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Review » Giants: Citizen Kabuto[ 13. Juli 2001 14:02 ]
Screenshots
von Andrej Lukic

personal essays writing service

Fünf schwerbewaffnete Krieger, eine holde Maid mit durchaus destruktiven
Zaubersprüchen und ein riesiges Monster mit dem IQ eines durchschnittlichen
BigBrother-Bewohners, der dafür äusserst schmerzhafte Schläge austeilen kann
auf einem einzigen Planeten... man muss kein Genie sein um zu merken, dass
das nicht lange gut gehen kann.


Notlandung auf einem Asteroiden



Wie das halt so ist mit Urlaubsreisen, immer muss es eine Panne geben. Die
fünf Meccaryns Baz, Tel, Reg, Gordon und Bennet freuen sich gerade auf
schöne Ferien auf dem Planeten Majorca (jegliche Ähnlichkeit mit
irgendeiner Mittelmeerinsel voller Ballermanntouristen ist übrigens vollkommen zufällig), als sie ein Problem mit ihren Raumschiff zu einer Notlandung auf
einer schönen Mischung zwischen Planet und Asteroid zwingt.

Du übernimmst die Rolle von Baz, der die harte Landung mehr oder weniger gut
überstanden, nun aber zwei grosse Probleme hat: erstens muss er seine weit verstreuten Kumpels wiederfinden (alleine feiern macht ja schliesslich keinen Spass) und dann sein leicht angeschlagenes Raumschiff wieder reparieren. Du machst dich also, nur mit deinem Raumanzug und einer Standardwaffe mit unbegrenzter Munition bewaffnet, auf den Weg. Nach ein paar kurzen Gefechten mit eher schwächlichen Ureinwohnern des Planeten, den Rippers, stösst Du auf den Smartie Timmy, der zu einer Dir ausnahmsweise mal wohlgesonnenen Spezies gehört. Der kleine Junge schenkt dir ein Jetpack, mit dem du eine begrenzte Zeit lang fliegen kannst, erteilt dir weitere Aufträge und führt die Story weiter. Diese wird in herrlich komischen Zwischensequenzen in Spielgrafik weitergesponnen. So steckt Baz kurz nach seiner unsanften Landung auf dem Planeten eine englische Fahne in den Boden und im Hintergrund ertönt ein Teil der englischen Nationalhymne. Lacher garantiert!
Die Welt, in die es die fünf Meccs verschlagen hat, ist fantastisch! Sie besteht zum grössten Teil aus Wasser mit einigen Inseln darin. Das ganze erinnert ein bisschen an die Karibik, mit vielen Palmen und malerischen Stränden. Riesige „Vögel“ schweben über den Himmel und die Sonne spiegelt sich im Meer.
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Die Mecckampagne



