; 2001 [EliteGames]
|
|
Von den Onlinespielen, die im Internet am beliebtesten sind, zählen die ersten drei alle zur Gattung der Ego-Shooter. Genau genommen handelt es sich hierbei um Counterstrike, Tactical Ops und Strike Force.
Die ersten beiden haben wir ja bereits unter die Testlupe genommen. Dieser Review zu Strike Force komplettiert somit das Trio Infernale.
Wie bei Tactical Ops, handelt es sich auch bei Strike Force um eine Counterstrike-ähnliche Modification zu Unreal Tournament. Allerdings unterscheidet es sich in einem Punkt ganz entscheidend von seinen Mitstreitern, doch dazu später mehr.
Hol’s Dir runter
Die erste Hürde will bereits bei der Installation genommen werden. Der Download der Version 1.60 wiegt nämlich satte 260 MB und sollte somit nur von DSL – Besitzern angegangen werden; wer den Download per ISDN wagt, darf sich schon mal auf knapp 25 Stunden Dauersaugen einstellen. Eine alternative Beschaffungsmaßnahme liegt darin, auf die DVD – Ausgabe der GameStar – Ausgabe 8/01 zurückzugreifen, denn dort befindet sich StrikeForce installationsbereit. Das Update von Version 1.60 auf die hier getestete Version 1.61 fällt allerdings mit 40 MB kaum ins Gewicht.
(Bild: Inventar)
Reality is hard
Jetzt aber rein ins Vergnügen! Erfreulicherweise bietet Strike Force die Möglichkeit eines Trainingsparcours, und der ist auch dringend nötig. Denn nun kommen wir zu dem Punkt, in dem sich Strike Force von Counterstrike und Tactical Ops unterscheidet: Realismus wird großgeschrieben. Kurz gesagt: Auto-Reload ist (standardmäßig) nicht; im richtigen Leben hat man kein Fadenkreuz vor Augen, wenn man mit einer Glock durch die Gegend läuft, und nach einigen kraftintensiveren Sprungeinlagen geht einem im Real Life schon mal die Puste aus. Im Spiel hat das folgende Auswirkungen: Die einzigen Zielhilfen bestehen in einem kleinen roten Punkt, der per Rechtsklick aktiviert werden kann (dabei verlangsamt sich aber auch der gesteuerte Protagonist) und dem handelsüblichen Fadenkreuz bei Sniper Rifles. Wer zuviel springt, treibt seinen Puls in die Höhe. Folgen: Schweres Schnaufen beim Laufen, das auch die Gegner hören können. Dann muß erst mal der Puls runtergetrieben werden, das klappt bekanntlich am besten in der horizontalen Position. Und wer ein- bis zweimal in die Beine getroffen wurde, kann logischerweise überhaupt nicht mehr hoppeln. Das Nachladen der Waffe muß per manuellem Knopfdruck geschehen (eigentlich in Anbetracht der modernen Auto – Reloads eine komplette Neuerung ;-) ).
Während bei Counterstrike und Tactical Ops die Charakterwahl eher der optischen Befriedigung dient, hat sie in Strike Force eine taktische Auswirkung. Jeder Kämpfer hat bestimmte Eigenschaften, nach denen Du Deine Spielweise ausrichten solltest. Während der eine ein Weltmeister im Umgang mit Sniper Rifles ist, beherrscht der andere MGs wie kein zweiter.
Komplett anders ist auch die Waffenwahl gleich zu Rundenbeginn. Im Gegensatz zur Konkurrenz braucht man die Waffen bei Strike Force nicht zu kaufen, sondern kann gratis sein Inventar damit bestücken. Das umfaßt 16 Slots, doch Vorsicht: Bei vollgepacktem Rucksack kommt selbst der stärkste Krieger nur schneckengleich voran.
(Bild: Clippingfehler)
Wie man sich’s machen kann
Nachdem man sich mit diesen relativ unbekannten Neuheiten vertraut gemacht hat, empfiehlt sich zunächst der schon mal erwähnte Trainingskurs. Danach darf man sich auf die drei Spielmodi stürzen: Deathmatch, Team – Deathmach und Geiselrettung. Die Spielprinzipien der beiden Deathmatch – Modi dürften wohl landläufig bekannt sein (KILL KILL KILL), während bei „Geiselrettung“ die Anti – Terroristen eine Zielperson innerhalb von vier Minuten in sichere Gefilde bringen müssen – also quasi wie bei Counterstrike..
