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| 23. April 2003 | 08:57 | Review |
Wir schreiben das Jahr 1945, die deutsche Wehrmacht steht kurz vor ihrer Kapitulation, doch obwohl die Lage aussichtslos ist, schmieden hohe Nazioffiziere schon Pläne für die Zukunft. Einer von ihnen ist der Oberst Gospic, der große Mengen an Geld aus dem Land schafft. Was er damit vor hat erfahrt ihr im Laufe der Handlung des dritten Teils der Rainbow Six Serie.
Obwohl der Beginn der Geschichte weit in der Vergangenheit liegt, geht es für Euch erst im Jahr 2005 richtig zur Sache. Faschistische Paramilitärs haben eine Raffinerie in Venezuela überfallen und nun muss Euer Elite Team diese Terroristen neutralisieren.
Abwechslungsreiche Missionen?
Diejenigen unter Euch, die schon die ersten beiden Teile von Rainbow Six durchgespielt haben, werden auch bei Raven Shield nicht viel neues entdecken. Genau genommen gibt es nur 4 verschiedene Arten von Missionen. Entweder müsst Ihr Geiseln retten, die Explosion von Bomben verhindern, jemanden gefangennehmen oder einfach nur alle Terroristen erledigen. Durch die unterschiedliche Kombination dieser Grundtypen kommt es aber zu sehr abwechslungsreichen Missionen.
| | Zum Glück haben wir unsere Winterbekleidung dabei! |
Gameplay
Wie sich eine solche Mission spielt, kann man am besten an einem Beispiel erklären. In der Mission "Schatten des Löwen" geht es darum Geiseln aus einem Bankgebäude zu befreien und die Vernichtung von sensiblen Daten zu verhindern. Zu Beginn einer jeden Mission erhaltet Ihr erstmal ein Briefing, in dem Euch die Lage erklärt wird und Ihr noch verschiedene Tipps bekommt. Danach geht es dann an die Planung der Mission. Ihr müsst Euer Team zusammenstellen, die richtigen Waffen und die passende Ausrüstung wählen und dann jedem der bis zu 3 Teams Wegpunkte vorgeben. Dank des überarbeiteten Planugssystems ist es jetzt auch keine Problem komplizierte Aufgaben wie "Öffne die Tür, werfe Blendgranate und stürme den Raum" schnell an die einzelnen Teams zu verteilen. Auch im Spiel könnt Ihr den Mitgliedern Eures Teams ganz schnell Befehle geben. Seht Ihr zum Beispiel eine Tür, die Ihr öffnen wollt, so müsst Ihr nicht zwangsläufig dahin laufen, sondern müsst einfach nur mit dem Fadenkreuz drauf zeigen und die "Benutzen"-Taste drücken, euer Teammitglied wird nun auf Befehl die Tür öffnen.
Wem diese ganze Planerei nicht liegt, kann auch auf einen vorbereiteten Plan zurückgreifen. Pro Mission gibt es zwei davon, einen actionlastigen mit meist nur einem Team und einen "richtigen" mit verschiedenen Teams und vielen Wegpunkten.
