Ihr denkt, der zweite Weltkrieg wäre längst vorbei? Nicht auf dem Computer! Nachdem immer mehr Publisher und Entwickler das Szenario des zweiten Weltkrieges für sich entdecken, schickt Euch nun Electronic Arts mit Battlefield 1942 zurück in die großen Schlachten des zweiten Weltkrieges. Und das hauptsächlich zusammen und gegen andere menschliche Mitspieler in hitzigen und spannenden Multiplayerschlachten.
| | Als Bordschütze hält man Gegner vom Flugzeug fern. |
Da das Spiel hauptsächlich für Multiplayer Partien ausgerichtet wurde, hat man den Singleplayermodus bewusst im Hintergrund gehalten. Hier kann man alle 16 Maps auf Seiten der Alliierten oder der Achsenmächte nacheinander durchspielen. Vor einer neuen Mission gibt es ein kleines Briefing mit Infos zur Karte und der entsprechenden Operation. Außerdem lassen sich u.a. Schwierigkeitsgrad und den KI-Level der Gegner einstellen. Damit man nicht alleine auf den großen Karten umherläuft, begleiten den Spieler Bots, die mehr oder weniger klug agieren, je nachdem mit welcher Schwierigkeitsstufe das Spiel läuft. Apropos Karten, für reichlich Abwechslung ist gesorgt, denn der Spieler besucht u.a. Inseln im Südpazifik (Midway), zerstörte Städte (Stalingrad), die aus Filmen bekannte Brücke von Arnheim und die Wüste Nordafrikas.
| | Mit den auf den Maps verteilten Flak-Kanonen holt man feindliche Flugzeuge vom Himmel. |
Alle Maps wurden vom schwedischen Entwickler Dice sehr gut umgesetzt und sehen sehr schön aus. Durch die eigens entwickelte Engine ist es auch möglich Land-, Luft- und Seeeinheiten miteinander zu kombinieren, wodurch ein bisher einzigartiges Teamspiel entsteht. Auf den einzelnen Karten gibt es meist mehrere kleine Häuser oder Barracken mit dazugehörender Flagge, die erobert werden muss. Die Größe der Maps wirkt sich dabei nicht auf den Spielspass aus, weil man nach dem virtuellen Ableben zwischen den eigenen Startpunkten, die jeweils bei einer eroberten Flagge liegen, wählen kann und durch die Vehikel auch wieder schnell zur Front kommt. Dort knallt es dann im wahrsten Sinne des Wortes. Dem Spieler fliegen dort Panzer- bzw. Artilleriegeschosse, Panzerabwehrraketen, Flugzeugbomben und MG-Kugeln nur so um die Ohren, es kracht also gewaltig. Die Explosionen sind schön in Szene gesetzt und schleudern die Fahrzeuge oder Soldaten bei einem Treffer in umittelbarer Nähe regelrecht durch die Luft. Allerdings hat diese ganze Pracht seinen Preis, denn man muss vor dem Spielbeginn meist mehr als eine Minute warten, bis die Map fertiggeladen wurde. Danach ist allerdings flüssiges Spielen möglich und wenn die gewählte Karte nochmal gespielt wird, muss sie nicht neu geladen werden.
| | Um die Luftunterstützung des Gegners zu schwächen, zerstören wir den Flugzeugträger. |
Battlefield 1942 bietet im Multiplayermodus insgesamt 4 Spielmodi, nämlich Deathmatch, Capture the Flag, Cooperative und Conquest. Im Cooperative Modus geht es zusammen mit anderen Mitspielern zusammen an die Front. Spieler können sich dabei beiden Seiten anschliessen und werden von Bots unterstützt. Der Conquest Modus ist das Herzstück des Spiels und wird auch im Singleplayermodus benutzt. Zu Beginn des Spiels bekommt jedes Team eine bestimmte Anzahl an Tickets gutgeschrieben. Wird der Spieler oder einer seiner Mitspieler getötet, dann wird ein Ticket vom Konto abgezogen. Einen dauerhaften Abzug gibt es, wenn der Gegner mehr als die Hälfte der auf der Map verteilten Flaggen eingenommen hat. Deshalb sollte man im Team taktisch vorgehen und bestimmte Punkte bei anrückenden Feinden gut verteidigen, denn auch dem Gegner werden bei Flaggenüberzahl Tickets abgezogen. | Ein weiterer Anreiz zum Kampf ist die Tatsache, dass sich die „Eintrittskarten“ zum Spielfeld nicht wieder erneuern und wenn das Konto die 0 erreicht hat, ist das Spiel vorbei und eines der beiden Teams geht als Sieger hervor. Zum Erreichen dieses Ziels stehen dem Spieler 5 verschiedene Soldatenklassen zur Verfügung. Als Aufklärer mischt man die feindliche Infanterie mit dem Scharfschützengewehr auf und sucht per Fernglas Ziele für die eigene Artillerie. Wer gerne feindliche Fahrzeuge sprengt, darf den Panzerabwehrsoldaten wählen und mit der Panzerfaust auf die Jagd gehen. Des weiteren gibt es noch die Spielerklassen Sturmtruppen, Sanitäter und Ingenieur.
