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Review » Technomage[ 15. September 2001 20:30 ]
Screenshots
von Christian Gehlen

Wenn es ein Genre gibt, um das PC – Spieler die Konsoleros beneiden, dann sind es die Action – Adventures. Denn während z.B Nintendoisten Link auf einer fantastischen Reise durch Hyrule begleiten dürfen, bietet der PC „nur“ reine Rollenspiele oder Adventures. Sunflowers schafft Abhilfe: Technomage soll das typisch konsolige Spielvergnügen auf heimische PCs bringen.

Hüpfeinlage   Hüpfeinlage



Kinderfreundlich


Die Story ist recht nett. Auf Gothos leben zwei Rassen: Dreamer und Steamer. Während sich erstere der Magie bedienen, erledigen Steamer ihre Arbeit lieber mit Maschinen und eigener Hände Arbeit. Melvin, der Hauptcharakter des Spiels, ist als Kind eines Steamers und einer Dreamerin aufgrund seiner Mischgene in seinem Heimatdörfchen nun nicht gerade der beliebteste Mensch und wird plötzlich dafür verantwortlich gemacht, daß ein Erdbeben große Teile Steamervilles zerstört. Das kann der Jungspund nicht auf sich sitzen lassen und macht sich nun daran, den rätselhaften Erdstoß zu enträtseln.
Man ahnt es schon: Technomage setzt auf märchenhaften Flair und ist damit absolut vorschulkindergartentauglich. Das fängt bei der absolut keimfreien Gegnerschar an (Golems sind heutzutage fast an jeder Ecke anzutreffen) und hört bei den äußerst knuddelig gezeichneten Figuren auf. Eine Besonderheit, wie sie in der heutigen ich-bin-stolz-martialisch-zu-sein-Welle sicherlich ganz speziell auffällt. Allerdings sollte man auch nicht den Fehler machen und Technomage als Kinderspiel abtun.

Lichteffekte   Lichteffekte



Kamera... Action!


Die Steuerungsmöglichkeiten bei Technomage sind vielfältig. Konsolenmuffel können Melvin konsequent per Maus steuern, wobei das Spielen mit der Tastatur erheblich flotter von der Hand geht. Letztlich können sich auch Besitzer eines Gamepads austoben, um wirklich reelles Playstation – Feeling aufkommen zu lassen. So schön das auch alles ist – die Feinabstimmung der Kameraperspektiven hat Sunflowers verbockt. Zu oft muß man selbst nachkorrigieren, weswegen man anrauschende Feindwellen nur sehr spät bemerkt. Fünfzig Prozent meiner Ableben während des Tests kamen nur durch Kamerajustierung zustande.


Spannend inszeniert


Doch eigentlich wars das schon mit Gemeckere. Melvin startet in seinem Heimatdorf, dort wird der Spieler via Miniquests („Bring mal eben die Bücher zur Bibliothek!“) mit der Steuerung vertraut gemacht, im zweiten Spielabschnitt geht’s dann schon richtig zur Sache. Nachdem man sich mit Dolch und Schwert durch die Silbermine geprügelt hat, ist man nicht nur einige Erfahrungsstufen klüger, sondern lernt alsbald auch den ersten Zauberspruch. Und der wird in der Folgezeit oft gebraucht.

Sichtweite   Sichtweite

Action – Adventures wie die legendären Zelda – Spiele leben in erster Linie von ihren Quests. Auch, wenn es bei Zelda keine generellen Quests gibt, in Technomage gibt es die Dinger zu hauf. Angenehmerweise kombinierten die Designer hier die Faktoren Masse und Klasse, so sind teilweise Brocken dabei, an denen man schön zu knabbern hat, vor denen man jedoch nie kapitulieren muß. Was die Rätseldichte anbelangt, und die ist für ein Adventure von entscheidender Bedeutung, sammelt Technomage also Pluspunkte.
Sogar eine Liebelei ist mit in die Story eingeflochten. Talis heißt die Schöne, doch wie das halt so ist, verbringt die Herzdame den Tag mit in-Gletscherspalten-fallen und ähnlichen Sportarten, weswegen Melvin sie immer aus irgendwelchen Zwickmühlen befreien darf. Aufgelockert wird das Geschehen durch kleine Minispielchen wie z.B. die Käferrally, bei der man ein kleines „Auto“ – Rennen gewinnen muß. Allerdings erinnern die Ausmaße der Strecke eher an eine Carrerabahn, aber seien wir ehrlich: Das gehört doch irgendwie zum knuffigen Flair des Spiels.
Sunflowers hat es zum Glück geschafft, Technomage so zu designen, daß der Spannungsbogen selten unter erträgliche Werte absackt.

Melvin   Melvin



Grafisch gelungen


Pluspunkte sammelt das Spiel weiter bei der Technik. Gerade die Lichteffekte sind sehr gelungen, die märchenhafte Grafik sorgt für viel Atmosphäre, ist liebevoll detailliert und sehr schön anzuschauen. Abgesehen von der bereits angesprochenen Kameramacke wird dem Spieler viel geboten, auch wenn man in manchen Momenten die Planquadrate herauswabern sehen kann, in die die Designer die Spielwelt beim Texturenkleben unterteilt haben.
Der Sound steht dem in nichts nach. Die Synchronsprecher machen ihre Aufgabe zuweilen hervorragend, die Hintergrundmusik ist wunderbar atmosphärisch. Technisch gesehen hat Technomage also wie spielerisch viel Licht, aber auch ein wenig Schatten.



Fazit von Christian Gehlen:

Sunflowers, das habt Ihr im Großen und Ganzen fein gemacht. Wäre da nicht die dämliche Kamera, könnte man sich gar nicht mehr von Technomage losreißen. Grafisch ein kleines Staunen entlockend, überzeugt der Titel mit einer kompakten Story und einer Fülle an spannenden Quests. Das Spiel ist an manchen Stellen fordernd, aber nicht zu schwer, und endlich gibt es mal ein anständiges Action – Adventure mit ordentlicher Sprachausgabe. Zusammen mit der fesselnden Märchenatmosphäre ergibt das ein kleines Highlight, das nur aufgrund seiner Steuerungsmacke mit der Kamera nicht weiter auf der Wertungsskala kraxeln kann.


Technomage  (Review) Sunflowers
Empfohlenes System: P2/450, 64 MB RAM, Direct 3D

Wertung:
Grafik: (8 / 10)
Sound: (8 / 10)
Bedienung: (6 / 10)
Spieltiefe: (8 / 10)
Multiplayer:

(0 / 10)
 
Gesamt:

80%

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