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| 04. Dezember 2002 | 22:37 | Review |
Im Jahr 1998 schrieben das österreichische Programmierteam Max Design und der deutsche Publisher Sunflowers ein Stück nationale Spielegeschichte: Mit Anno 1602 erschien ein hervorragendes Aufbau-Strategiespiel, das bis heute den Rang des meistverkauften Spieles in Deutschland für sich beanspruchen kann, und zudem noch zahllose Auszeichnungen von der Industrie und der Presse verliehen bekam. Als eines von ganz wenigen Spielen aus deutscher Produktion schaffte der Titel sogar den Sprung über den großen Teich, und auch dort verkaufte sich der Titel außerordentlich gut. Ganze vier Jahre mußten die Fans auf den Nachfolger Anno 1503 warten, der vor einigen Wochen endlich fertig wurde, und die Herzen der Spieler genau so im Sturm erobern soll, wie der schon fast legendäre Vorgänger. Es ist kein Wunder, daß kaum ein Spiel mit so vielen Vorschußlorbeeren bedacht wurde, wie dieser Titel. Schließlich war gemessen am Vorgänger nicht mehr viel zu tun, um diesem Spiel sogar noch höhere Wertungsweihen zukommen zu lassen. Doch leider patzt Anno 1503 in einigen wenigen, aber sehr ärgerlichen Punkten.
Es geschah im Jahre 1503
Wie für ein Aufbaustrategiespiel üblich, kommt auch Anno 1503 ohne eine umfangreiche Hintergrundgeschichte aus. Auf ein schönes Intro muss man jedoch trotz alledem nicht verzichten. Es umreißt auch zugleich Eure Aufgabe in diesem Spiel.
| | Mutig brecht Ihr auf zu neuen Ufern... |
Im Jahr 1503 setzen wir unsere Segel, um uns auf die Suche nach neuen Ufern zu machen und dort neue, florierende Siedlungen aufzubauen. Vom Bau der ersten Holzhütte an müßt Ihr Euch um das Wohl Eurer Siedler kümmern, damit aus der Siedlung der ersten Pioniere irgendwann einmal eine riesige, prächtige Stadt wird, in der der Handel blüht und es den Bürgern an nichts fehlt. Doch natürlich seid Ihr nicht die einzigen, die die neuen, fruchtbaren Gestade besiedeln wollen. Selbstverständlich gibt es auch noch Konkurrenten, die genau das selbe Ziel haben. Und wenn es auf den Inseln dann erst einmal zu eng geworden ist, könnte es sein, daß Euer einstmals friedlicher Nachbar Euch plötzlich den Krieg erklärt und sein komplettes Militär auf Euch hetzt, damit sein Volk künftig das einzige auf der Insel ist.
Das, was sich hier noch so knapp umschreiben läßt, wird jedoch dafür sorgen, daß Ihr Euch noch die eine oder andere Nacht um die Ohren schlagt. Das Spiel beginnt grundsätzlich auf einer leeren Karte mit vielen verschiedenen Inseln, die es erst einmal zu erforschen gilt. Mußte man im Vorgänger nur an die Inseln heran segeln, um herauszufinden, ob Gold und Erz auf der Insel zu finden sind, oder welche Pflanzen besonders gut auf dem neu entdeckten Eiland gedeihen, so müßt Ihr nun erst einmal die Scouts über die Insel schicken. Erst, wenn die Scouts die Inseln, die zum Teil beträchtlich größer als die des Vorgängers sind, abgeschritten haben, wißt Ihr, was Euch auf der Insel erwartet. Wenn Euch das Stückchen Erde gefällt, und Ihr eine Siedlung gründen wollt, so baut Ihr wahlweise einen Markt oder ein Kontor, und schon ist der Stein ins Rollen gebracht.
Rasch stehen die ersten Hütten, und die ersten Untergebenen unterwerfen ihr Schicksal Eurer Regentschaft. Da jedoch die mitgebrachten Vorräte nicht allzu lange halten werden, müßt Ihr schnell für Nachschub sorgen. So brauchen Eure Pioniere unbedingt Nahrung. Kein Problem – denn schließlich sollten einige Fischerhütten an der Küste und ein Jäger im Wald über den allerersten Hunger hinweghelfen. Diese Gebäude kann man jedoch nur im Einzugsbereich eines Marktes oder eines Kontors errichten. Wollt Ihr das restliche Gebiet erschließen, müßt Ihr am Rande Eures Machtbereiches neue Märkte errichten.
