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| 24. Mai 2003 | 12:01 | Review |
Ascaron veröffentlicht in Deutschland den Shooter Devastation, der vor dem Release vor allem durch schöne Screenshots überzeugte. Doch Grafik ist nicht alles. In unserem Review erfahrt Ihr, warum das Spiel es nicht mit Unreal 2 und anderen Topspielen aufnehmen kann.
Keine schöne Zukunft. Im Jahre 2075 ist die Erde zum größten Teil verwüstet. Nur wenige Menschen leben noch verteilt in den Straßen, die von mächtigen Konzernen kontrolliert werden. Diese sind mit modernster Technik ausgestattet und forschen immer weiter nach neuen Technologien. Um die Forschungen voranzutreiben, werden auch gerne Zivilisten als Sklaven benutzt. Allerdings gibt es zunehmend mehr Widerstand innerhalb der Bevölkerung. Einzelne Gruppen führen Anschläge durch, um die Forschungen zu sabotieren. Diese bewirken aber nicht viel, denn mittlerweile kooperieren die großen Konzerne. Der Spieler übernimmt in diesem Szenario die Rolle von Flynn Haskell, einem der Widerstandskämpfer. Nach und nach sammelt er mehr Mitstreiter um sich und sagt den Führungsspitzen der Konzerne den Kampf an.
| | Die einzelnen Missionsziele sind auf einer Übersichtskarte dargestellt. |
Die Unreal Engine zaubert sehr schöne Levels auf die Bildschirme, so auch bei Devastation. Häuser wirken alt und baufällig und überall liegt Müll auf den Straßen. Letzterer wird durch die Karma Physik Engine übrigens realistisch dargestellt. Läuft man etwa über herumliegende Dosen oder Flaschen, werden diese über den Boden geschleudert und zerplatzen zum Teil an Wänden. Fässer und Kisten werden durch Kugeln nach hinten geworfen und fallen realistisch um. Außerdem gibt es sehr hoch detaillierte Objekte und Charaktere, die wirklich zu den besten des Genres gehören. Auch die für die Unreal Engine üblichen Partikel- und Schatteneffekte dürfen nicht fehlen, die eine stimmungsvolle Atmosphäre auf dem Bildschirm darstellen. Grafisch gesehen ist Devastation also auf dem neuesten Stand der Technik und setzt diese auch gekonnt um.
| | Auch stationäre Geschütze lassen sich verwenden. |
Etwas schlechter ist da schon die Soundunterstützung. Der Soundtrack, welcher vor allem nach Techno klingt, kann nicht wirklich überzeugen und dürfte auch nicht jeden ansprechen. Die Soundeffekte der unterschiedlichen Waffen wirken dagegen jedoch wieder sehr gut und realistisch. Ein weiterer negativer Punkt geht allerdings an die Umgebungseffekte, die zum Teil nicht realisierbar sind und kaum auffallend präsentiert werden. Auf eine Übersetzung der englischen Sprachausgabe wurde verzichtet, dafür stehen jedoch deutsche Untertitel zur Verfügung.
| | Wer zu viele Waffen mit sich trägt, wird langsamer. |
Devastation bietet insgesamt 20 Missionen, die jeweils in vier Kapital unterteilt sind. Zu Beginn erwartet den Spieler der gewöhnliche Ablauf. Man kämpft sich durch enge Räume, Straßen und Flure und muss kleinere Aufgaben erfüllen, z.B. einen Generator zerstören oder sich in einen Computer hacken. Im weiteren Verlauf müssen dann nacheinander meist mehrere kleine Ziele erfüllt werden, das alles passiert streng linear. Damit man nicht alleine ist, begleiten einen teilweise bis zu zehn Bot-Kollegen, die aber gerne ungünstig im Weg stehen. Bestes Beispiel dafür ist folgende Szene: Der Spieler muss mit einer alten Straßenbahn eine Blockade durchbrechen. Dafür wird das Gefährt in Bewegung gesetzt und rast auf die blockierte Straße zu. So sollte es zumindest ablaufen, doch leider stehen zwei der Begleiter auf den Schienen und werden gleich von der Straßenbahn überrollt, worauf die Mission zu Ende ist. Zwar kann man den Kollegen Befehle erteilen, diese beschränken sich aber lediglich auf Angriff, Deckung, Stop und Folgen. |
| | Vor dem Start eines Einsatzes kann man aus den bereits vorhandenen Waffen auswählen. |
