaufen. Eine guter Antrieb oder eine hochentwickelte Waffe können z.B. auf einem vielbesuchten Planeten nicht viel Wert sein, aber auf einem entlegenen Außenposten bekommt man dafür eine große Summe an Geld. Durch dieses vorteilhafte Handeln verdient der Spieler leicht sehr viel und es müsste langfristig gesehen schon ein größeres Schiff gekauft werden, damit sich dies wirklich lohnt. Wenn man bei einem zu großen Laderaum jedoch die Verteidigung des Schiffes vernachlässigt, werden Piraten schnell aufmerksam, besonders wenn man selbst keine guten Beziehungen zu einer Fraktion hat. Eine gute Kombination aus tödlicher Bewaffnung, starker Verteidung und großem Laderaum ist also notwendig, um in der Welt von Freelancer zu bestehen. Und mit dem Ende der Story ist das Spiel nicht etwa vorbei, sondern es kann so lange weitergespielt werden, bis man wirklich keine Lust mehr hat.


 Ziele werden per Mausklick markiert.   Ziele werden per Mausklick markiert.


In vier Monaten, also im März 2003, soll Freelancer in den Läden stehen. Bis dahin kann sich das Team noch auf die Beseitigung von Bugs konzentrieren und die letzten kleinen Veränderungen vornehmen. Multiplayerfans kommen übrigens auch nicht zu kurz. Bis zu 16 Spieler sollen insgesamt an einer Partie teilnehmen können und sich gegenseitig Konkurrenz machen. Die Entwicklung des eigenen Spielercharakteres wird dabei gespeichert und kann später wiederverwendet werden.


Fazit von Benjamin Jakobs:

Vier Lange Jahre der Entwicklung sollen bald zu Ende gehen und sowohl Microsoft als auch Digital Anvil hoffen auf einen kommerziellen Erfolg. Das Potential dazu hat Freelancer auf jeden Fall. AquaNox hat gezeigt, dass eine “Shooter-Steuerung” durchaus auch in einer Simulation funktionieren kann. Wenn die Singleplayer-Kampagne stimmt, dürften nicht nur Privateer- und Elite-Fans auf ihre Kosten kommen. Und hoffentlich werden wieder mehr Hersteller auf den "Space-Sim"-Zug aufspringen, denn wer vermisst nicht Wing Commander oder Freespace?