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Endlich ist es soweit. Ein halbes Jahr später als angekündigt erscheint Lionheads lang erwartetes und mit Vorschußlorbeeren überhäuftes Black and White. Kennern der Molyneux - Werke wird das Spielprinzip verdächtig bekannt vorkommen. Schon vor mehr als zehn Jahren konnte man bei Populous erfahren, wie der Alltag eines Gottes so aussieht, auch in B&W bist Du niemand geringeres als ein Gott, ins Leben gerufen durch die Gebete einer Familie, die um ihren Sohn bangt, da er Gefahr läuft, als Haifutter zu enden. Gerade noch rechtzeitig rettest Du dem Jungen das Leben, worauf die Eltern Dir ewige Treue versprechen. Dein Advent erfüllt nämlich eine alte Legende, wonach den Bewohnern Edens, so der Name der heilen Welt, in die Du versetzt wirst, ein Gott erscheinen wird. Die Bewohner lassen es sich natürlich nicht nehmen, ihnen als Dank mal eben einen gigantischen Tempel zu bauen. Schnell jedoch muß man feststellen, daß mit dem Gott auch das Gute und das Böse nach Eden gekommen ist.
Monotheismus ist in Eden leider unbekannt und Götter sind offensichtlich nicht immun gegen Größenwahn, so will Nemesis, einer der mächtigsten Götter, die vollkommene Allmacht erhalten. Dabei stehen ihm natürlich die anderen Götter, also auch man selber im Weg. Damit man den Kampf gegen Nemesis und den anderen Göttern nicht alleine aufnehmen muß, kann man sich recht früh im Spiel, in Form einer Kreatur, einen Getreuen aussuchen. Zur Wahl stehen Affe, Kuh und Tiger. Ist das Biest am Anfang noch recht klein und unbeholfen, wächst es mit der Zeit und viel Training zu einem wichtigen Begleiter heran.
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Die Welt liegt einem zu Händen
Gesteuert wird Black and White fast ausschließlich mit der Maus, wer es drauf anlegt, kann sogar nur mit der Maus steuern. Der Mauscursor wird in Black and White durch eine göttliche Hand ersetzt. Mit Hilfe der rechten Maustaste kann man die Welt unter sich wegschieben oder ziehen, sowie die Kamera drehen und neigen, alle diese Bewegungen können allerdings auch mit den Cursortasten ausgeführt werden, was sich gerade bei der Steuerung des Drehens und Neigens als äußerst brauchbar erweist. Die rechte Maustaste ist der Aktionsbutton, wenn man die Hand zum Beispiel über einen Stapel Holz bewegt und die rechte Maustaste gedrückt hält, wird das Holz auf wundersame Weise hochgehoben, je länger man die Taste gedrückt hält, um so mehr Holz nimmt man in die Hand. Auf ähnliche Weise kann man auch Untertanen, Steine oder Bäume bewegen, leider kann man so aber nur eine Person, einen Stein oder einen Baum auf einmal festhalten, dies kann mitunter recht lästig werden. Als Gott kann man natürlich auch Wunder bewirken. Zunächst muß man sich entscheiden, ob man ein Kreaturenwunder ( Schrumpfen, Riesenwuchs ect..) oder ein normales Wunder vollbringen, dazu führt man mit der Maus entweder eine spiralförmige Bewegung gegen oder mit dem Uhrzeigersinn aus, danach kann man nun mittels Geste ein Wunder aktivieren und es dann mit dem Aktionsbutton aktivieren. Für einen Heilzauber muß man beispielsweise ein Herz malen, für einen Regenzauber ein W. Allerdings braucht jedes Wunder eine bestimmte Menge Mana, das Dir Deine Untertanen erst erbeten müssen, dazu zeigst Du Deinen Untertanen mit Hilfe eines Totems, wie viele Untertanen beten gehen, alternaiv können sie auch Untertanen oder andere Lebewesen opfern. Damit man die Bewohner eines Dorf allerdings dazu bringen kann, muß man deren Dorf erst mal konvertiert haben, dafür braucht man eine bestimmte Menge Glaubenspunkte sammeln. Glaubenspunkte erhält man für fast jede Aktion, die man vor den Augen der Bewohner vollbringt, vom bloßen Steinwerfen bis zum Vollbringen eines Wunders, zur Not kann man auch seine Kreatur einsetzen. Je mehr Dörfer und Untertanen an dich glauben um so größer ist dein Einflußgebiet, nur in diesem Einflußgebiet kannst du schalten und wallten wie du willst, außerhalb hast du nur für sehr kurze Zeit freie Hand, danach bist du dort handlungsunfähig.
