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| 20. November 2003 | 20:38 | Review |
„I released my finger from the trigger and then it was over“.
Mit diesen Worten beendete Max Payne 2001 seinen persönlichen Rachefeldzug gegen ein New Yorker Drogensyndikat. Bilanz: mindestens 500 tote Drogendealer, größenwahnsinnige Satanisten, gutgekleidete Profikiller und üble Verbrecherbosse. Doch das war Entwickler Remedy anscheinend noch nicht genug. Bereits in der Anleitung des ersten Teils kündigten sie eine Fortsetzung zum indizierten Third-Person Shooter an. Jetzt, im Herbst 2003, ist es soweit. Max Payne 2 erreicht die Regale der Händler und wird es schwer haben, seinen genialen Vorgänger zu toppen. Ob dies den Entwicklern dennoch gelungen ist erfahrt Ihr in unserem Test:
Erzähl-Wirr-Warr
Von vornherein gab es viele Spekulationen wie die Story überhaupt weitergeführt werden soll, da Max am Ende des ersten Teils verhaftet wurde. Die Lösung ist simpel: Alfred Wooden, seines Zeichens eines der führenden Mitglieder des mysteriösen „Inner Circle“, verhilft Max aus der Haft und sorgt sogar dafür, dass er als Retter New Yorks wieder in seine alte Einheit versetzt wird.
Wer nun denkt, der Rest der Story sei genauso einfallslos aufgebaut, sei beruhigt. Auch Max Payne 2 bietet eine tief gehende, toll erzählte Geschichte, voller Wendungen und düsterer Geheimnisse. Zusätzliche Spannung wird dadurch erzeugt, dass sie nicht chronologisch, sondern in bester Tarrantino-Manier zeitlich versetzt erfolgt.
Im Prolog wacht Max schwer verwundet in einem Krankenhaus auf. Er weiß weder wie er dort hingelangte, noch welche Geschehnisse sich in der letzten Zeit ereignet haben. Es bleibt ihm jedenfalls keine Verschnaufspause, denn er muss sich nach dem Erwachen direkt den Weg nach draußen gegen vermummte Attentäter freiballern. Erst nach ca. 15 Minuten Spielzeit beginnt das erste Kapitel wodurch der Storymix aus Liebes- und Krimigeschichte mit einem Comeback der totgeglaubten Mona Sax ins Rollen gebracht wird.
| | Max sieht zwar älter aus, hat aber immer noch genauso viel drauf wie im ersten Teil! |
Alles beim alten ?
Alt eingesessene Max Payne Veteranen werden angesichts des neuen Heldenmodels zunächst etwas verwirrt sein. Dieses wurde nämlich vollkommen überarbeitet und sieht von den Gesichtzügen her nun wesentlich älter und vom Leben gezeichnet aus.
Ansonsten wird man sich als alter Hase sofort heimisch fühlen. Das HUD wurde eins zu eins aus dem Vorgänger übernommen und auch an der ausgereiften Steuerung hat sich kaum was getan.
Neulinge dürfen leider nicht mehr auf ein Tutorial wie im ersten Teil zurück greifen, sondern lediglich auf einen Bildschirm mit der Übersicht über alle Steuerelemente. Da die Bedienung sich aber kaum von anderen Shootern unterscheidet, dürfte es kein Problem darstellen sich diese innerhalb weniger Minuten einzuverleiben.
Allerdings empfiehlt es sich dennoch, den ersten Teil gespielt zu haben, da der zweite direkt an dessen Story anknüpft.
Auch der Schauplatz ist gleich geblieben. Abermals durchkreuzt Ihr das dunkle New York. Diesmal nicht im Winter, sondern im Herbst, was an Farbgebung der Ortschaften aber wenig ändert. Auch in Max Payne 2 herrschen trostlose, heruntergekommene Schauplätze. Sämtliche Aufträge werden des Nachts ausgeführt. Licht spenden nur zahlreiche Lampen und natürlich das Mündungsfeuer der Waffen. Das bedeutet aber nicht, dass es durchgehend bierernst zugeht. Auch Remedys zweites Werk ist gespickt mit Anspielungen und Zitaten bekannter Spiele und Filme und bietet allerlei Eastereggs die es zu entdecken gilt.
| | Mona Sax. Die Femme Fatal die Max den Kopf verdreht |
Bullet Time 2.0
Und doch gibt es einige Neuerungen. Das Feature, welches den ersten Teil so erfolgreich und besonders machte, die Bullet Time, wurde überarbeitet. Mit einem Klick auf die rechte Maustaste wird die Zeit im Spiel verlangsamt. Lediglich Ihr selbst könnt noch in Echtzeit zielen.
Während früher jedes Manöver in diesem Modus den Bullet-Time-Vorrat schmälerte und sich selbige nur durch das Erschießen von Gegnern wieder auflud, könnt ihr den Bullet-Time-Sprung jetzt gänzlich ohne Kosten vollführen. | Der „richtige“ Bullet-Time-Modus zehrt immer noch an Eurem Vorrat. In diesem läuft die Zeit zunächst nur geringfügig langsamer. Je mehr Gegner Ihr jedoch während dieses Modus erschießt, desto langsamer vergeht die Zeit. Das ganze wirkt nicht nur äußerst cool, wenn man in Zeitlupe um die Ecke springt und 3 Gegner gleichzeitig erledigt, sondern macht es erst möglich die schiere Überzahl an Gegnern effektiv zu besiegen. Vor allem macht es aber extrem viel Spaß!