Nach und nach gelingt es Dir, die Teammitglieder „einzusammeln“, die fortan an deiner Seite kämpfen. Man kann ihnen einfache Befehle wie „greife den da an“ oder „geh dort hin“ geben, aber sie schiessen auch automatisch auf dein Ziel und folgen dir, so dass obige Befehle eher selten benötigt werden. In Läden der Smarties können im späteren Spielverlauf auch immer kräftigere halbwegs originelle Waffen erworben werden; vom Maschinengewehr über mehrere Raketenwerfer bis zu einer Bombe ist alles mögliche vorhanden.
Die Steuerung orientiert sich an gängigen Egoshootern und ist recht komfortabel. Man kann entweder aus der Ego- oder einer 3rd Person Perspektive spielen und auch ein Zoommodus ist vorhanden, der vor allem in Verbindung mit einem Sniper-Gewehr Sinn macht. Eine Karte sorgt für die nötige Übersicht und auch die Missionsziele lassen sich jederzeit einblenden. In späteren Missionen musst Du sogar auch mal ab und zu eine Basis errichten, wobei sich das vom Ablauf nicht gross von gängigen Echtzeitstrategiespielen unterscheidet, dafür aber von der Perspektive her. Du musst dazu zunächst ein Basiszentrum haben, das schon zu Beginn der Mission vorhanden ist. Anschliessend sammelst Du Smarties und bringst diese zu deiner Basis, wo sie fortan für dich arbeiten. Da kaum jemand freiwillig arbeitet, musst Du den Smarties regelmässig was zu Futtern bringen, wozu auf den Inseln Vimps rumspazieren, zweibeinige Fleischberge mit dem Verstand einer BSE-Kuh. Nach erfolgreicher Jagd brauchst du das Fleisch nur in die Basis zu bringen und ein Gebäude in Auftrag geben und schon machen sich die Smarties an die Arbeit. Die Basis dient eigentlich vor allem der Herrstellung von neuen Waffen, neue Einheiten lassen sich nicht produzieren.
Die Missionen der Mecckampagne sind äusserst abwechslungsreich; mal muss man Smarties vor dem Abstürzen retten, mal ein feindliches Gebäude in die Luft jagen und mal einfach von einem Ort lebendig zu einem anderen gelangen. Leider kann man zwischen den Missionen nicht speichern, was dazu führt, dass man eine Mission von vorne beginnen muss, wenn man das Leben verliert, was besonders bei den längeren Basisbaumissionen äusserst frustrierend sein kann.
Im Laufe der Zeit werden die Meccs in die Geschehnisse auf der Inselwelt miteinbezogen und man erfährt, dass dort die ursprünglichen Herrscher der Insel, die magiebegabten Sea Reaper, einen Wächter geschaffen hatten, Kabuto, der jedoch nicht so ganz so funktionierte, wie es die Sea Reaper wollten, oder betrachtest Du Dieeigenenherrenauffressen als normal? Die Überlebenden mussten ins Meer fliehen und Kabuto herrscht nun über die Inseln.
Du als Mecc schlägst dich auf die Seite der Smarties, die als Hauptleidtragende des ganzen von den Sea Reapern auch weiterhin terrorisiert und dazu auch noch ab und zu von Kabuto gefressen werden. Eine wertvolle Verbündete findest Du in Delphi, der Tochter der Sea-Reaperkönigin Sappho. Nachdem sie Dir eine Weile geholfen hat, übernimmst Du schliesslich die Rolle von Delphi überlässt die Meccs ihrem Schicksal.

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Delphi



Die holde Maid ist eines der Blickfänge von Giants. In der deutschen Version läuft das blaue Mädchen oben ohne rum und hat auch sonst nur einen zarten Schleier um die Hüfte geschwungen (in der US-Version muss die ärmste einen BH tragen).
Das Gameplay mit Delphi unterscheidet sich grundlegend von dem der Meccs. Während letztere auf Hightech setzen, bevorzugt erstere vor allem Bögen und Zaubersprüche. Die Bögen gleichen von der Funktion her noch den Waffen der Meccs, wogegen die Zaubersprüche etwas völlig anderes sind. Die Auswahl ist sehr gross, von der klassischen Feuerwand und dem Teleport über Schrumpfung oder dem Zeitlupenzauber bis hin zum Tornado. Für die schnelle Fortbewegung kann die Schöne kurzzeitig einen Turbo aktivieren, wodurch sie in Sekundenschnell weit reisen und notfalls auch einem Feind entfliehen kann. Auch die Delphi-Kampagne sprüht nur so von witzigen Ideen, so wird das Spiel kurzzeitig zu einem Arcade-Racer, indem man auf einem Jetski ein wahnwitziges Rennen durch die Kanäle zwischen den Inseln fährt. Leider laufen die meisten Missionen auf das selbe „baue Basis und zerstöre gegnerische Festung/Schiff/Kaserne“ hinaus, die geniale Abwechslung der Mecc-Missionen wird nicht ganz erreicht, doch neue Zaubersprüche und Landschaften und die gute Story motivieren dennoch.
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Citizen Kabuto