| | ...errichtet die ersten Pionierhütten... |
Wirtschaft, wie im Mittelalter
Nun lebt der Mensch bekanntlich nicht vom Brot allein, Ihr braucht natürlich auch Baumaterialien, wie etwa Holz oder Steine. Auch für diese Zwecke gibt es eigene Gebäude, die Euch mit diesen Gütern versorgen. Dies wäre alles noch nicht besonders spannend, wenn die Ansprüche Eurer Untertanen nicht ständig wachsen würden. Begnügen sich die ersten Pioniere noch mit einer Holzhütte und ein wenig Nahrung, so wird schnell der Ruf nach einem guten Bier laut. Also müßt Ihr Alkohol produzieren. Je nachdem, was auf Eurer Insel besonders gut gedeiht, könnt Ihr wahlweise Bier aus Hopfen brauen, Zuckerrohr in der Rum-Brennerei zu wohl bekömmlichem Hochprozentigen verarbeiten, oder Kartoffeln zu einen Rachenputzer veredeln. Den Rohstoff dafür kann man natürlich auch gerne als Nahrung mißbrauchen – schließlich ist flüssiges Brot eben leider nicht alles.
Ist die Versorgung mit Alkohol gesichert, müßt Ihr Eurem Gefolge auch noch eine Kapelle errichten, denn schließlich brauchen sie ja einen Ort, an dem sie für den Vollrausch des letzten Abends Buße tun können, und um einen weniger heftigen Kater beim nächsten Mal bitten können. Diese Kapelle hat auch nur einen bestimmten Einzugsbereich, wächst Euer Dorf, müßt Ihr also eventuell auch noch eine zweite oder dritte Kapelle aufstellen. Dies gilt auch für jedes andere öffentliche Gebäude.
Sind die Pioniere zufrieden, ausreichend mit Nahrung, Kleidung und Alkohol versorgt, und wohnen nahe genug an einer Kapelle, so steht ihre einfache Holzhütte natürlich in einem krassen Mißverhältnis zu dem sonstigen Luxus, den sie genießen, so daß aus Pionieren Siedler werden, die schönere Häuser bauen und neue Ansprüche haben. Egal ob Salz, Leder, Wein, Seide oder Schmuck, Eure Untertanen bekommen nie genug und schreien immer wieder nach neuen Gütern. Da nicht alles auf jeder Insel wächst, seid ihr irgendwann gezwungen, eine zweite Siedlung auf einer anderen Insel zu errichten, auf der Ihr etwa Golderz abbauen könnt oder auf der Wein besonders gut gedeiht. Um die Güter von einer Siedlung zur nächsten schaffen zu können, braucht Ihr Schiffe, für Schiffe wiederum Tuch und Seile, für Seile ein Hanffeld und eine Seilerei, und so weiter, und so fort.
Natürlich besteht auch die Möglichkeit, Waren hinzu zu kaufen. So werdet Ihr in regelmäßigen Abständen von Euren Mitspielern oder dem freien Händler besucht, die Euch je nach deren eigenem Bedarf und nach ihrem Warenbestand die gewünschten Waren verkaufen oder Eure überschüssigen Waren abkaufen.
Manchmal befinden sich auch Eingeborene auf den Inseln, mit denen sich auch handeln läßt.
| | ...und herrscht schon bald über prächtige Städte. |
Schulen, Unis und Paläste
Stark angestiegen ist die Zahl der verschiedenen Gebäudetypen. Neben den aus Anno 1602 bekannten Gebäuden, wie etwa dem Kontor, dem Wirtshaus oder dem Markt[/i], sowie den bereits erwähnten Gotteshäusern gibt es so zum Beispiel Marktstände, an denen die Waren verkauft werden, eine Feuerwehr, die Brände in den Städten löschen kann, sowie Schulen und Universitäten, die besonders wichtig sind.
In Schulen und Universitäten sammelt Ihr Wissenspunkte an. Diese Wissenspunkte könnt Ihr dann zusammen mit Gold in neue Technologien entwickeln. Diese Techniken sind sehr zahlreich, und umfassen neue öffentliche Gebäude oder neue militärische Errungenschaften. Andere Gebäude werden automatisch frei geschaltet, wenn Ihr gewisse Bedingungen erfüllt. Diese Bedingungen können das Erreichen einer neuen Entwicklungsstufe oder eine gewisse Anzahl an Bewohnern einer bestimmten Entwicklungsstufe sein. Auch das Vorhandensein eines gewissen anderen Gebäudetyps kann ausschlaggebend sein.
