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Preview » Black & White Präsentation in Köln[ 13. Juli 2001 14:02 ]
von Andreas Badelt


Ja, ich will!



Es ist Freitag, 12 Uhr. Im Kölner FuturePoint treffen Redakteure von RTL 2, ZDF, WDR, Gamesweb, Krawall, 4Players und andere ein. Natürlich waren auch wir vor Ort. Alle wurden wir von Electronic Arts eingeladen, der Europapräsentation von Black&White beizuwohnen – die Präsentation führte kein anderer als der Lead Designer Peter Molyneux persönlich durch. Am Tisch links von uns saß Peter Molyneux und sein Team, rechts und links von uns standen zwei große Leinwände. Hinter uns ca 15 PC's, auf denen wir später ausführlich B&W spielen durften. [bild][bild]


„Black&White has gone Gold“



Die erste gute Nachricht, die Peter verkündete, war folgende: „Black and White has just gone Gold“, was soviel heist wie: „Black&White ist fertig, die Master CD geht ab in die Preßwerke“. Zu den Vorwürfen, es sei eine Verkaufsstrategie von EA, dass Black&White so gehypt wurde, sagte er: „Es ist kein Hype, es ist unser Perfektionismus“.


„Your creature is pretty cool...“



...um es mit den Worten von Molyneux zu sagen, und – wen wundert es auch – er hat recht, aber mehr dazu später. Den Anfang der, im wahrsten Sinne des Wortes, spielerischen Präsentation machte ein eigens für die Präsentation angefertigtes Intro. Dies zeigte einige Spielszenen. Die Pracht der Grafik war schlicht umwerfend, von dem ganzen Gewusel und Leben während des Spiels mal abgesehen!
[bild]


Das Spiel



Wie Du sicherlich schon weißt, ist Black&White ein Götterspiel. Du spielst einen Gott, es ist eine Geschichte über Dich. Man kann alles machen was man will: Dir gefällt der Baum dort nicht? Dann pflanze ihn doch um! Du findest, der Mann dort unten links sollte lieber Bäume fällen, anstatt Korn zu ernten? Dann bewege Deine Götterhand (mit der Du übrigens fast alles steuerst, Black&White kennt keine Icons) zum Mann hin, hebe ihn auf, und setze ihn zu einem nächstgelegenen Baum, und schon ist er Holzfäller! „You can be nice or nasty“... [bild] [bild] Als Gott mußt Du Dir ganze Völker untertan machen, sonst läuft nix mit groß Gott spielen: je mehr Völker Du „konventiert“ hast, desto größer wird Dein Einflußbereich. Sichtbar wird dieser durch einen roten „Kreis“, als Gott hast du nur innerhalb dieses Kreises Einfluß, Deine Kreatur kann jedoch überall böse oder gute Taten anrichten.Wie Du das aber machst, das ist deine Sache! Eines der vielen beindruckenden Features des Spiels war folgendes: wenn Du als böser Gott agierst, Deine Kreatur nur böse Sachen machen läßt ( z.B. Bowling spielen mit einem Stein, als Kegel dienen 3 Häuser der Bevölkerung), verändert sich die Landschaft dementsprechend. Wenn Du wirklich teuflisch bist, wird der Himmel rötlich, die Gebäude werden stacheliger und Deine Kreatur sieht dementsprechend unfreundlich aus. Spielst Du jedoch den guten, netten, freundlichen Gott, wird Deine Kreatur glänzen, genauso wie die Landschaft um Dich herum!
[bild][bild]Die Veränderung der Landschaft geht aber nicht in Minutenschnelle, das braucht schon seine Stunden...Bei Entscheidungen den Spielverlauf betreffend erscheinen immer der Engel und der Teufel. [bild][bild]Sie erzählen die sehr komplexe Story weiter und spiegeln Dein Gewissen wieder. Um aber überhaupt erst zur Story zu gelangen, mußt Du einen Test bestehen. Hast Du diesen bestanden, fängt B&W erst richtig an, Du darfst Dir Deine Kreatur auswählen: Als sich Peter den Affen ausgewählt hatte, fing die Kuh zu weinen an und der Tiger wurde wütend, dies deutet schon auf die Detailtiefe hin. Kleiner Tipp: im Dorfzentrum steht neben einem Haus ein Faß, auf dem Faß ist ein Apfel. Schau Dir mal den Apfel genauer an....