Nach der Planungsphase geht es weiter zur eigentlichen Action. Wer jetzt denkt er könnte nach Herzenslust ballern, der irrt. Meist ist bedachtes und vor allem getarntes Vorgehen nahezu Pflicht. Entdeckt Ihr zum Beispiel die Terroristen zu früh kann es sein, dass sie die Geiseln töten oder, wie in dem Falle der oben beschriebenen Mission die Beweise vernichten. Am besten klärt man also erst mal die Lage auf und sucht nach Schwachstellen in der Verteidigung. In der Mission "Schatten des Löwen" wäre diese Schwachstelle zum Beispiel ein Seiteneingang des Bankgebäudes. Eine Rauchgranate deckt unseren Vorstoß und eventuell auftretende Gegner werden schnell und leise mit schallgedämpften Pistolen erledigt. Dann geht es weiter, eine Geisel ist im Schalterraum der Bank, auf einem Gang über der Geisel entdecken wir drei Terroristen, die, falls sie uns entdecken, keine Hemmungen haben werden die Geisel zu erschießen. Jetzt ist also Timing und Schnelligkeit gefragt. Nachdem wir die erste Geisel gesichert haben geht es weiter zur Bibliothek der Bank, auch dort müssen wir schnell sein, um zu verhindern, dass die Terroristen die Daten auf einem Laptop löschen. Nachdem wir auch dies verhindert haben, machen wir uns auf die letzten beiden Geiseln zu befreien. Diese sind im Tresorraum der Bank. Zugang verschaffen wir uns mit Sprengladungen, die die Türen schnell, aber leider auch sehr laut öffnen. Von diesem Knall aufgeschreckt werden die Terroristen alarmiert und erschießen die Geiseln. Somit ist die Mission für uns zu Ende und wir müssen uns einen anderen Plan überlegen. In solche Situationen werdet Ihr oft kommen, denn es gelingt nur selten eine Mission gleich im ersten Anlauf zu schaffen.
Eine Neuerung gegenüber den alten Rainbow Six Teilen ist das Charaktersystem. Jeder eurer Elitekämpfer hat zu beginn bestimmte Kenntnisse, zum Beispiel "Angriff","Tarnung","Sprengstoff" etc.. Setzt Ihr nun einen Charakter ganz oft ein so steigen seine Kenntnisse. Wenn Ihr zum Beispiel einen Scharfschützen nehmt um ein Gebäude zu stürmen, so steigt seine Erfahrung im Bereich "Angriff". Ihr solltet daher gut auf Eure Speziallisten aufpassen.
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| | So postiert, erledigen unsere Teammitglieder die Arbeit meist von selbst. |
Steuerung
Auch Raven Shield wird per Maus-Tastatur Kombination gesteuert. Allerdings ist die Steuerung um einiges komplexer als man es von einfachen 3D Shootern gewöhnt ist. Allein für die Steuerung der Teams im Einsatz braucht Ihr locker mal zehn verschiedene Tasten.
Aber vor allem die Bewegung der Spielfigur nimmt etliche Tasten in Anspruch. Dafür habt Ihr aber auch eine Menge an Möglichkeiten. Nicht nur, dass Ihr Euch nach links und rechts zur Seite lehnen könnt, nein, dass ganze geht auch stufenlos, genau so ist es mit dem nach oben und unten bewegen. Sollte es mal vorkommen, dass man gehockt nichts mehr hinter den Kisten sieht und stehend ein zu großes Ziel bietet, kann man einfach stufenlos die richtige Position finden. Das geht auch denkbar einfach. Man muss nur eine entsprechende Taste drücken und die Maus nach oben und unten. bzw. nach links und rechts bewegen.
Selbiges geht bei Türen und Fenstern. Wenn Ihr nur mal eben schauen wollt, was hinter der Tür ist, könnt Ihr sie per Mausrad stufenlos öffnen anstatt sie gleich komplett auf zu machen.
| | Bei strahlend blauem Himmel müssten wir diese Villa stürmen. |
Sound
Die Soundkulisse im Spiel ist zwar schlicht aber dennoch passend. Die Waffensounds klingen realistisch und nicht übertrieben. Hintergrundmusik gibt es nur eher selten, sie ist dann aber ganz OK. Die restlichen Sounds untermahlen das Ambiente der jeweiligen Szenerie eigentlich sehr gut. In den Straßen von London hört Ihr das Heulen von Sirenen und den Lärm des Straßenverkehrs.
Alles in allem ist die Soundkulisse nicht überwältigend aber eben realistisch.
Grafik
Bei der Grafik Engine setzen die Leute von Redstorm auf bewährte Unreal Technik. Diese zauberte ja schon bei Spielen wie Splinter Cell schöne Bilder auf die Bildschirme und zeigt auch bei Raven Shield wozu sie in der Lage ist. Die Texturen sind schön detailiert und Gebäude sehen so sehr realistisch aus. Aber vor allem die Charaktere sehen sehr gut aus. Die Bewegungen Eurer Rainbows wirken flüssig und sehr real und auch die Terroristen sind sehr gut animiert.