Was anfänglich noch einigermaßen gut rüberkommt, wird später durch die Einführung des sogenannten ‚Spawners’ mehr und mehr zu einem reinen Ballerspiel. Durch den Spawner werden getötete Feinde und auch der Spieler und seine Teamkollegen selbst wiederbelebt. Oberstes Ziel ist dann, den gegnerischen Spawner zu zerstören, um so den Nachschub an feindlichen Soldaten zu unterbinden. Nebenbei müssen noch Bomben gelegt und Laserzäune deaktiviert werden. Diese Art von Einsatz erwartet euch zum großen Teil in den Aufträgen des dritten und vierten Kapitels und erinnert mehr an ein Botmatch als an ein Spiel mit tiefgehender Story. Erträglich wäre es ja noch, wenn die KI der computergesteuerten Spieler und Feinde wirklich gut umgesetzt worden wäre, aber das ist nicht ganz der Fall. Die eigenen Teamkameraden wollen gerne schon mal zu neunt durch eine normale Tür laufen und bleiben dann natürlich hängen. Aber auch die Feinde agieren einzigartig. Ein einem Moment zielen sie noch genau auf den Spieler und bleiben in ihrer Deckung, doch plötzlich laufen sie hervor und bleiben mitten auf der Straße stehen, um wiederum zu feuern. Dort sind sie natürlich eine leichte Beute. Die Kämpfe laufen außerdem wesentlich hektischer ab als beispielsweise in Unreal 2 oder Unreal Tournament 2003. Gegner laufen schnell über den gesamten Schauplatz treffen dabei noch einigermaßen gut. Durch die schnellen Bewegungen wird auch das Zielen etwas schwieriger.
| | Wer mit dem Scharfschützengewehr genau zielt, kann sogar Gegnern den Kopf wegschießen. |
Devastation bietet ein sehr umfangreiches Waffenarsenal, das bei Fäusten anfängt und bei schweren Maschinengewehren aufhört. Neben diesen konventionellen Waffen lassen sich auch Flaschen und Holzbretter verwenden, um den Gegner ins Jenseits zu schicken. Für die verschiedenen Waffen steht immer genügend Munition zur Verfügung, die entweder von Gegnern fallengelassen wird oder in dafür vorgesehenen Räumen zu finden ist. Besonders einfallsreich ist die Rattenbombe. Hier wird eine Ratte mit einem C4-Sprengsatz ausgerüstet. Diese steuert man dann selbst zum Gegner und kann damit vor allem größere Feindansammlungen gezielt aus dem Weg räumen.
| | Eve ist eure erste Begleiterin. |
Beim Spielstart kann man zwischen zwei verschiedenen Modi wählen. Zum einen wäre da der Arcade-Modus. Das Gameplay ist hier schnell und setzt noch mehr auf Action. Der Realismus ist nur unmerklich vorhanden, denn die Waffen richten mehr Schaden an und werden automatisch nachgeladen. Wesentlich realistischer geht es da schon im Simulations-Modus zu. Hier haben sämtliche Waffen einen Rückstoss und müssen erst per Tastendruck nachgeladen werden. Das Zielen wird darüber hinaus dadurch erschwert, dass während des Laufens das Fadenkreuz ausgeblendet wird. Außerdem darf man nicht zu viele Waffen mitnehmen, denn sonst ist der Spieler überlastet und läuft langsamer.
Im Gegensatz zu Unreal 2 besitzt Devastation allerdings einen Multiplayer-Modus, der insgesamt 14 Karten in vier verschiedenen Szenarios bietet. Diese können in den vier Modi Deathmatch, Team Deathmatch, Capture the Flag und Territories gespielt werden. Letzterer funktioniert genau so wie die Spawner-Einsätze in der Singleplayer-Kampagne. Wer zuerst den gegnerischen Spawner zerstört, der ist auch der Sieger des Matches. Gegen menschliche Spieler ist das aber wesentlich spannender und fordernder.
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Fazit von Benjamin Jakobs:
Was soll man dazu sagen? Devastation hat sicherlich Potential, dies wurde aber leider verschenkt. Der Storyansatz ist gut, die Singleplayer-Kampagne wird aber durch die Einführung des Spawners zu einem billigen Ballerspiel. Hätte man hier die Einsätze zu Beginn des Spiels weitergeführt, dann wäre eine höhere Wertung durchaus realistisch gewesen. Auch die KI der Computergegner und Teamkameraden hätte besser ausfallen können. Wer aber dennoch auf einfache Balleraction steht, dem kann man Devastation durchaus empfehlen. |
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Wertung: |
| Grafik: |
         (9 / 10) |
| Sound: |
         (7 / 10) |
| Bedienung: |
         (8 / 10) |
| Spieltiefe: |
         (7 / 10) |
Multiplayer:
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         (8 / 10) |
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| Benjamin Jakobs |
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