Schliesslich übernimmt man Kabuto. Zunächst hat man ein Wow-Erlebniss: Obwohl man zu Beginn nur einen Bruchteil der späteren Grösse misst, überragt man schon sämtliche anderen Lebewesen auf der Insel bei weitem. Bei seiner Grösse braucht Kabuto keine Waffen oder Zaubersprüche, einmal kräftig zulangen und jeder Gegner ist platt! Man kann sie auch als kleinen Snack gebrauchen, was den positiven Nebeneffekt hat, dass es ein bisschen Lebensenergie zurückgibt, jedoch weitaus länger dauert als ein simples Wegkicken. Sobald man ausgewachsen ist, kann man ausserdem sogenannte Adrenalinschläge ausführen. Diese sind weitaus stärker als gewöhnliche Angriffe, laden sich aber erst langsam auf. Ausserdem kann Kabuto nach Verspeisen eines Smarties ein Ei legen, woraus ein kleinere und hellere Version des Riesen schlüpft. Leider gestaltet sich das Kommandieren der „Kleinen“ sehr schwierig, so dass deren Nutzen eher gering ist. Während das Rumstampfen und –fressen zu Beginn viel Spass macht, beginnt man nach einger Zeit ein bisschen Abwechslung schmerzlich zu vermissen und das Spiel beginnt sogar ein bisschen zu langweilen. Ausserdem fehlen plötzlich die Zwischensequenzen und auch von der Story ist nichts mehr zu sehen.
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Grafik und Sound



Die Grafik von Giants beeindruckt durch unglaublich detaillierte Texturen und Figuren. Dank Hardware T&L- Unterstützung können sich besonders Besitzer einer Geforce oder Radeon Karte auf wunderschöne Effekte freuen. Ein so genial gemachtes Meer gab es bisher in keinem PC-Spiel, die Sonne spiegelt sich darin und man erkennt eine stetige Wellenbewegung. Die Landschaftstexturen sehen zum Teil aus, als ob sie nicht flach, sondern dreidimensional wären und machen dadurch einen äusserst realistischen Eindruck. Auch die Effekte der Waffen sind sehr gut gelungen, doch das absolute Highlight sind die Figuren. Schon die Meccs und Delphi sind äusserst detailliert und sehr gut animiert, aber Kabuto stellt alle in den Schatten. Wenn die Hautfalten je nach Winkel der Sonne im Schatten oder beleuchtet sind und der Riese sich perfekt animiert nach einem herzhaften Sprung auf ein Gebäude draufsetzt klappt selbst dem erfahrensten Profispieler die Kinnlade runter. Leider sind die Landschaften insgesamt ziemlich Polygonarm und wirken recht eckig, was vor allem nach den runden Hügeln in Sacrifice negativ ins Auge sticht. Aber das wäre auch schon der einzige Kritikpunkt an der Grafik.
Auch der Sound ist gut gelungen, atmosphärische Hintergrundklänge untermalen dynamisch das Geschehen. Die Soundeffekte sind gut, wenn auch nicht sensationell und an der Sprachausgabe in den Zwischensequenzen ist sowohl in der deutschen als auch der amerikanischen Version nichts zu bemängeln.



Fazit von Andrej Lukic:

Giants schafft es, Innovationen, schöne Grafik und eine hervorragende Spielbarkeit zu verbinden. Die drei Parteien spielen sich völlig unterschiedlich, besonders die Mecckampagne kann begeistern. Leider trübt die fehlende Speicherfunktion den Spielspass ein bisschen und das Spiel hat noch einige Bugs, aber wenn diese Kritikpunkte durch einen Patch bereinigt werden kann jeder Actionspieler zugreifen.


Giants: Citizen Kabuto  (Review) Interplay
Empfohlenes System: PII 400 | 128MB RAM | Geforce

Wertung:
Grafik: (8 / 10)
Sound: (7 / 10)
Bedienung: (7 / 10)
Spieltiefe: (8 / 10)
Multiplayer:

(7 / 10)
 
Gesamt:

82%

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