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 UFO: Aftermath
03. November 2003 | 13:09 | Review
1994 sorgte der Genre-Mix UFO: Enemy Unknown für Aufsehen und für viele begeisterte Spieler. Neun Jahre später will Altar Interactive mit dem inoffiziellen Nachfolger UFO: Aftermath an den Erfolg der Kultreihe anknüpfen. Wir verraten euch, ob dies funktioniert hat.

25. Mai 2004. Aufregung auf der Erde. Ein gigantisches Raumschiff befindet sich im Orbit des blauen Planeten. Doch anstatt einen friedlichen Kontakt aufzunehmen, setzte das Schiff große Sporenwolken in der oberen Erdatmosphäre frei. Diese vermehrten sich rasend schnell und schon bald war der komplette Himmel verdunkelt. Doch damit nicht genug. Nach wenigen Tagen begannen die Sporen auf die Erde herabzuregnen. Während der „langen Nacht“ wurde fast das komplette Leben auf dem Planeten vernichtet. Nur wenige Menschen überlebten in Bunkern und auch nur, weil sie mit Nahrung und einer unabhängigen Sauerstoffversorgung ausgestattet waren. Nach wenigen Wochen schienen die Sporen verschwunden zu sein und die verbliebenen Menschen konnten wieder an die Oberfläche zurückkehren. Hier kommt der Spieler nun zum Zuge. Er muss herausfinden, wer für den Angriff verantwortlich war und anschließend Rache üben.


 Das Team bewegt sich durch eine verlassene Stadt.   Das Team bewegt sich durch eine verlassene Stadt.


Gleich nach Spielstart wird von einem bekannten Bildschirm begrüßt. Man sieht nämlich die schön dargestellte Erde in 3D und kann wie bei den alten Klassikern beliebig drehen und zoomen. Zusätzlich sieht man dort seine Stützpunkte. Doch dazu später mehr. Neben den übersichtlichen und leicht zugänglichen Menüs ist natürlich der Taktikmodus das Herzstück des Spiels. Hier wird jetzt nicht mehr in einer 2D-Ansicht gekämpft. Stattdessen kann man die Kamera frei drehen und zoomen. Das ganze spielt in jeweils unterschiedlichen Gebieten, die vor jedem Einsatz neu generiert werden. Die unterschiedlichen Orte sind dabei sehr schön gestaltet worden. Aufgrund der Sporenwolke sind die Städte allerdings menschenleer. Man findet dort lediglich (je nach Einsatzart) Mutanten oder Aliens. Im Gegensatz zu den inoffiziellen Vorgängern kann man Gebäude nun nicht mehr betreten. Lediglich bei der Eroberung von Basen wird am Eingang in die nächste Ebene gewechselt, alle anderen Häuser bleiben verschlossen. Die ganzen Umgebungen wirken sehr stimmungsvoll und man merkt richtig, dass dort lange keiner mehr gewesen ist. Autos stehen auf den Straßen rum, hier und da brennt ein Feuer und so weiter. Bei der höchsten Zoomstufe wirken die Texturen zwar teilweise etwas unscharf, aber das mindert kaum den positiven Gesamteindruck. Die eigenen Soldaten bewegen sich sehr schön animiert durch das Gelände. Das gleiche gilt für die meisten Mutanten und Aliens. Bei einigen wenigen hat man jedoch den Eindruck, dass diese über den Boden schweben. Ein weiterer Schwachpunkt sind die Effekte. Diese hätte man noch weitaus besser gestalten können. Die Explosionen, zum Beispiel vom Raketenwerfer, wirken etwa im Vergleich zu C&C Generals eher farbarm und unspektakulär. Dennoch ist die 3D-Grafik, trotz einiger Schwachpunkte, gelungen und erfüllt ihren Zweck.


 Soldaten können mit unterschiedlichen Waffen und Panzerung ausgestattet werden.   Soldaten können mit unterschiedlichen Waffen und Panzerung ausgestattet werden.


