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| 08. Mai 2003 | 10:33 | Review |
Ihr kennt das sicher: Gerade eben habt Ihr noch im Büro einer erfolgreichen jungen Firma gearbeitet, und plötzlich werdet Ihr entlassen. Am Monatsende müsst Ihr Eure Sachen packen, dann ist endgültig Feierabend. Läßt man einen Rauswurf so einfach über sich ergehen? Nein! Und was haben wir im Psychotraining für angehende Manager gelernt? Was ist in so einer Situation das stilvollste, um abzudanken? Richtig! Rache! Pure, unverblümte und hingebungsvolle Rache an allen – dem Chef, den Mitarbeitern, der Firma an sich und natürlich am Bürogebäude samt Inventar.
Blackstar, der deutsche Developer aus Worms, dem wir auch Managementperlen wie „Software Tycoon“ (grusel...) zu verdanken haben, ist vor einigen Wochen Pleite gegangen. Inwiefern das ein Verlust für die deutsche Spieleindustrie ist, lässt sich sicherlich noch nicht abschätzen. In ihren letzten Zügen hat Blackstar aber noch „Gefeuert!“ auf den Markt geschmissen und zeigt damit leider, dass man Blackstar keine Träne nachweinen muss. Liest sich die Hintergrundstory im oberen Abschnitt noch ganz passabel, so ist das als „Rachesimulation“ titulierte Spiel ein debiles Vergnügen primitiverer Art auf „Pulleralarm“-Niveau.
| | Noch ist alles friedlich... |
Ihr taucht an Eurem letzten Arbeitstag in Eurer Firma auf. Die Büros sind erfüllt mit dem Tackern der Tastaturen, rumhetzenden Mitarbeitern auf dem Flur und gelegentlich auch einem Chef oder Hausmeister. Wie also Rache üben? Ganz einfach: Indem Ihr so viele Gegenstände zerstört, wie nur irgend möglich. Das geht steuerungstechnisch ganz einfach mit der Maus: Haltet die rechte Taste gedrückt, dann könnt Ihr Euch durch die Gänge bewegen. Leuchtet ein Objekt weiß auf, kann es mit der linken Maustaste angeklickt werden: Ihr seht dann, was Ihr alles mit dem Ding anstellen könnt. Die gewünschte Aktion wählt Ihr durch einen weiteren Mausklick aus. Während Euer Alter Ego die Einrichtung demoliert, seht Ihr am unteren Bildschirmrand eine Stoppuhr, die Euch anzeigt, wie lange der Zerstörungsvorgang noch andauert. Laßt Euch dabei nicht erwischen!
Also gehen wir als erstes hin und legen den Fileserver lahm, bevor wir auf sämtlichen Firmen-PCs Viren installieren oder die Platten formatieren.
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Sämtliche Poster und Aushänge der Geschäftsführung werden von den Wänden gerissen, die Toiletten werden mit meterweise Klopapier „dekoriert“ und wenn da schon mal ein Putzeimer steht, kann man den auch umtreten. In der Küche überhitzen wir Herd und Wasserkocher, treten den Kaffeeautomaten zu Klump, entfernen den Abwasserschlauch der Spülmaschine und vertauschen Zucker und Salz. Dann nehmen wir uns die Büros der Mitarbeiter vor: Wir zerbrechen
| | Nur, wer sich Symbole merken kann, kann sich auch rausreden |
massenweise Stifte, missbrauchen Teddys als Voodoopuppen, klauen Tesafilm, Zigaretten und was sonst noch alles. Manche Aktionen lassen sich auch kombinieren: Mit Tesafilm lassen sich Computertastaturen zukleistern, der Liebesbrief des Chefs, den wir aus einer Handtasche klauen, pinnen wir an die Pinnwand, die Zigaretten rauchen wir einfach mitten im Gang mit dem geklauten Feuerzeug, über den Laserbeamer werfen wir den neuen Heimporno des Chefs an die Wand und so weiter.
Absoluter Höhepunkt: Wer etwas trinkt, kann danach mitten in die Flure und Büros pinkeln. Wer mitten ins Büro des Chefs strullert, kriegt noch mal einige Extrapunkte.
Doch Vorsicht: Laßt Euch nicht erwischen! Wenn Euch ein Mitarbeiter ertappt, wechselt die Ansicht. Ihr seht dann einen Screen, in dem Euch Euer (Ex-) Kollege Schimpfwörter in Form von farbigen Symbolen an den Kopf wirft. Ihr müsst 3x erfolgreich kontern, indem Ihr mit gleichfarbigen Symbolen in der richtigen Reihenfolge antwortet. Gelingt Euch das dreimal, habt Ihr Euch rausgeredet, misslingt es Euch dreimal, ist die Runde vorbei. Euer Gegenüber scheint alles vergessen zu haben – so latscht Euer Chef seelenruhig durch Eure Pipipfütze in seinem Büro und flucht darüber, dass irgendein Irrer Spülmaschinentabs in sein Aquarium geworfen hat.
Bis man die paar Levels durch hat, die „Gefeuert“ bietet, vergehen vielleicht drei oder vier Stunden. Daß das Spiel nicht zu mehr als zum Mittagspausentotschlagen dient, wissen die Entwickler selbst laut Werbung. Allerdings frage ich mich, wer so was im Büro in der Mittagspause spielt.
| | Pissen ist Macht... oder so... |
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Fazit von Christian Gehlen:
Spielerisch anspruchslos, grafisch stümperhaft, musikalisch billige Fahrstuhl-08/15-Durchschnittsware. „Gefeuert“ bietet gar nichts, was einen Kauf rechtfertigen würde. Der derbe Fäkalhumor sorgt denn eigentlich auch mehr für Verzweiflungstöne als Freundenschreie, und nach dem vierten Level hat man auch schon alle Gemeinheiten ausprobiert, die es zu sehen gibt. Eine originelle Idee für ein Mittagspausenspiel, die allerdings an der grauenhaften Umsetzung scheitert – und das gleich in dreifacher Hinsicht: Spielerisch, technisch und humoristisch. Wer es unbedingt mal spielen will, sollte sich die Demo besorgen, aber einen Kauf rechtfertigt das hier Gebotene auf keinen Fall. |
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Wertung: |
| Grafik: |
         (4 / 10) |
| Sound: |
         (3 / 10) |
| Bedienung: |
         (5 / 10) |
| Spieltiefe: |
         (2 / 10) |
Multiplayer:
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         (0 / 10) |
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Titel direkt bestellen... |
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| Christian Gehlen |
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