| | Vom Schiff aus säubern wir den Strand für unsere Landungsboote. |
Keine Lust auf lange Fußmärsche? Kein Problem, dann nimmt man einfach eines der vielen Fahrzeuge. Neben Panzern und Jeeps steuert der Spieler auch Flugzeuge und sogar Kreuzer und Flugzeuträger. Von letzterem können sogar Kampfjäger starten oder Landungsboote abgesetzt werden. Damit die Mitspieler nicht alleine unterwegs sind, besitzt jedes Fahrzeug mindestens zwei freie Plätze, die von einem weiteren Mitspieler eingenommen werden können. Beim Panzer z.B. kann ein Soldat aufsteigen und das Maschinengewehr auf dem Dach bedienen. Neben den ganzen Vehikeln gibt es aber auch noch stationäre Geschütze, die man übernehmen kann. Mit dem Dauerbeschuss eines Strandgeschützes kann man sogar einen Flugzeugträger früher oder später knacken. Zur Flugzeugabwehr stehen Flakkanonen zur Verfügung, die sich bei richtigem Zielen als äußerst effektiv erweisen. Schließlich wären da noch die bekannten, fest installierten Maschinengewehre, die anrückende Infanterie schnell durchsieben. All dies ist aber praktisch nutzlos, wenn in einem Team nur Einzelgänger spielen. In Battlefield 1942 ist Teamspiel Pflicht, um eine Runde gewinnen zu können. Insgesamt können über 32 Spieler an einem Spiel teilnehmen, allerdings sollte dafür schon ein ISDN- oder DSL-Anschluss vorhanden sein. Bei bis zu 16 Spielern genügt laut den Entwicklern auch noch ein 56k Modem.
| | Vom Flugzeugträger geht es Richtung Einsatzgebiet. |
Der Sound des Spiels ist gut gelungen. Besonders die Musik im Hauptmenü ist sehr gut gewählt und passt zum Thema des Spiels. Während der Gefechte gibt es aber leider keine Hintergrundmusik. Dafür klingen die Waffen- und Hintergrundgeräusche sehr authentisch. Bemerkt man z.B. ein Flugzeug nicht und hört danach ein pfeifen, ist es meist schon zu spät und die Bomben schlagen ein. Ist ein Schiff kurz vor dem sinken, ertönen Alarmsignale und der Spieler sollte dann schnellstmöglich mit dem Flugzeug starten oder sich mit einem der Landungsboote abseilen, um sich zu retten. Die Soldaten auf dem Schlachtfeld kommunizieren untereinander in ihrer eigenen Landessprache. Die sorgt für weitere Atmosphäre, da man sich hier u.a. auf Seiten der Alliierten eine deutsche Übersetzung mit englischem Akzent gespart hat.
| | In der Wüste nehmen wir den Feind mit dem MG vom Panzer ins Visier. |
Die Tastenbelegung des Spiels kann in den vorgegebenen Kategorien „Allgemein“, „Infanterie“, „Land & Wasser“ und „Luft“ frei konfiguriert werden. Für die Flugzeugsteuerung ist hier ein Joystick empfehlenswert, denn mit Maus und Tastatur kann man die Flugzeuge nur sehr schwer steuern. Aber auch mit dem Steuerknüppel sollte man erstmal richtig fliegen lernen, bevor es in die Luftschlachten und Bombardements geht.. Für jede der Kategorien ist zusätzlich die Mausempfindlichkeit unabhängig voneinander einstellbar, um so die Reaktionsgeschwindgkeit z.B. für Fahrzeuge höher einzustellen als für die Infanterie.
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