Der Soundtrack in der strategischen Ansicht der Erde wirkt sehr beruhigend, im Gefecht allerdings bringt er durch seine Dynamik ordentlich Spannung ins Spiel. Gelungen sind außerdem die vielen unterschiedlichen Waffeneffekte, seien es nun menschliche oder außerirdische. Einzig und allein die Sprachausgabe fällt manchmal negativ auf. Vor allem die Kommentare der Soldaten können manchmal nerven, etwa wenn alle ihre Position erreicht haben und dann sieben einzelne Kommentare übereinandergelegt werden. Bei einem 3D-Taktikspiel, wie es UFO: Aftermath ja teilweise ist, besteht zudem die Gefahr, dass die Steuerung der Soldaten bzw. der Kamera misslingt. Entwickler Altar Interactive hat hier glücklicherweise alles richtig gemacht. Die Kämpfer lassen sich entweder per Maus oder Taste auswählen und erhalten mit der rechten Maustaste neue Befehle. Zudem befinden sich im Interface noch weitere Befehle wie zum Beispiel gehen/laufen oder ducken/stehen. Die Kamera wird ebenfalls bequem per Maus gesteuert, denn das Drehen und Zoomen lässt sich einfach per Mausrad erledigen. Wer erinnert sich nicht noch an die spannenden rundenbasierten Kämpfe aus den Vorgängern? Bei UFO: Aftermath hat man dieses System etwas überarbeitet. Statt sich Runde für Runde fortzubewegen, läuft hier alles in Echtzeit ab. Allerdings kann zu jeder Zeit das Spiel pausiert werden, um dort neue Befehle zu erteilen. Das Spiel pausiert zudem automatisch, wenn etwa ein Gegner gesichtet wurde. Bestimmte Situationen, in denen das Spiel in den Pausemodus übergeht, lassen sich aber im Menü an- bzw. abschalten.
Der Strategiemodus von UFO: Aftermath dient zur Koordination der verschiedenen Einsätze und Stützpunkte. Auch hier wurde einiges verändert. So gibt es zum Beispiel kein Geld mehr. Das ist aber durchaus logisch, da doch der größte Teil der Menschheit vernichtet wurde. Allerdings kann man seine Stützpunkte nun nicht mehr selbst ausbauen. Stattdessen wählt man zu Beginn zwischen den Typen Militär, Wissenschaft und Technik. Von Militärbasen startet euer Team zu Einsätzen und Abfangjäger kümmern sich um die UFOs. Wissenschaftsbasen sind selbstverständlich für die Forschung zuständig. In den Technikbasen werden allerlei Dinge produziert, dazu zählen unter anderem Panzerungen oder verbesserte Technologien für Abfangjäger. Die einzelnen Stützpunkte kann man zudem nicht mehr an beliebigen Stellen errichten, sondern muss diese erobern. Da die Erde in mehr oder weniger große Gebiete eingeteilt ist, lässt sich so der eigene Einflussbereich nach und nach erweitern. Später kommen auch noch spezielle Basen zur Eindämmung der sogenannten Biomasse zum Einsatz, die den Rest der Menschheit bedroht. Insgesamt kann man sagen, dass der Wegfall des freien Ausbaus der Basen wirklich sehr schade ist. Neben der Auswahl der Stützpunkte stehen natürlich die Einsätze im Vordergrund. Dabei gibt es einige unterschiedliche Aufträge. Während man einmal eine bestimmte Anzahl von Mutanten ausschalten muss, soll beim nächsten mal ein beliebiges Exemplar lebend gefangen werden. Natürlich gibt es auch wieder abgestürzte UFOs, deren Technologie für die Forschung sehr nützlich ist. Umfangreicher als in den Vorgängern sind zudem die Luftkämpfe. Von den Militärbasen aus starten nun immer drei Abfangjäger und auch die UFOs sind nicht mehr alleine unterwegs. Das Laborschiff wird zum Beispiel von drei weiteren Schiffen eskortiert. Zu Anfang ist dadurch ein erfolgreicher Angriff gar nicht so einfach. Dargestellt werden die Kämpfe übrigens durch sehr schöne Videos. Daneben wird immer der Status der einzelnen Einheiten angezeigt.


 Dieser Gegner wird uns nicht mehr belästigen.   Dieser Gegner wird uns nicht mehr belästigen.


