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Report » Test: Super Mario Advance[ 13. Juli 2001 14:02 ]
von Martin Schneider

Einer der Launchtitel ist Super Mario Advance. Was wäre auch eine Nintendo-Konsole ohne Mario-Spiel zum Launch? Wer allerdings ein ganz neues Spiel erwartet, der liegt falsch. NES- und SNES-Usern kennen die beiden Mario-Teile, die auf das Modul gespeichert wurden. Es handelt sich um Super Mario Bros. 2 und Mario Bros., den beiden aus der Reihe tanzenden Spiele der Mario-Reihe.


Super Mario Bros. 2


Das Hauptspiel ist ganz klar der 2. Teil der SMB-Serie. In Japan heißt das Spiel allerdings Super Mario Bros. USA, da es nicht wirklich die Fortsetzung des ersten Teils ist. Im Gegenteil, das Spiel stellt eine Besonderheit dar.
Aber zuerst mal zur Story, die wieder mal J&R-typisch ist. Mario träumt von der Welt Subcon. Er sieht ein großes schönes Land voller Idylle. Aber plötzlich spricht eine Stimme zu ihm "Hilfe, Mario, befreie uns. Wart hat uns verwandelt. Bitte besiege ihn und seine Kreaturen". Dann wacht er auf, grübelt ein wenig drüber und schläft wieder ein. Am nächsten Tag macht er mit Peach, Luigi und Toad ein Picknick. Die vier finden eine Höhle vor, in die sie hineingehen und dort eine Tür öffnen. Und auf einmal sieht Mario die Welt, die er im Schlaf schon sah.
Die Aufgabe des Spielers ist klar: Wart besiegen und so die Subcon wieder in seinen Urzustand bringen. Dazu kann man zwischen den vier oben genannten Charakteren wählen. Aber sie unterscheiden sich nicht nur äußerlich, sondern auch in den Fähigkeiten springen, laufen und Kraft. Mario ist, wie in den meisten Spielen, der Allrounder. Luigi kann am höchsten springen, ansonsten sind seine Fähigkeiten unterdurchschnittlich. Toad hat zwar die geringste Sprungkraft, ist aber dafür der Kräftigste und Schnellste der Gruppe. Peach kann etwas höher springen als Toad, aber sie ist die schwächste und langsamste. Dafür kann sie für ein paar Sekunden in der Luft schweben, was einem schonmal über die eine oder andere brenzlige Stelle hinwegbringen kann.
Insgesamt gibt es 7 Welten. Die ersten 6 Welten haben jeweils 3 Levels, die letzte Welt nur 2. Dabei ist Abwechselung da. Es geht über grüne Wiesen, braune Wüsten und blaue Eislandschaften. Am Ende einer jeden Welt wartet ein Endgegner, den es zu besiegen gilt. Ist der ersten Welt muss man etwa eine bombenwerfende Maus besiegen.
Die Gegnerbekämpfung wird für Nichtkenner des NES-Teils anfangs gewöhnungsbedürftig sein. Wenn man nämlich auf einen Gegner springt, ist er nicht besiegt, sondern trägt den Held munter durch das Level. Der Spieß kann aber auf Knopfdruck umgedreht werden, dann wird der Gegner auf einmal von der Spielfigur getragen. Ein weiterer Druck auf dieselbe Taste und der Feind wird einfach weggeworfen. Trifft man einen anderen Gegner, sind beide besiegt. Eine andere Möglichkeit ist, Gemüse aus dem Boden zu ziehen und damit alles zu bewerfen. Werden mehrere Feinde mit einem Gemüse getroffen, so erscheint ein Herz, was die Lebensleiste wieder auffüllt. Sonstige Gegenstände sind etwa Kirschen (wenn man 5 einsammelt, erscheint ein Stern, durch den man unverwundbar wird), Zaubertränke (öffnen die Tür zu einer Parallelwelt) und Bomben (explodieren nach einigen Sekunden). Extraleben-Pilze gibt es auch, aber die sind doch eher selten zu finden.
Die Kenner von Super Mario Bros. 2 wissen natürlich alles, was ich gerade schon geschrieben habe. Die Frage, was sich gegenüber der NES/SNES-Version getan hat, wird gestellt. Einige Änderungen gibt es sogar. Die Levels sind zwar genauso aufgebaut wie die der alten Versionen, aber Neues gibt es auch. Zum Beispiel hat man die Möglichkeit, Riesengemüse zu ziehen. Es dauert allerdings etwas länger, bis man es aus dem Boden ziehen kann. Ebenso gibt es auch größere Gegner. Wenn man die wirft, bekommt man bereits ein Herz zurück. In den Levels sind außerdem 5 Ass-Münzen versteckt. Wenn man alle 5 einsammelt, bekommt man ein Extraleben. Außerdem lässt sich nur so das Spiel perfekt lösen. Und wenn man das Spiel einmal durchgespielt hat, kann man die Levels frei anwählen, um die Yoshi-Challenge zu lösen. Dort gilt es, zwei Yoshi-Eier pro Level zu finden.
Technisch zeigt sich das Spiel von einer guten Seite. Das Spiel sieht genauso aus wie die SNES-Variante, was für einen Handheld schon ne Leistung ist. Außerdem gibt es Sprachausgabe, was es auch noch nicht auf sovielen Handheldtiteln gab, wenn überhaupt. Klar, technisch ist eigentlich mehr drin mit dem GBA, aber für einen Launchtitel ist es nicht schlecht. Wem eine bessere Technik wichtiger ist, der soll zu Tony Hawk's Pro Skater 2 greifen. Der Schwierigkeitsgrad soll zum Schluss auch noch erwähnt werden: Das Spiel ist ziemlich schwer. Für Gelegenheitsspieler sind die späteren Level schon ne harte Nuss, und auch Profis werden am Spiel zu knabern haben. Wer das Spiel allerdings auf einer der anderen Konsolen durchgespielt hat, wird es auch auf dem GBA wieder schaffen. Wenn man weiß, wie und auch noch ein bisschen Glück hat, dann ist das Spiel aber durchaus in 7 Stunden (oder sogar noch weniger) schaffbar. Die Steuerung ist gut und gibt volle Kontrolle über die Helden.


