|
|
 |
 |
 |
 |
| 11. Januar 2003 | 17:11 | Review |
Es herrscht der erste Weltkrieg. Und das nun seit 50 Jahren! Kann nicht sein? Doch! In einem Paralleluniversum hat der zweitgrößte Krieg der Menschheitsgeschichte 1964 immer noch nicht geendet. Die Welt ist in der Mitte geteilt. Die Front verläuft quer durch Deutschland. Osttruppen kämpft gegen die des Westenun ihr seid mittendrin. Als westlicher Offizier erhält man den Auftrag, eine feindliche Waffenfabrik zu infiltrieren, was aber nur die Einführung in eine recht interessante, wenn auch langsam voran kommende Story ist.
| | Während sich die Landschaftsgrafiken des Spiels durchaus sehen lassen können... |
Düster
Das Spiel beginnt in einer allierten Schützengrabenbasis, in der man zunächst mit der nötigen Ausrüstung bestückt wird, bevor es danach direkt an die Front geht. Bereits das eigene Lager verbreitet durch gute Umgebungsgrafiken eine bedrückenden Stimmung. Düstere Lichtverhältnisse, zerfallene Bauten und triste Farbgebungen dominieren das Gesamtbild. Noch besser wird der Eindruck an der Front selbst: kilometerlange Schützengräben und tiefe Krater zerpflügen die kargen, vom Krieg gezeichneten Landschaften.
| | ...verschrecken die Charaktermodelle der Gegner durch niedrige Polygonzahlen und schlechte Texturen. |
Hier weiss die, eigens von den Entwicklern 4x Studio programmierte, Phoenix-Engine besonders zu überzeugen. Auch spätere Schauplätze des Spiels, wie Fabrikanlagen, Städte und Bunker sehen gut aus und erhalten die kalte, trostlose Atmosphäre stets am Leben. Getrübt wird dieser zunächst gute Grafikeindruck nachdem man erste Charaktermodelle gesehen hat: Viel zu wenig Polygone, holprige Animationen und schlechte Texturen zeugen von lieblosen Design. Sogar Shooter die schon einige Jahre auf dem Buckel haben, wie beispielsweise Half-Life, bieten hier eine bessere Optik! Auch einige Effekte hätten spektakulärer ausfallen können: so wirken Explosionen teilweise wie Sylvester-Böller und die schlechten Splattereffekte hätte man sich ganz sparen sollen.
| | Ein Panzer im Visier unseres Scharfschützengewehrs. |
Ballern, ballern, schleichen
Vom Gameplay her wird meistens geradlinige Action geboten, in der man sich gegen allerlei Feind behaupten muss. Normalerweise hat man es mit Standartsoldaten oder Kampfhunden zu tun, später kommen stark gepanzerte Eliteeinheiten dazu. An einigen Stellen muss man sich sogar gegen riesige Panzer und Helikopter zur Wehr setzen. Auch wenn sich die Gegner meist nur in der Bewaffnung voneinander unterscheiden, wird der Kampf gegen sie, dank abwechslungsreichem Leveldesign zu keiner Zeit langweilig. Kämpfe in Häusern, Schützengräben, Bunkeranlagen, Fabriken und in verwüsteten Gebieten stehen an der Tagesordnung. Mal muss man sich mit feindlichen Scharfschützen auseinander setzen, mal ganze Horden anstürmender Feinde mit einem stationären MG ausschalten. Neben der obligatorischen „Ducken“-Taste, verfügt unser Held noch über die Fähigkeit hinzulegen, was vor allem in weiten Gebieten mit unzureichender Deckung viel Lebensenergie spart.
|
| | Der Schrecken des Krieges: für diese Kameraden kommt jede Hilfe zu spät. |
Oft zahlt sich der gezielte Einsatz von Handgranaten aus, um verschanzte Feinde zu erreichen. Hierbei kann man zwischen vier verschiedenen Granaten wählen: die normale Handgranate eignet sich gut für kleinere Ansammlungen leicht gepanzerter Gegner. Die Cluster-Granate explodiert zunächst in mehrere kleine Bomben, die dann nochmals Schaden anrichten und eignet sich damit sehr gut gegen große Feindansammlungen. Die Betäubungsgranate versprüht ein benebelndes Gas, welches den Betroffenen stark am Zielen hindert. Zu guter letzt gibt es noch die Giftgasgranate, welche zwar nur langsam aber dafür großflächig wirkt.
