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Review » Bundesliga Manager X[ 13. Juli 2001 14:02 ]
von Christian Gehlen

perfectessays


Software 2000 versucht, mit dem Nachfolger der grottigen 97er und 98er Folgen des Bundesliga Managers den bisherigen Genrekönig Anstoß 3 vom Thron zu stürzen. Hier liest Du, wieso das gründlich in die Hose ging.


Platzfresser


Der erste „Schock“ bei der Installation: 722 MB wollen auf die Platte geschaufelt werden, und das dauert seine Zeit. Egal. Wie bereits bekannt, verfügt der BuMaX nicht über Originaldaten. Auch nicht schlimm, wozu gibt’s denn einen Editor? Also saugt man sich die „echten“ Namen erst mal im Internet (www.bm-x.de) und muß dann schon feststellen, daß man hierfür zig Dateien braucht: Eine für große Wappen, eine für kleine Wappen, eine für Vereins- und Spielernamen, eine für Spielerportraits, eine für Szenarien. Nach fünf Downloads wünscht man sich sehnlich die guten alten Updates des Project Userfile von Anstoß 3 wieder: Setup, Weiter, zack fertig. Ich mache mit dem Kugelschreiber auf einem Notizzettel einen senkrechten, kurzen Strich. Das heißt: Rüffel!


Wo geht’s denn hier lang?


Nachdem die existentiellen Grundbedürfnisse wie Originaldaten befriedigt wurden, geht’s also rein ins Spiel. Wie von der Ascaron – Konkurrenz gewohnt, freut man sich auf freundliche, übersichtliche Menüs. Aber Pustekuchen! Sämtliche Spielmenüs sind extrem durchgestylt und wirken somit kalt und unübersichtlich, besonders die Schrift (hellgrau auf blau kann verdammt schwer lesbar sein!). Auf meinem Notizzettel mache ich noch einen Strich.
Was aber viel schlimmer ist: Software 2000 setzt beim BuMaX überwiegend auf Zahlen, z.B. zum Erfassen von Fähigkeiten und Mannschaftswerten. So bietet der Aufstellungsbildschirm eine unsympathische Zahlenwüste und kryptologische Abkürzen à là RZM (Rechter Zentraler Mittelfeldspieler) und LMS (Linker Mittelstürmer) sowie der Trainigsbildschirm 43 verschiedene Trainigseinheiten – allesamt durch Symbole dargestellt. Anscheinend orientierte man sich an englischen Managerspielen, die sich von einer Tabellenkalkulation nur wenig unterscheiden. Ich mache zwei Striche.
[bild]


Bayern knicken!


Nachdem man sich an die Menüführung gewöhnt hat, die Software 2000 leider Gottes in den meisten Grundzügen aus den kastastrophalen Bundesliga Managern 97 und 98 übernommen hat, freut man sich aufs Spiel. Also, Hertha, weg mit den Bayern!
Einen guten Gesamteindruck hinterläßt lediglich die Engine bei der 3D – Darstellung der Spiele. Die Stadien sind durchweg schön dargestellt, auch die Animationen sind gelungen. Hier haben sich die Grafiker wirklich Mühe gegeben, die sich auch gelohnt hat. Wer jetzt aber spannende Echtzeitmatches wie in Anstoß 3 erwartet, den muß ich enttäuschen. Zwar sieht das alles ganz gut aus, was die Spieler da treiben, aber sie treiben es mit unglaublich zähen Bewegungen. Der Gipfel ist dann die strunzdumme KI, wenn der Keeper einen gegnerischen Stürmer bis auf vier Meter ans Tor ranläßt, die lange (!) Ecke dichtmacht und der Stürmer auch noch in die lange Ecke schießt (!!). Aber glaubt nicht, daß der Torwart den Ball dann hält. In Seelenruhe wird zugeguckt, wie das Ding im Netz zappelt. Ich mache einen waagerechten Strich durch die ersten vier.
Nur nervig sind Wontorras pseudofachmännische Kommentare. Der bayerische Reporter G. Koch war bei Anstoß 3 wenigstens noch witzig, Wontorra verläßt sich aber nur aufs unmotiviert heruntergeleierte Dreschen von längst bekannten Phrasen. Strich Nummer sechs.
[bild]


Die Nadel im Heuhaufen


Die Liste ließe sich fortsetzen. Die anderen Spiele werden grausam langsam berechnet (und das auch erst nach dem eigenen!), während mein Celeron 400 mit der UEFA Cup – Qualifikation beschäftigt war, bin ich erst mal in Ruhe ein Brot essen gegangen. Danach war er immer noch dran. Das ist kein Witz, Leute!
Das Transfersystem ist längst nicht so intuitiv wie bei Anstoß 3, sondern viel umständlicher. Es kann ewig dauern, bis ein Spieler verpflichtet wird, da manche Computermanager grausam lange auf weitere Angebote warten.
Aber doch ließ sich endlich nach vier Stunden etwas positives finden: Die Spiele dauern keine neun Minuten wie beim Ascaron – Konkurrenten, und auch die Grafik ist gelungen, wenngleich sie bei den Menüs den Spielspaß dämpft.
Und letztendlich bietet der BuMaX eine unzureichende Spieltiefe, er bietet lediglich rudimentäre Spielelemente. Sechs Striche – ich pinne meinen Zettel an den Monitor.
[bild]



Fazit von Christian Gehlen:

Nach zwei Stunden schielte ich sehnsüchtig auf meine Anstoß 3 – CD. Der BuMaX wirkt wie ein mißglückter Versuch, den Ruhm der Serie, der 1993 mit dem Bundesliga Manager Hattrick seinen Höhepunkt erreicht hatte, noch mal zum Abzocken auszuschlachten.. Anstoß 3 ist auch heute noch König. Das Spiel von Ascaron hat etwas, was dem Eutiner Herausforderer fehlt: Die Menüs in Anstoß 3 waren übersichtlicher, nicht so kalt gestylt, die Echtzeitdarstellungen waren aussagekräftiger, zuverlässiger und das ganze Spiel der Gütersloher zugänglicher, intuitiver und leichter zu handhaben. Insofern ist Software 2000’s BuMaX ein Schuß in den Ofen. Schade eigentlich.


Bundesliga Manager X  (Review)
Empfohlenes System:

Wertung:
Grafik: ( / 10)
Sound: ( / 10)
Bedienung: ( / 10)
Spieltiefe: ( / 10)
Multiplayer:

( / 10)
 
Gesamt:

%

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