Apropos Entwicklungsstufen: Eure Zivilisation kann insgesamt fünf Stufen erreichen. So werden aus Pionieren Siedler und aus Siedlern Bürger. Funktioniert Euer Wirtschaftssystem wirklich hervorragend und könnt Ihr Eure Bürger wirklich mit allem nötigen versorgen, so werden aus den Bürgern schließlich Kaufleute. Und wenn Ihr diese Kaufleute mit Luxusgütern versorgt, so werden aus ihnen schließlich verwöhnte Aristokraten, die herrliche Herrenhäuser bauen. Sind Eure Bürger zufrieden, belohnen sie Euch mit Prunkbauten, wie etwa Statuen oder einem Palast.
Von Schwertkämpfern, die dem Alkohol frönen
Natürlich dienen nicht alle Gebäude zur Produktion von Gütern. In Anno 1503 genießt das Militär einen deutlich größeren Stellenwert als im Vorgänger. So könnt Ihr neben Schwertern aus Eisenerz auch Äxte, Lanzen, Musketen, Kanonen oder Mörser bauen, und damit Soldaten und Schiffen ausstaffieren. Wenn Ihr es wünscht, könnt Ihr sogar mit Kriegsmaschinen und Belagerungstürmen auf den Gegner einprügeln. Neben den Kontrahenten müßt Ihr auch jederzeit mit dem Angriff der Piraten rechnen, die Euch an die Schiffsladung wollen – zumindest so lange, bis Ihr das Piratennest ausräuchert.
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| | Das Kontor ist Dreh- und Angelpunkte Eures Handels. |
Auch, wenn die größere Auswahl an Truppentypen sehr erfreulich ist, und die Einheiten dank Schere-Stein-Papier Prinzip ihre ganz besonderen Stärken und Schwächen haben, ist der Echtzeit-Kampf dennoch ein großes Ärgernis. Hat man erst einmal eine ansehnliche Armee aufgebaut und sie in Richtung Gegner entsandt, ist trotz wählbarer Formationen von einem geordneten Kampf in Schlachtreihe nicht mehr viel zu spüren. Vielmehr torkeln Eure Mannen um jeden einzelnen Baum, als hätten sie am letzten Abend deutlich zu tief ins Glas geschaut oder laufen gar total in die falsche Richtung, um einen exotischen Weg an das gewünschte Ziel einzuschlagen. Wenigstens habt Ihr in der Regel genug Zeit, um Euren Trupp wieder zusammenzurotten, bevor Ihr ihnen den Angriffsbefehl gebt. Auf Wunsch läßt sich auch die Spielgeschwindigkeit herunter- oder heraufsetzen, um in hektischen Situationen einen kühlen Kopf bewahren zu können oder um Wartezeiten zu überbrücken. Insgesamt ist der Kampf eine nette Dreingabe, reicht aber keinem aktuellen Strategietitel das Wasser. Vielmehr weckt die schwache KI der Kämpfer üble Reminiszenzen an längst vergangene Echtzeit-Strategie-Tage.
Herr Ober, das Menü bitte!
Die Bedienung von Anno 1503 ist indes wirklich hervorragend gelungen. Über ein permanent eingeblendetes Menü am rechten Bildschirmrand habt Ihr so etwa im Bau-Menü bequemen Zugriff auf die verschiedenen Gebäude, die Ihr errichten könnt. Diese sind der Übersichtlichkeit halber noch in verschiedene Untermenüs sortiert.
In weiteren Untermenüs erhaltet Ihr direkten Zugriff auf wirtschaftliche Informationen oder die Diplomatiefunktionen des Spieles. Mit letzteren ist es mögich, anderen Spieler jederzeit den Krieg erklären oder im Umkehrzug ein Friedensbündnis anbieten. Auch Handelsabkommen können an dieser Stelle angeboten oder aufgelöst werden.
| | Hier wird Eisenerz geschmolzen und weiterverarbeitet. |
Viele Funktionen und Informationen sind jedoch nicht im Menü, sondern direkt an den jeweiligen Orten aufrufbar. So liefert ein Klick auf einen Markt einen Überblick über den Warenbestand des Ortes, bei einem genaueren Blick auf eine Farm erfahrt Ihr, wie effektiv sie arbeitet, und welche Art und Menge von Gütern sie produziert. Dort habt Ihr auch die Möglichkeit, Gebäude stillzulegen, wenn Ihr es eine Weile lang nicht benötigt. Eine stillgelegte Seilerei kostet Euch etwa deutlich weniger Gold als eine, die zwar in Betrieb ist, aber ins Leere wirtschaftet, da die Lager bereits bis zum Bersten gefüllt sind. Natürlich könnt Ihr auch Gebäude abreißen, dabei gewinnt Ihr jedoch keine Rohstoffe zurück.