Mario Bros.


Das deutlich ältere Spiel von beiden. Aber Mario-Freunden wird es nicht unbekannt sein. Das Spielprinzip ist simpel: Aus den Röhren rechts und links kommen immer wieder Insekten und anderes Geviech. Einzige Möglichkeit, sie auszuschalten, ist von unten gegen den Weg zu springen, auf dem der Feind langgeht. Zusätzlich kann man auf noch einige Male den POW-Block stoßen. So wird der gesamte Level erschüttert. Hört sich langweilig an, und wird es auch nach einiger Zeit. Einzelspieler werden den Titel nicht lange spielen, da er wirklich sehr abwechselungsarm ist. Das einzige, was diesem Titel das Überleben auf dem Modul sichert, ist der Mehrspielermodus. Mit bis zu vier Spielern darf man gegeneinander und gegen die Gegner losgehen. So kann z.B. seinen besten Freund in eine Mülltonne stecken und ihn so für kurze ausschalten. Im Mehrspielermodus zeigt sich, dass der Titel (trotz des hohen Alters) immer noch eine Daseinsberechtigung hat. Technisch gesehen ist das Spiel aber eher unteres Mittelmaß. Die Hintergründe sind teilweise nett anzuschauen, aber ansonsten sieht alles eigentlich immer gleich aus. Sprachausgabe gibt es hier natürlich auch wieder.


Fazit von Martin Schneider:

Super Mario Advance ist für Nostalgiker interessant und einen Blick wert, auch Profis, die Super Mario Bros. 2 noch nie gespielt haben, können zugreifen. Der Rest sollte zumindest probespielen, denn das Spiel ist nicht jedermanns Sache. Für Leute, die öfters mal den Mehrspielermodus nutzen wollen, ist das Modul auch interessant, denn Mario Bros. bietet schon viel Spaß mit 4 Leuten. SMA ist spielbar, aber (auch aufgrund des Alters der beiden Spiele) nicht der Renner. Hoffentlich gibt es bald das erste "echte" Mario-Spiel für den GBA.


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