KI Geschichten



Die Kreatur lernt, egal was Du als Gott machst. Wenn Du vor den Augen deines Affen z.B. Bäume „verpflanzt“, wird der Affe das gleiche auch lernen. [bild]Ob das gut oder schlecht ist, kannst Du deiner Kreatur per Schläge oder Streicheleinheiten zeigen, je nachdem bekommt sie Angst vor Dir oder hat Dich gerne - das ist alles in der Mimik und Gestik der Kreatur abzulesen!
Nehmen wir mal an, Du hörst Musik (MP3 oder Audio CD), während Du B&W spielst. Das merkt Deine Kreatur, und je nachdem ob du sie schlägst oder streichelst, wird sie diese Musik mögen oder hassen. Zitat Peter: „My creature hates the Spice Girls!“
Im Spiel kommt es ja häufig vor, daß die Kreatur kämpft. Damit sie aber überhaupt eine Chance im Kampf hat, brauchst Du eine starke, muskulöse Kreatur. Tamagotchi like mußt du sie füttern, je mehr Du ihr zu Essen gibst, um so stärker wird sie. Wenn Du es aber übertreibst, mutiert Deine Figur zu einem „Schwabbelmonster“ oder – genau zum Gegenteil – einer kleinen schmächtigen mageren Kreatur. Klarerweise muß Deine Kreatur auch schon mal auf die Toilette, z.B wenn sie sich zum Bäumefressen mit der Kreatur der anderen Insel verabredet hat. Rendezvous wird es zwar nicht geben, Liebe oder Haß zwischen den Kreaturen aber schon. Molyneux hat laut seinen Angaben schonmal ein Liebespaar einen Sonnenuntergang anschauen sehen – nicht vergessen, wir reden immernoch von Black&White, dem PC Spiel!
Wenn man sich schlägt, bekommt man in der Regel blaue Flecken, warum sollte das der Affe dann auch nicht haben? Und da die Wunden langsam aber sicher heilen, bleiben Narben am Körper des Affens zurück. Wie wäre es, sie zu überschminken? Am besten mit einem Tattoo! [bild]Obwohl, ob sich so ein komisches Tattoo online gut macht? Da schauen die Narben doch schon viel cooler aus, stimmts? Apropos Online: Freu Dich auf die Online Skirmish, Player vs Player, Instant Messenger, das gibt Magieduelle der besonderen Art, mehr sei dazu aber noch nicht gesagt. [bild][bild]
Die Magieeffekte sehen sehr schön aus, und werden mit der Maus aktiviert. Sobald Du ein W mit der Maus in den Moden „ritzt“, es steht übringens für „Water“, wird automatisch der Regenzauber ausgeführt. Es gibt über 40 Zaubersprüche, sogenannte Spells. Ich kann Dir hier nicht einmal die Hälfte auflisten, denn wir haben sie nicht mal alle gesehen! Nicht nur die Zaubersprüche, sondern insgesamt das ganze Spiel ist sehr komplex.
Laut Molyneux gibt es 22 verschiedene Arten ein kleines Rätsel wie dieses zu lösen: Eine Frau bittet Dich (also einen Gott) darum, ihren Bruder zu retten, dieser liegt in einem Wald und ist am sterben. Was machst Du jetzt als Gott? Rettest Du denn Mann? Läßt Du es sein? Tötest Du die Frau und wirfst den toten Körper dem Mann vors Gesicht, damit er stirbt? Oder umgekehrt?!


Nicht vorspielen lassen, selber spielen!