Insgesamt geht die Bedienung nach einer kurzen Eingewöhnungszeit sehr leicht von der Hand. In besonders dringenden Fällen werdet Ihr per Sprachausgabe informiert, etwa, wenn Ihr attackiert werdet, oder wenn Ihr von einem bestimmten Gut deutlich zu wenig besitzt. Um die Übersichtlichkeit zu erhöhen, könnt Ihr die Ansicht, die aus einer isometrischen Perspektive, also von schräg oben, dargestellt wird, in 3 Stufen zoomen oder um 90° nach links oder rechts drehen.
Um Neueinsteiger in die Steuerung und Spielinhalte einzuführen, bietet Anno 1503 ein relativ gutes Tutorial an. Wer weiterführende Informationen braucht, muß während des Spieles nicht in das Handbuch schauen. Es gibt eine sehr gute Hilfe-Option, die auf jede Frage die passende Antwort hat.
| | Hier sehr ihr eine komplette Insel mit verschiedenen Städten und Wirtschaftskreisläufen |
Herr Architekt, das Haus ist ja schief!
Die Grafik scheint auf den ersten Blick äußerst vertraut, doch hier stecken die Änderungen im Vergleich zum Vorgänger in jedem Detail. Neu sind die höheren Auflösungen. Anno 1503 bietet insgesamt drei Optionen zwischen 800*600 bis hin zu 1280*1024 Bildpunkten. Durch höhere Auflösungen ändert sich die Größe des sichtbaren Bildausschnitts, und damit auch die Übersichtlichkeit. Je höher die Auflösung ist, desto kleiner ist jedoch auch die Schrift auf dem Bildschirm, so daß sich die höchste Auflösung nur für die Besitzer von großen 19“ Monitoren eignet.
Auch die Gebäude bekamen in Anno 1503 eine komplett neue Optik spendiert. Zum einen gibt es nun für einige Gebäudetypen, wie etwa die Wohnhäuser, deutlich mehr optisch verschiedene Grafiksets, zum anderen stehen die Gebäude nun nicht mehr so sklavisch in Reih und Glied wie im Vorgänger. Dennoch orientieren sich die Gebäude immer noch an einem rechtwinkligen Raster, so daß diese Option wirklich nur der Optik dient. Besonders ärgerlich ist ein neues Feature: Verschiedene Gebäude können nun nicht mehr, wie im Vorgänger üblich, von allen Seiten betreten werden, sondern müssen nun auf einer bestimmten Seite mit der Straße verbunden sein. Dies ist besonders ärgerlich, wenn man versehentlich ein Gebäude so hinstellt, daß der Eingang in eine Richtung zeigt, in der er sich unmöglich an eine Straße anschließen läßt. Dann kann man das Gebäude nur noch abreißen und neu errichten. Wie schon erwähnt – Rohstoffe erhält man beim Abriß jedoch nicht zurück. Zudem hat dieses Feature sonst keinerlei Sinn.
Ansonsten muß man einräumen, daß Anno 1503 die wohl bisher beste Optik bietet, die es in einem 2D-Titel jemals zu sehen gab. Die Gebäude sind stimmungsvoll und detailreich gestaltet, und auf den Straßen wuseln die Untertanen bei ihrem Tagwerk, daß es eine wahre Pracht ist. An den Küsten schwappen die Wellen der See gemütlich über die Strände, in den Wäldern kann man dem Wild beim Grasen zuschauen. Durch neue Landschaftstypen wird zudem noch mehr für optische Abwechslung gesorgt. Lediglich in der höchsten Zoomstufe verpixelt die Grafik etwas.
Auch bei der optischen Untermalung patzt Anno 1503 nicht. Sprachausgabe wird zwar etwas spärlicher eingesetzt, als noch beim Vorgänger, dafür wird das Spiel durch zahlreiche Musikstücke stimmungsvoll untermalt.
Mehr Spiel für weniger Spieler
Zusätzlich zum Endlosspiel bietet Anno 1503 auch noch eine Kampagne an, bei der Ihr Euch von Mission zu Mission hangeln dürft, um verschiedene Aufgaben zu erledigen. Aber leider sind die Missionen des Soloparts nicht auch zuletzt wegen der mangelhaften Gegner-KI außerordentlich schwer, so daß viele Spieler schnell das Handtuch werfen und sich lieber dem Endlosspiel widmen werden, welches in verschiedenen Schwierigkeitsgraden angeboten wird.