Neueinsteiger trainieren am besten erst mal offline mit durchaus geschickten Bots, die allerdings nur in den beiden Deathmatch – Modi verfügbar sind, um die Karten kennenzulernen. Die haben es nämlich in sich – die Maps geben sich nämlich ziemlich verwinkelt und umfangreich, so kann man auf einer DM – Karte, die für 2 – 4 Spieler deklariert ist, ruhig mal mit 6 Leuten spielen, es bleibt trotzdem Platz satt. Wurde man dann im Kampfe niedergestreckt (was anfangs recht häufig passiert und elend lange Wartezeiten bis zum Rundenende nach sich zieht), kann man sich endlich auch in Ruhe die grafische Ausstattung von Strike Force angucken.
(Bild: Zoommodus)
Feuer und Wasser
Grafisch schwankt Strike Force momentan zwischen Himmel und Hölle. Während die Models exzellent texturiert sind und manche Gebäude von innen ebenfalls fantastisch aussehen, wirken andererseits in vielen anderen Maps die einfallslosen Grautöne ziemlich ernüchternd. Es gibt Räume, in denen haben die Wände und Decken dieselbe Farbe: GRAU. Hier fehlen an manchen Stellen wohl noch die Texturen .
Wirklich nervtötend sind aber die haarsträubenden Clippingfehler. Da verschwindet schon mal die gesamte Shotgun samt Armen in der Wand. Man kann sich auch mal an die Ecke einer Mauer stellen, die Waffe in selbige reinhalten und zuschauen, wie sie auf der anderen Seite des Mauerwerks wieder rauskommt. Naja, Betaversionen.
Eigentlich schade, denn sonst bietet Strike Force grafische Leckerbissen. Gerade in heißen Feuergefechten dreht das Programm mit Mündungsfeuern, umherfliegenden Patronenhülsen und weiteren Effekten richtig auf.
(Bild: Spielszene)
Musik, Maestro!
Strike Force nutzt an einigen Stellen die Musikdaten von UT, sonst bleibt musikalisch meistens alles still. Dafür sorgen perfekte, waffengetreue Soundeffekte für eine packende Atmosphäre – die MP mit Schalldämpfer ist wirklich nicht zu hören!
Höhepunkt sind die markigen Sprüche der Kämpfer, wenn sie gerade einen Frag gelandet haben („Not in my country, you don’t!“). Insgesamt ist soundtechnisch alles in Butter, allerdings hätte ich mir in manchen Levels noch die UT – typische Mucke gewünscht.
Spiel mit mir
Kommen wir nun zum eigentlichen – dem Gameplay. Das realitätsgetreue Design von Strike Force erlaubt erbitterte Feuergefechte auf hohem Niveau. Das grashüpfergleiche Fortbewegen aus CS (hü-hüpf) funktioniert dank der auftretenden Erschöpfung nicht, jede Aktion muß noch mal überdacht werden. In hektischen Situationen ist genaues Zielen ohne Fadenkreuz nötig, zum manuellen Nachladen müssen sogar in den hitzigsten Fällen kühle Ecken gesucht werden – und nicht vergessen: Nach ein bis zwei Treffern beißt das virtuelle Ego bereits ins Gras. Das alles kombiniert macht Strike Force zu einem der spannendsten und herausfordendsten, aber auch arbeitsintensivsten Mods. Denn die großen Karten wollen erst mal in ausgiebigen Offline – Sitzungen erkundet werden. Während bei anderen Mods nach zwei Runden schon klar ist, wie man am schnellsten zum Ziel gelangt, steht bei Strike Force in den ersten Runden erst mal Orientierung auf dem Speiseplan.
Die Bots sind auf gewohntem UT – Niveau, keine Vollidioten, sondern manchmal sogar ernstzunehmende Gegner.
|
Fazit von Christian G.:
Strike Force fordert von Neueinsteigern einiges ab. Die vielen taktischen und spielerischen Neuheiten und Raffinessen wollen erst mal erlernt und verinnerlicht werden. Dann jedoch wartet auf den Spieler ein Taktikmonster, das locker mit CS mithalten kann. Allerdings gibt’s auch Kritikpunkte: Die Grafik ist noch längst nicht komplett (Clippingfehler etc.), die Levels sind manchmal zu ausufernd und sehr gerne bleibt die eigene Figur an irgendwelchen Kanten hängen. Zudem spielt sich das Ganze etwas zäher als Tactical Ops. Wem aber letzteres eh zu simpel war, der kommt an Strike Force nicht vorbei. Denn einmal verinnerlicht, bietet es höchst spannende Unterhaltung in bewährten Spielmodi und ist somit für viele Nächte gut. |
|
|
|
Wertung: |
| Grafik: |
         (8 / 10) |
| Sound: |
         (7 / 10) |
| Bedienung: |
         (8 / 10) |
| Spieltiefe: |
         (9 / 10) |
Multiplayer:
|
         (10 / 10) |
|
|
|
[ Andere MODs ]
|
|
|
|
|
|
|