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Nach einer kurzen Pause war es dann soweit: wir durften uns einen Rechner schnappen und loszocken! Die gute Nachricht zuerst: die Steuerung ist absolut nicht so kompliziert wie zuerst angenommen. Nach einer Stunde Spielen beherrscht man sie praktisch im Schlaf. Die sehr schöne, stufenlos zoombare und frei drehbare Grafikengine hat leider zwei Nachteile: Erstens ist man am Anfang komplett orientierungslos: „Das Dorfzentrum? Welches Dorfzentrum?! Achso.... ähmm wo ist das nochmal?“. Das kann man aber am Anfang überbrücken, indem man sich Shortcuts zu den wichtigsten Stellen im Spiel legt, und mit der Zeit „lernt man die Insel auch kennen“. Der zweite Nachteil wären wohl, was mittlerweile keinen mehr überraschen sollte, die Hardwareanforderungen: laut Spieleschachtel ist ein P 233 mit 64 RAM Minimum, was aber absoluter Unfug ist. Ein P 450 mit einer TNT 2 Karte (oder eine vergleichbare Konfiguration) sollte es schon sein, insofern würde ich das als Minimum definieren. Die Rechner, auf denen wir Black&White in 1024x768 auf maximalen Details flüssig spielen konnten, waren 1 GHz Pentiums mit 128 RAM und einer Elsa GeForce 2 MX.
Wir spielten schon um die zwei Stunden, bis wir merkten, daß wir jetzt erst in das erste, richtige Level kamen! OK, wir haben stellenweise alles 4 mal durchgespielt, um die verschiedenen Varianten bzw Lösungen der einzelnen Quests zu beobachten, aber daß wir die ganze Zeit in der Story praktisch keinen Schritt weit voran gekommen sind, haben wir erst spät gemerkt, genau genommem dann, als uns fad wurde. Das ist wohl einer der wenigen Schwachstellen von Black&White: man sollte sich immer am Faden der Story festhalten, sonst wird es schnell öde. Spaziergänge á la Ultima 9 kann man nicht erwarten.
Während des Spielens merkt man aber eigentlich erst die Eigenständigkeit der Kreatur. Am Anfang steht sie nur blöd da, was soll sie auch machen, sie hat ja noch nichts gelernt! Sobald man ihr aber was beibringt und sie Gassi führt, entdeckt sie schonmal hier oder da einen Menschen oder Baum und frißt ihn auf! Das paßt Dir nicht? Deine Kreatur soll Vegetarier werden? Na, dann wird's aber mal Zeit, daß Du ihr mal eine scheuerst, oder zwei, nein besser noch drei, das soll ja sitzen*fg*.
Die Physikenige ist auch sehr gut geraten. Man lege einen Baum auf eine Hausdachkante, und die schwere Wurzel bricht vom leichteren Stamm ab – nur ein Beispiel der Engine, die überzeugt.
In unserem Testspiel hatten wir schon die Möglichkeit, die deutsche Version von Black&White zu spielen. Entwarnung! Die Synchronisation ist sehr gut gelungen, nur der böse kleine Teufel hätte noch böser klingen können, aber sonst eine gut getroffene Stimmenwahl (was wir bis jetzt gehört haben).
Daß ich es ja nicht vergesse: wenn Du online spielst, kannst Du Dir das Wetter, daß sich vor Deiner Haustüre abspielt, ins Spiel holen. So hat man nicht nur verregnete Tage im RL, sondern auch in B&W, das Internet macht es möglich....

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Fazit von Andreas Badelt:

Peter Molyneux hat es wieder einmal geschafft: trotz der mehr oder weniger kleinen Schwächen des Spiels hat es mir B&W voll angetan und ich bin teilweise mit offenen Mund dagesessen. Ich würde alles geben, jetzt den PC anzuwerfen zu können und Black&White zu spielen. Die richtige Hardware und die Ausdauer dazu vorausgesetzt kann ich B&W nur jedem PC Spieler ans Herz legen. Und wenn man dann noch die Versprechungen vom „perfekten PC Spiel“ der letzten Monate vergißt, kann man Black&White in vollen Zügen genießen. Man darf diesen Artikel jedoch nicht falsch verstehen. Der endgültige Test von Black&White folgt erst! Denn von den Story, was ja den größten Teil eines PC Spiels á la B&W ausmacht, haben wir nur ein ganz kleines stückchen sehen bzw spielen können, man darf gespannt sein....


Black & White Präsentation in Köln  (Preview)
Empfohlenes System:

Ersteindruck:
( / 10)

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