Einen Mehrspieler-Modus sucht man in der aktuellen Verkaufsversion von Anno 1503 noch vergeblich. Um den Release von Anno 1503 nicht noch weiter nach hinten zu verschieben, wurde er einfach kurzerhand weggelassen, soll aber per Patch nachgereicht werden.
Eure CDs, mein Gebieter
Ursprünglich bestanden Max Design und Sunflower auf einer Eurobox, doch im Laufe der sehr langen Entwicklungszeit ließ man sich von Publisher Electronic Arts auf eine Verpackung im DVD-Format herunterhandeln. Wenigstens hat man sich die Mühe gegeben, daß Spiel nicht einfach in einer normalen DVD-Box unterzubringen, vielmehr befindet sich ein schöner Einschieber in einem schön gestalteten Schuber mit Prägedruck. Im Innerein finden sich, handlich verstaut, die beiden Spiel-CDs, das hervorragende, 78seitige Handbuch, sowie ein Poster im DiNA3-Format, auf dem die Wirtschaftskreisläufe dargestellt sind.
Insgesamt geht der Lieferumfang also in Ordnung, wenn Electronic Arts den Kunden nicht tiefer in die Taschen greifen würde, als andere Publisher. Wie bei den meisten EA-Toptiteln startet Anno 1503 mit einem empfohlenen Verkaufspreis von nicht weniger als 50 Euro.
Die Systemanforderungen von Anno 1503 sind gemessen an heutigen Spitzentiteln auch relativ bescheiden. Habt Ihr einen 500 MHz-Prozessor, 128 MB RAM und mindestens rund ein Gigabyte freien Festplattenplatz, so dürft Ihr in See stechen. Um in den Genuß ruckelfreier Grafik und der höheren Auflösungen zu kommen, sollten es jedoch ein Prozessor jenseits der Gigahertz-Grenze und 256 MB RAM sein. Welche Grafikkarte Euren Rechner beschleunigt, ist allerdings egal, denn Anno 1503 greift nicht auf 3D-Funktionen zurück.
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Fazit von Patrick Haas:
Womit hat Sunflowers nur die letzten vier Jahre verbracht? Im Wesentlichen spielt sich Anno 1503 genau so, wie sein Vorgänger, wenn man erst einmal die neuen Wirtschaftskreisläufe erlernt hat. Sicher, alles ist ein bißchen schöner und größer als noch im Jahre 1602, dafür sind Neuerungen wie der Scout oder die Ausrichtung von Gebäuden unnütz und nervig. Nervig ist auch das Stichwort für das völlig verdummbaselte Militär. In manchen Momenten habe ich meinen Monitor kernig angeflucht, da meine Kämpfer einfach nicht dahin gehen wollten, wo ich sie gerne hätte, oder die absurdesten Wege einschlugen.
Das sich dieser Faux-Pas nicht deutlich drastischer in der Wertung niederschlägt, liegt nur daran, daß Anno 1503 primär ein Aufbaustrategiespiel ist, bei dem man auf den Echtzeitkampf verzichten kann. Trotzdem besteht hier dringender Nachbesserungsbedarf, genau so bei den sauschweren Solomissionen. Auch der (noch) nicht vorhandene Multiplayer-Modus ist sehr ärgerlich.
Trotzdem ist Anno 1503 ein hervorragendes Aufbauspiel, das genau so süchtig macht, wie sein Vorgänger. Wie kein anderes Spiel versteht es Anno 1503, den Spieler ständig auf Trab zu halten, ohne ihn zu überfordern. So kann es ohne weiteres passieren, daß man länger vor dem heimischen PC sitzt, um noch gerade die nächste Zivilisationsstufe zu erreichen oder noch gerade die Versorgung mit Alkohol sicherzustellen, als es einem lieb ist. Das Suchtpotential ist so hoch, daß ich manchmal zwar dafür sorgte, daß meine Untertanen mit Nahrung versorgt waren, mein eigenes Hungergefühl aber hartnäckig unterdrückte.
Aufbau-Strategen kann ich Anno 1503 nur wärmstens empfehlen, Kämpfernaturen machen aber besser einen weiten Bogen um diesen Titel, zumindest so lange, bis Sunflowers in diesem Punkt deutlich nachgessert hat. |
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