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Simulationen für Hubschrauber waren noch nie allzu häufig, in letzter Zeit jedoch sind sie seltener denn je. Einzig Microprose's Gunship! und Commanche vs Hokum von Razorworks halten die Helisimfahne oben. Grund genug für uns also, uns einem der beiden Spiele, Commanche vs Hokum, das zudem schon als Budget-Titel erhältlich ist, zu widmen.
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Commanche versus Hokum
Nachdem beim Vorgänger Apache vs Havoc der bekannte amerikanische Kampfhubschrauber AH-64D Apache und sein russisches Pendant Mi-28 Havoc simuliert wurden, wendet sich der Nachfolger nun noch moderneren Hubschraubern zu: Auf amerikanischer Seite fliegst Du den RAH-66 Commanche, einen zur Zeit noch in der Erprobung befindlichen Superheli, der mit seiner Geschwindigkeit jeden anderen Kampfhubschrauber in den Schatten stellt und dank seiner Stealtheigenschaften erheblich schlechter sichtbar für Radar ist als seine Konkurrenten. Selbst der Scheibenwischer wurde wegen zu grosser Radarrückstrahlfläche zu Gunsten eines Luftgebläses weggelassen.
Echte Männer dagegen brauchen solchen Technikkram nicht und setzen sich lieber in einen grossen, starken, schwerbewaffneten Russki, wozu Razorworks freundlicherweise den Kamov K-52 Hokum zur Verfügung gestellt hat. Mit seinen 2 Rotoren braucht er keinen Heckrotor mehr und dank der gewaltigen Leistung bringt er eine riesige Waffenlast in die Luft.
"Wer so hart ist um so ein Ding zu fliegen, der braucht keine Trainingsstunden sondern gleich Action" hat sich Razorworks wohl gedacht und prompt keine Flugschule integriert, so dass man sich nur anhand des (umfangreichen) Handbuchs die Kenntnisse über Radarmodi oder Abwehrmassnahmen beibringen muss. Zum Glück sind diese nicht ganz so komplex wie zum Beispiel in Falcon 4.0; so ist nur je ein Luft-Boden und Luft-Luft-Modus vorhanden und selbst das lässt sich im Optionsmenü auf einen einzigen Radarmodus beschränken, wo sämtliche Ziele angezeigt werden. Ausserdem lassen sich dem Copiloten/Bordschützen glücklicherweise viele Aufgaben wie Zielidentifizierung oder Gegenmassnahmen übertragen. Da sich zudem das Flugmodell ziemlich vereinfachen lässt, können auch Einsteiger schnell loslegen ohne gleich wieder mit einer ungemütlichen Landung auf dem Boden zu enden.
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Kampagnen
Bei Commanche vs Hokum stehen dem Spieler drei Kampagnen zur Wahl: Bei der ersten wird ein alter Grenzkonflikt zwischen Saudi Arabien und Jemen wieder aufgefrischt, als bekannt wird, dass in der Grenzregion grosse Ölvorräte liegen. Bei der zweiten Kampagne nutzt China ein Wahlergebnis in Taiwan aus, um die Insel anzugreifen und die „Weltpolizei“ USA können dem ganzen natürlich nicht tatenlos zusehen und greifen auf Seiten der Taiwanesen in den Konflikt ein. Beim dritten Szenario sind wiederum die USA die eine Konfliktpartei, die den Libanon angreift, nachdem der Geheimdienst Spuren einer Terrororganisation bis dorthin zurückverfolgt hatte. Alles nicht allzu originelle Szenarien, aber wenigstens einigermassen glaubwürdig und nicht wieder die alte „böse Russen greifen gutes Amerika an“-Geschichte.