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Auch Götter müssen von Hand bauen
Im Grunde ist B&W auf den ersten Blick kaum mehr als ein wenig komplexes Aufbauspiel.
Um ein Haus zu bauen, muß man zuerst die Werkstatt mit Holz beliefern, nach einiger Zeit erscheint dann vor der Werkstatt ein Gerüst, diese Gerüst kann man dann kombinieren um verschiedene Gebäude zu errichten, ein Gerüst ergibt eine kleine Wohnhütte, aus zwei Gerüsten werden die Arbeiter ein großes Wohnhaus bauen, mit drei Gerüsten gibst Du Deinen Untertanen den Befehl, ein öffentliches Gebäude zu bauen, ob es eine Kinderkrippe, ein Friedhof, ein Lagerhaus oder eine Werkstatt wird, entscheidet dabei leider das Programm. Wenn man es schließlich schafft, sieben Gerüste zusammenzusetzen, kann man ein Weltwunder bauen, dieses gibt einem zusätzliche Boni, zum Beispiel verstärkt es die Wirkung bestimmter Zauber. Wenn Du nun die entsprechende Anzahl Gerüste kombiniert hast, setzt Du sie an die Stelle, an der das neue Gebäude entstehen soll, sobald der Bauplatz vorbereitet ist, begeben sich einige Deiner Bewohner dorthin und beginnen mit dem Bau, wem das zu langsam geht, kann natürlich auch hier nachhelfen, indem er Holz und Arbeiter mit der göttlichen Hand heranschafft. Natürlich holen sich Deine Gläubigen auch von sich aus Holz, nur das nimmt natürlich mehr Zeit in Anspruch. Neben Holz gibt es nur noch einen anderen Rohstoff: Nahrungsmittel. Um Dein Volk zu ernähren, mußt Du also Felder bauen, dies geschieht genauso wie der Bau normaler Gebäude. Diese Felder werden dann von ihren Untergebenen abgeerntet und die Ernte wird in das Lagerhaus gebracht. Auch hier kannst Du Deinen Untertanen wieder unter die Arme greifen, indem Du mit einem Wasserwunder eine Regenwolke erschaffst und damit die Felder bewässerst oder du erntest die Felder selber.
Kreaturentrainer
Fast alle der oben beschriebenen Aufgaben kann auch deine Kreatur übernehmen, doch das muß deine Kreatur erst mal lernen, denn am Anfang kann sie gar nichts, selbst das Fressen muß man ihr beibringen. Als einzige Hilfsmittel besitzt Du drei Leinen: Eine regenbogenfarbene Leine des Mitleids, die deine Kreatur dazu ermuntert Gutes zu tun, eine neutrale Leine, mit der Du deine Kreatur leichter etwas beibringen können und eine schwarze Leine, die deine Kreatur aggressiv und streitsüchtig macht. Am Anfang des Spiels musst du deiner Kreatur die grundlegenden Dinge beibringen. Wo findet sie etwas zu fressen, wo gibt es was zu trinken, was darf sie fressen, was nicht und so weiter. Hat deine Kreatur das erst mal gelernt, kannst Du damit fortfahren, ihr beizubringen, wie das Lagerhaus funktioniert, daß sie Baustellen mit Holz versorgen und natürlich wie und wo sie Wunder einsetzen soll. Dabei darfst Du die Bedürfnisse Deiner Kreatur natürlich auch nicht vernachlässigen, zwar kann sie nicht sterben, aber wenn sie zulange nicht zu Fressen oder Schlafen kommt oder falls sie zu schweren Schaden nimmt, kippt sie einfach um und wird an deinem Tempel wiedergeboren, natürlich ohne kleiner zu werden oder Dinge zu verlernen. Deine Kreatur ist meistens auch der einzige Weg, außerhalb Deines Einflußgebietes aktiv zu werden und dort Dörfer zu überzeugen. Konflikte zwischen zwei Götter werden ebenfalls über die Kreatur abgewickelt, so bindet man einfach seine eigene Kreatur einfach mit der &
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Oh Allmächtiger, ich bitte dich...