Doch zum bekämpfen der Gegner stehen dem Spieler natürlich nicht nur Granaten zur Verfügung. Auch in 50 Jahren Krieg gibt es wissenschaftlichen Fortschritt, was dazu führte, dass die Ausrüstung seit 1914 natürlich immer moderner wird. Wer denkt, er müsse sich mit altmodischen Schießprügeln des ersten Weltkriegs begnügen, der irrt sich gewaltig. Scharfschützengewehre verfügen über hochmoderne Laservisiere, Schnellfeuerwaffen gibt es in den verschiedensten Ausführungen und sogar Raketengewehre sind mit von der Partie. Jede Waffe hat hierbei ihre individuellen Stärken und Schwächen. So verfügt das Sturmgewehr zwar über eine außerordentlich hohe Feuerrate, lässt dafür aber in Sachen Zielgenauigkeit schwer zu wünschen übrig. Das Scharfschützengewehr hingegen eignet sich perfekt um Gegner auf weite Distanz mit nur einem Schuss auszuschalten, hat aber nur eine Magazinkapazität von fünf Schuss und eine geringe Feuerrate. So gibt es für jede Situation eine entsprechende Waffe, was zudem für Abwechslung sorgt.
| | Zusammen mit allierten Soldaten stürmen wir eine vom Feind besetzte Ruine. |
Neben viel Blei in der Luft gibt es auch die ein oder andere Schleicheinlage in denen man unbemerkt an feindlichen Wachen und Alarmstellungen vorbei kommen muss. Besonders hierfür eignet sich die optionale Third-Person-Perspektive in der man über die Schultern des Helden blicken kann.
Rattattattatta
Soundeffektmäßig bietet der Shooter solide Kost. Waffen-, Explosions- und Umgebungsgeräusche sind gut gelungen und tragen zur gelungenen Kriegsatmosphäre bei. Auch die Sprachausgabe, je nach Natonalität der Soldaten in unterschiedlichen Sprachen, kann überzeugen.
Multiplayer
Wer die Kampagne durchgespielt hat, kann sich mit bis zu 16 Mitspielern auf acht Multiplayerkarten austoben. Zur Auswahl stehen hier vier Spielmodi die über das standartmäßige Deathmatch und Teamdeathmatch sowie Capture the Flag noch den Isolation Case-Modus. In letzterem treten zwei Teams gegeneinander an. Um Punkte zu machen müssen beide Parteien den Isolation Case, der zufällig im Level plaziert wird, finden und diesen dann in die gegnerische Basis zu bringen.
Das Spiel umfasst 2 CDs und kommt in einer DVD-Hülle daher. Die Anleitung, die lose zwischen den beiden CDs in der DVD-Hülle liegt, ist nett gestaltet und ausreichend Informationen zu Bedienung, Waffen und Szenario des Spiels.
| | Hin und wieder nimmt man Platz hinter stationären Geschützen, die über eine besonders Hohe Feuerkraft verfügen. |
|
Fazit von Stefan Lehmler:
Wirklich gelungen ist in Iron Storm das Szenario und dessen Umsetzung. Die düstere Atmosphäre wird das ganze Spiel über aufrechterhalten und vermittelt dem Spiel ein einzigartiges Flair. Das unverbrauchte Szenario tut dem Spiel merklich gut und separiert es von Konkurenzprodukten. Die Waffen selbst sind zwar nicht sonderlich originell, dafür aber gut ausbalanciert um für jede Situation die entsprechende Bleispritze zu stellen. Sehr geärgert habe ich mich über die lieblos designten und texturierten Charaktermodelle, da die Engine ansonsten eine durchaus gute Optik auf den Schirm bringt. Auch kämpft das Programm in der Version 1.0 mit einigen, teils schwerwiegenden, Bugs, weshalb es nach der Installation erst einmal gepatcht werden sollte. Zusammenfassend ist zu sagen, dass Iron Storm solide Actionkost mit einer soliden Grafik und einem soliden Mehrspielermodus bietet. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Alle Actionfans welche die neusten Toptitel bereits durchgespielt haben und nach neuem Futter suchen, sollten sich den Titel einmal ansehen.
|
|
|
|
|
Wertung: |
| Grafik: |
         (6 / 10) |
| Sound: |
         (7 / 10) |
| Bedienung: |
         (9 / 10) |
| Spieltiefe: |
         (6 / 10) |
Multiplayer:
|
         (7 / 10) |
|
Titel direkt bestellen... |
| |
| | Nicht im Game-And-Fun.de - Sortiment |
|
|
|
|
|
| Stefan Lehmler |
|
 |
 |
 |
|
» Keine weiteren Artikel zu diesem Thema vorhanden!
|
|
|