Der Clou an den Kampagnen ist, dass die Missionen nicht linear vorgegeben sind, sondern abhängig vom Verlauf des Krieges automatisch erstellt werden. Das heisst, während man eine Mission fliegt oder plant tobt ständig um einen herum der Krieg, wobei die Gefechte auf der gesamten Fläche des Kampfgebietes – immerhin ganz Taiwan, was ja keine allzu kleine Insel ist – simuliert werden, und das ohne nennenswerte Performanceeinbussen. Dadurch, dass zerstörte Einheiten auch zerstört bleiben, kann man zum Beispiel in einem Einsatz die Luftabwehr einer feindlichen Basis zerstören, im nächsten die Panzer und schliesslich den Rest beharken. Welch eine Freude, wenn man ungestört über einem feindlichen Flugplatz kreisen kann und schön ein feindliches Transportflugzeug nach dem anderen aufs Korn nimmt, wohl wissend das der Gegner bald ein ernsthaftes Nachschubproblem haben wird. Versuche, eine solche volldynamische Kampagne einzufügen gab es schon einige (Falcon 4.0, Apache vs. Havoc, Longbow 2), nie aber wurde das so gut gelöst wie in Commanche vs. Hokum. Nur manchmal muss man einen Einsatz enttäuscht abbrechen, weil eine andere Einheit das Ziel bereits zerstört hat. Aber man kann sich dann ja immer noch andere Ziele aussuchen.
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"Flugfeeling"
Doch dynamische Kampagne hin oder her, der Kern einer Simulation bleibt der Flug selbst. Auch hier kann Commanche vs Hokum punkten: schönere Cockpits habe ich noch in keiner Simulation gesehen, man kann den Blick frei drehen und die wunderschönen Details betrachten. Ein Highlight ist, dass die Piloten selber animiert sind. Guckt man z.B. während des Fluges nach unten, sieht man, dass sein Alter Ego genau die Bewegungen des Joysticks ausführt. Beim Hokum sitzt zudem der Bordschütze direkt neben dem Piloten und man kann ihn im Flug bei der Arbeit beobachten: Er bedient die Cockpitinstrumente, sieht ins „Periskop“ und setzt bei Bedarf das Nachtsichtgerät auf. Man sieht sogar die Daten des Helmsichtgerätes spiegelverkehrt auf diesem, wenn man den Piloten von vorne betrachtet – genial! Was jedoch stört, ist, dass die Commanche und die Hokum im Prinzip die genau gleichen Instrumente und Bildschirmanzeigen haben. Mögen die russischen Helikopter auch in letzter Zeit westliche Instrumente erhalten, so ähnlich sehen sie sich wohl dennoch nicht.
Auch das Flugfeeling ist den Entwicklern sehr gut gelungen, man hat wirklich das Gefühl, in einem Helikopter und nicht in einem Flugzeug zu sitzen, mit all seinen Vor- und Nachteilen. Wer bei vollen Realismuseinstellungen nicht nur gefühlvolle Steuereingaben vornimmt, wird bald unangenehme Bekanntschaft mit der Landschaft unter sich machen.
All diese Feinheiten sind jedoch bald vergessen, wenn der Bordschütze einen Kontakt auf dem Radar als feindlichen Panzer identifiziert. Dann beginnt das Hubschraubertypische Anschleichen und Tiefflugmanövrieren. Wenn dann die Bedrohungsanzeige auch noch feindliche SAMs anzeigt, die ihre Fühler nach dem eigenen Fluggerät ausstrecken, man jedoch aufsteigen muss um die Panzer zu erfassen und sich somit von dem schützenden Boden entfernt, spätestens dann ist der Puls auf 180 und man beginnt die Sekunden bis zum Einschlag der eigenen Rakete zu zählen, um wieder in den Schutz der Hügel fallen zu können. Auch Luftkämpfe mit feindlichen Hubschraubern oder gar Flugzeugen sind nicht weniger spannend, wobei jedoch merkwürdigerweise die eigentlichen Luft-Boden Waffen Hellfire bzw. Vikhr viel besser als die eigentlichen Luft-Luft Waffen treffen und es sich daher kaum lohnt, letztere mitzuführen.
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Technik
Das ganze ist grafisch ordentlich umgesetzt. Die Commanche und die Hokum, aber auch die anderen Hubschrauber werden sehr schön dargestellt mit sehr vielen Details. Bei der Commanche fahren zum Beispiel die Kanone und die Raketen in den Rumpf ein, wenn man die Waffen sichert (wiederum wegen besserer Stealtheigentschaften) oder der Rotor neigt sich entsprechend der Flugeingaben. Auch die Panzer und die anderen Bodengefährte sind so schön nur in wenigen Flugsimulationen zu sehen gewesen. Man könnte stundenlang dem ganzen Treiben im Konflikt nur zusehen ohne selbst einzugreifen, so beleuchten im Morgengrauen zum Beispiel die Scheinwerfer einer Fahrzeugkolonne die Strasse oder Transportflugzeuge setzen per Fallschirm Nachschub ab. Die Flugzeuge enttäuschen leider ein bisschen, da ist man von „Flugzeug-Flugsims“ besseres gewohnt.