Das einzige was fehlt sind die schönen Lichteffekte wie sie in Splinter Cell zu bestaunen sind.
Aber dafür gibt sich Raven Shield auch mit durchschnittlicher Hardware zufrieden. Auf dem Testsystem, einem AMD Athlon 1,2 Ghz mit 512 MB Ram und GeForce 4 Ti 4200, lief das Spiel mit 1024er Auflösung und mittleren Details bei 32 Bit größtenteils flüssig.
Multiplayer
Einen Schwerpunkt haben die Jungs von Redstorm diesmal auf den Multiplayer Modus gelegt. Das Spiel ist zwar actionlastiger als die Vorgänger aber bei weitem realistischer als zum Beispiel Counter Strike. Wer also eine Mischung aus Aktion und Realismus sucht ist hier sicher richtig aufgehoben.
Es gibt insgesamt acht verschiedene Modi, die sich im "Miteinander" und "Gegeneiander" unterteilen. Ihr habt die Möglichkeit im Co-Op Modus die Singleplayer Mission mit mehreren Mitspielern zu Spielen oder zusammen auf der Karte Terroristen zu jagen oder Geiseln zu befreien.
Gegeneinander könnt Ihr zum einen im Modus "Überleben" bzw. "Teamüberleben" (gleichbedeutend mit Deathmatch bzw. Team-Deathmatch) antreten, oder aber auch die Modi "Pilot", "Geisel" und "Bombe" wählen. Die letzten drei Modi sollten Counter Strike Spielern bekannt sein. Bei "Pilot" geht es darum, dass das eine Team einen Pilot sicher zur Abhohlzone bringen muss, während das andere Team den Auftrag hat den Piloten zu erledigen. Diese Spielart ist vor allem für denjenigen, der den Piloten spielt sehr spannend, da er nur mit einer Pistole bewaffnet auf die Hilfe seiner Mitspieler angewiesen ist. Beim Modus "Geisel" geht es darum, dass ein Team Geiseln bewachen muss und das andere Team die Aufgabe hat sie zu retten. Und wie sollte es auch anders sein, geht es bei "Bombe" darum, dass ein Team die Bombe zur Explosion bringen muss und vom anderen Team daran gehindert werden muss.
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Fazit von Daniel Garmann:
Mir gefällt Raven Shield! Vor allem trägt die schöne Grafik dazu bei, dass das Spiel um einiges dynamischer wirkt als seine Vorgänger. Auch sind die Entwickler einen guten Weg gegangen, als sie die Planungsphase einfacher gestaltet haben um so Anfängern das Spiel zu erleichtern. Einige Fans der Rainbow Six Reihe sehen dass zwar nicht so gerne, denn schließlich ist das Spiel nun auch nicht mehr so anspruchsvoll wie der ersten Teile, aber man kann es ja schließlich nicht jedem recht machen. Das einzige was ich an diesem, wie auch an jedem anderen Rainbow Six Teil auszusetzen habe ist, dass der Singleplayer Modus viel zu kurz ist. Nach 4-5 Stunden kann man das Spiel durch haben und dafür sind 40-50€ dann bestimmt zu viel.
Aber zum Glück hat Redstorm ja noch den klasse Multiplayer Modus integriert, der für viele spanndende Stunden im Netz sorgen wird. Vor allem jene die langsam keinen Bock mehr auf Counter Strike haben und was anspruchsvolleres suchen, sollten mal einen Blick auf Raven Shield werfen. |
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Wertung: |
| Grafik: |
         (8 / 10) |
| Sound: |
         (7 / 10) |
| Bedienung: |
         (10 / 10) |
| Spieltiefe: |
         (8 / 10) |
Multiplayer:
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         (9 / 10) |
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| Daniel Garmann |
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