Aufgelockert wird das Spiel durch Quests, die immer dann gestartet werden, wenn Du eine Schriftrolle aktivierst, die in der Landschaft verteilt sind. Dabei gibt es goldene und silberne Schriftrollen, Die &
Gut oder böse
Eine Besonderheit von Black and White ist, daß sich das Spiel jede Handlung des Spielers und der Kreatur merkt und bewertet. So verändert sich der Tempel eines blutrünstigen Gottes, der oft seine Untertanen opfert und ihnen jede Bitte mit damit vergeltet, das er den Betenden umbringt, schnell zu einer blutroten und mit vielen Stacheln und Zacken versehnen Festung des Grauens. Zu beachten ist dabei auch, das die Gesinnung des Gottes und die Gesinnung seiner Kreatur getrennt sind, so kann ein böser Gott durchaus eine liebe Kreatur haben oder ein guter Gott eine böse Kreatur. Besonders auffällig sind dabei die Veränderungen, die das Äußere der Kreatur durchmacht, so leuchtet der gute Leopard sogar im Dunkeln ein wenig während ein böser Leopard pechschwarz ist und lange Klauen und Zähne besitzt.
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Göttliche Grafik
Grafik und Sound von Black and White sind wahrlich göttlich, die Inseln sehen fantastisch aus und besonders die Kreaturen wissen zu überzeugen, z.B. wenn sich ein Affe nach mißlungenem Zauber wütend den Kopf in die offene Handfläche schlägt oder liebevoll einen Dorfbewohner streichelt, bevor er ihn verspeist. Zwar besteht die Landschaft nur aus wenigen Polygonen, aber dafür sind die Texturen einfach klasse. Die Bewohner und das Kleinvieh sehen leider nicht so schön aus, da sie nur aus wenigen Polygonen bestehen, damit es auf normalen Rechnern überhaupt flüssig läuft. Da man bei Black&White soweit rauszoomen kann, bis man die gesamte Insel sieht, läßt es sich natürlich nicht vermeiden, daß dabei nach und nach Details ausgeblendet werden, dies führt bei den vielen &Die Geräuschkulisse steht der Grafikpracht in Nichts nach, mystische Musik untermalt das Spiel, wenn es zum Kampf kommt, wird sie durch schnellere Musik ersetzt, die entfernt an indianische Tänze erinnert.
Götter im Netz
Im Multiplayermodus kann man B&W natürlich auch spielen, für Clans hat sich Lionhead etwas besonderes einfallen lassen: So können sich mehrere Götter eine Kreatur und einen Tempel teilen, dabei befehligen bis zu vier Spieler getrennte Hände und können sich so die Aufgaben teilen: der eine bewirkt Wunder, der andere kümmert sich um die Kreatur, der dritte umsorgt die Untertanen. Auch alleine macht Black and White im Multiplayermodus viel Spaß, der Umstand, daß die Kreatur vom Singleplayermodus direkt in den Multiplayermodus mitgenommen werden kann, macht B&W im Internet interessant. Leider werden nur drei Multiplayerkarten mitgeliefert, eine für zwei Spieler, eine für drei Spieler und eine für vier Spieler, allerdings hat Lionhead schon versprochen, hier bald Karten nachzuliefern.
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Fazit von Alexander Lohr:
Black and White ist ohne Zweifel ein klasse Spiel, das sein Potential allerdings nicht ausschöpft. Die Steuerung ist eigentlich gar nicht schlecht, ich komme mit ihr problemlos zurecht, aber die Quests sind oft einfach schlecht und wirken einfallslos. Melodien auf seltsamen Steinen nachzuspielen ist einfach nicht das, was man als göttliche Aufgabe betrachten würde. Besonders das dritte Level ist langweilig, hier hat man die größte Zeit noch nicht mal die Kreatur und es gibt nur eine ebenfalls nervige Quest. Nichtsdestotrotz macht Black and White Spaß, auch wenn die Langzeitmotivation ein wenig auf der Strecke bleibt, denn erfahrende Spieler haben B&W in wenigen Tagen durchgespielt. Aufgrund der zahlreichen Bugs im Spiel erfolgt eine Abwertung von 87% auf 86%. |
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Wertung: |
| Grafik: |
         ( / 10) |
| Sound: |
         ( / 10) |
| Bedienung: |
         ( / 10) |
| Spieltiefe: |
         ( / 10) |
Multiplayer:
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         ( / 10) |
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[ Andere Reviews ]
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