Dank einem neuen Farbfilter-Effekt, der während der Bullet-Time über das gesamte Bild gelegt wird und einer 360°-Drehung um Max beim Nachladen, wirkt das ganze noch cooler als im Vorgänger.
| | In dieser Ingame Zwischensequenz hat es unseren Helden ganz schön erwischt. |
Audiovisuelles Erlebnis
Für die tolle Grafik ist immer noch die alte MaxFX-Eninge verantwortlich. Allerdings wurde diese mächtig aufgebohrt und stellt unter den aktuell erhältlichen Spielen eine neue Referenz dar. Extrem hoch auflösende Texturen, neue Effekte, lebensechte Animationen und die lizensierte Havok Physikengine sorgen für ein wahres Grafikgewitter. Vor allem letztere macht die Schusswechsel noch intensiver und spektakulärer. Getroffene Gegner fallen rückwärts über Treppengeländer oder fallen in Regale, die physikalisch korrekt in sich zusammenbrechen oder ganze Raumeinrichtungen werden durch Explosionsdruckwellen durch die Gegend geschleudert.
| | Dreamteam: Mona und Max |
In Sachen Waffenauswahl hat sich im Gegensatz zum Vorgänger kaum was getan. Alle Waffen wurden übernommen und nur vereinzelt mit neuen Skins und Namen versehen. So hört die Schnellfeuerschrotflinte Jackhammer nun auf den Namen Striker und sieht etwas anders aus. Neu sind lediglich das halbautomatische Scharfschützengewehr Dragunov, die MP5, sowie die Kalaschnikov. Ersatzlos gestrichen wurde leider der Granatwerfer.
Akustisch wird dies durch wuchtige Waffen- und Explosionssounds unterstrichen. Auch die Sprachausgabe ist wieder einmal filmreif. Besonders in den düsteren Comiczwischensequenzen, die die Story zwischen den Aufträgen weitererzählen, kommen die Fähigkeiten der Sprecher gut zur Geltung.
Einzig negativ fällt die nicht lippensynchrone Umsetzung in den Ingame-Zwischensequenzen auf. Die ist teilweise so vermurkst, dass sich die Münder anderer Charaktere bereits bewegen, während ein anderer noch spricht.
Um jedoch in den Genuss aller Grafikeffekte und Sounds zukommen braucht man die entsprechende Hardware.
Als Minimalkonfiguration gibt Hersteller Remedy als einen Pentium 3 mit 700 Mhz, GeForce 2 und 128 MB Ram an, was aber zu extremen Detail- und Performanceeinbußen führt. Um Max Payne 2 in voller Pracht zu erleben, solltet Ihr schon einen Rechner mit 1,7 GHz, einer GeForce 3 Ti und 256 MB Ram euer Eigen nennen.
| | Wenn Max jetzt abdrückt bleibt von seinem Gegenüber nicht viel übrig |
Schnelldurchlauf
Ganz im Gegensatz zu den ausführlichen Slow Motion Effekten der Bullet-Time steht die kurze Spielzeit. In acht bis zehn Stunden ist der letzte Endgegner erledigt und der Abspann gesehen. Die Schwierigkeitsgradkurve zieht beim Durchspielen langsam aber stetig an. Leider gibt es am Ende eines Kapitels keine Endgegner mehr, die besonders viele Treffer aushalten. Lediglich ganz am Ende gibt es einen Boss.
Besonderer Motivationsschub das Spiel noch zwei mal durchzuspielen:
Wer das Spiel auf dem höchsten von drei Schwierigkeitsgraden schafft,welche nacheinander freigespielt werden, bekommt ein alternatives Ende serviert.
Zudem gibt es einen Spielmodus in dem Ihr in verschiedenen Arenen gegen unendlich viele Gegnerwellen antretet und Euch so ganz auf coole Schusswechsel konzentrieren könnt. Auch der New York Minute Modus, in dem Ihr unter Zeitdruck das Levelende erreichen müsst, hat es in den Nachfolger geschafft.
| | Kaltblütig wie immer. Max zeigt keine Gnade. |
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Fazit von Stefan Lehmler:
Das ist mal wieder ein Actionspiel nach meinem Geschmack! Seit Max Payne hatte ich nicht mehr so viel Spaß bei Schusswechseln wie hier! Vor allem die Havok Engine wertet die knallharte Action noch mal gehörig auf. Wenn Gegner in Slow Motion durch die Gegend geschleudert werden und bei ihrer Landung das halbe Mobilar umreißen erfreut dies das Spielerherz. Äußerst gut ist auch mal wieder die Story gelungen, die mit ihren vielen Wendungen und zeitlich versetzter Erzählweise für extreme Spannung sorgt. Schade nur, dass die spaßigen Bosskämpfe aus dem Vorgänger nicht übernommen wurden. Ebenfalls negativ ins Gewicht fällt die kurze Spielzeit. Dafür lässt es Euch jede Minute packende, intensive Action erleben, die Ihr dank Bullet Time in keinem anderen Spiel in vergleichbarer Weise finden werden und gerade das macht Max Payne 2 zu einem Ausnahmetitel, der dank sinnvoller Verbesserungen und alten Tugenden mit seinem Kultvorgänger locker mithalten kann. Alle Actionfans sollten unbedingt zugreifen!
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Wertung: |
| Grafik: |
         (10 / 10) |
| Sound: |
         (9 / 10) |
| Bedienung: |
         (8 / 10) |
| Spieltiefe: |
         (8 / 10) |
Multiplayer:
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         (0 / 10) |
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Gesamt:
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| Stefan Lehmler |
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