Bei den Landschaften fällt bei einer Hubschraubersim zum Glück das Problem weg, wie man diese sowohl aus grossen Höhen als auch im Tiefflug ansprechend gestaltet, da Hubschrauber nur sehr selten hoch steigen. So konnte man sich hier ganz auf die Tiefflugdarstellung konzentrieren, was jedoch nicht so ganz gelungen ist. Die Landschaften wurden zwar anhand Satelitenbilder der entsprechenden Gebiete erstellt und wer schon mal dort war, wird sicherlich einige Dinge wiedererkennen, zudem sind sehr viele Details wie Strommasten, Häuser oder Fabriken nachgebildet und besonders im Jemen sind die Landschaften äusserst hügelig, dennoch wollen die eigentlichen Landschaften nicht so richtig überzeugen, so stören die merkwürdigen Wälder und verhältnismässig schlecht aufgelösten Bodentexturen, ausserdem werden Details, wie zum Beispielt Texturen bei Häusern erst aus recht kleiner Entfernung eingeblendet. Dennoch genügt die Darstellung und ein Flug über die aus bis zu mehreren hundert Häusern bestehenden Städte beeindruckt. Die Waffeneffekte dagegen können überzeugen, das Mündungsfeuer der Kanone sieht göttlich aus und die Explosionen sind auch nicht ohne. Ausserdem sorgt eine dynamische Wetterdarstellung für Regenfälle und Gewitter. Wenn sich im Flug plötzlich der Himmel verdunkelt und ein Schauer niederfällt, steigert das die Atmosphäre enorm. Alles in allem ist die Grafik gut, aber kommt nicht ganz an Gunship! heran.
Der Sound ist gut, Rotorengeräusche tönen lautstark aus den Lautsprechern und wer mal in der Nähe eines Waldes landet und den Rotor abstellt, vernimmt das Zirpen der Grillen. Wenn man unter Beschuss steht hört man das Rattern der MGs und die Einschläge im Rumpf laut aus den Boxen und weiss, dass man wohl nicht mehr allzu lange am virtuellen Himmel steht. Die Musik dagegen ist schrecklich und passt überhaupt nicht zur Sim, so dass wohl jeder Spieler sie spätestens nach einem Einsatz abstellen wird.
Trotz der paar Mängel kann Enemy Engaged: Commanche vs Hokum überzeugen. Wer eine realistische Helisim sucht, kommt im Moment sowieso nicht drum herum.
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Fazit von Andrej Lukic:
Kompliment an Razorworks. Sie haben konsequent die Schwächen von Apache vs Havoc verbessert und die Stärken noch weiter ausgebaut. Das Flugmodell fühlt sich genial an, die Grafik wurde verbessert und die Kampagnen funktionieren endlich so wie sie es sollten. Wer also kein verbuggtes Arcadespiel will, wie es Gunship! leider ist, der darf zu Commanche vs Hokum greifen. Ein besonderes Schmankerl erwartet übrigens Besitzer des Vorgängers Apache vs Havoc. Dessen beide Helikopter sowie die Szenarien können ohne Probleme in den Nachfolger übernommen werden wodurch insgesamt 4 Helis und 6 Szenarien zur Verfügung stehen. |
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Wertung: |
| Grafik: |
         (7 / 10) |
| Sound: |
         (6 / 10) |
| Bedienung: |
         (8 / 10) |
| Spieltiefe: |
         (9 / 10) |
Multiplayer:
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         (7 / 10) |
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[ Andere Reviews ]
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Bisherige Kommentare:
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| Mario Waltert schrieb am 15. Juli 2002 @ 16:54: |
Ich weiss zwar nicht was ein GForce 3 Ti 200 ist. Aber ich habe ebenfalls ein Windows XP. Wenn mir jemand sagen könnte wie ich Enemy Engaged zu lauffen bringe wäre ich sehr Dankbar. |
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| Johann Mayrl schrieb am 02. Februar 2002 @ 23:29: |
Das Ding scheint leider überhaupt nicht zu funktionieren mit einem Windows XP System in Verbindung mit einer GForce 3 Ti 200. Gibt es einen patch oder sonst etwas, damit man wieder fliegen kann ????? |
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