Für einen Einsatz braucht man Soldaten und die werden in UFO: Aftermath automatisch für die eigene Truppe rekrutiert. Ausrüsten könnt Ihr die Leute allerdings selbst. Dafür gibt es einen eigenen und vor allem übersichtlichen Menüpunkt. Neben Waffen und Munition lässt sich hier auch die Panzerung festlegen. Zudem verfügt jeder Soldat zusätzlich über Erfahrungspunkte. Sobald er durch Einsätze mehr Punkte und damit einen neuen Level erreicht, kann man eine beliebige Eigenschaft verbessern. Dazu zählt unter anderem die Treffsicherheit, Tragfähigkeit oder Stärke. Zusätzlich kann man seine Einheiten in bestimmten Bereichen trainieren, wodurch wiederum einzelne Fähigkeiten um eine Stufe verbessert werden. Je höher zum Beispiel der Wert für die Tragfähigkeit ist, desto mehr Ausrüstung kann der entsprechende Soldat befördern. Sollte man einen Soldaten dennoch überladen, dann bekommt man das auch im Taktikmodus zu spüren, denn der bewegt sich dort wesentlich langsamer als der Rest des Teams. Zudem sind nur wenige Waffen unbegrenzt verfügbar. Bei jedem Einsatz werden aber die gefundenen Waffen mitgenommen und so bildet sich nach und nach ein umfangreiches Waffenarsenal. In den Hubschrauber, der die Truppen zum Einsatzort bringt, passen später allerdings nur maximal sieben Soldaten. Zudem ist auch nur ein einziger Hubschrauber verfügbar, mit dem alle Einsätze durchgeführt werden. In den älteren Klassikern konnte man hier wesentlich mehr Teams bereithalten. Die KI der Soldaten überzeugt allerdings nicht immer. Anstatt sich in engen Gängen hintereinander aufzustellen, rennen zwei oder mehr Soldaten über einen anderen Gang, um sich dann vor den anderen Teammitgliedern zu positionieren. Hier hilft nur wieder das manuelle Eingreifen.


 Herumstehende Fahrzeuge bieten dem Team Deckung.   Herumstehende Fahrzeuge bieten dem Team Deckung.


Die meisten Einsätze haben relativ wenig mit der eigentlichen Hintergrundgeschichte zu tun. Andere wiederum sind für das Weiterkommen absolut notwendig. So besucht man zum Beispiel auch die Legendäre Area 51, wo man neue Informationen über die Aliens findet. Anschließend tauchen dann je nach Fortschritt weitere storyrelevante Missionen auf. Für ein kleines Spielchen zwischendurch ist UFO: Aftermath aber nicht geeignet, denn der Schwierigkeitsgrad ist stellenweise doch recht hart. Beispielsweise denkt man an bestimmten Positionen, dass man die Situation im Griff hat. Dann aber taucht wieder ein Alien mit einer komplett neuen Waffe auf, die mal schnell das halbe Team tötet oder außer Gefecht setzt. Wer hier nicht schnell reagiert, der kann schon fast den ganzen Einsatz vergessen. Auch UFO: Aftermath verfügt, wie die Vorgänger, nicht über einen Multiplayer-Modus.


Fazit von Benjamin Jakobs:

UFO: Aftermath ist ein würdiger, wenn auch inoffizieller Nachfolger von UFO: Enemy Unknown. Die Änderungen mögen zwar teilweise sinnvoll sein, aber einem alten Fan der Kultreihe fehlt dennoch der freie Basisausbau sowie die Möglichkeit, mehrere Einsatzteams zur Verfügung zu haben. Trotz dieser Tatsache kann das Spiel aber sofort wieder süchtig machen. Der Schwierigkeitsgrad ist allerdings etwas zu hoch geraten, wodurch gerade Einsteiger zu sehr abgeschreckt werden dürften.
UFO: Aftermath  (Review) Altar Interactive
Empfohlenes System: 2 GHz, 256 MB RAM, 64 MB Grafikkarte, 1 GB Festplattenplatz

Wertung:
Grafik: (8 / 10)
Sound: (8 / 10)
Bedienung: (8 / 10)
Spieltiefe: (8 / 10)
Multiplayer:

(0 / 10)

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Gesamt:

85%
Benjamin Jakobs
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» Genre: Strategie
» Entwickler: Altar Interactive
» Publisher: Vidis
» Release: Bereits erschienen.
» Links: · http://www.ufo-aftermath.com
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; 2001,2002,2003 [EliteGames]
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