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| 17. April 2003 | 10:31 | Review |
Alle Jahre wieder veröffentlicht Electronic Arts eine neue Version der FIFA-Reihe. Jedes mal gibt es mehr oder weniger ausführliche Änderungen bzw. Verbesserungen. Inwiefern sich die 2003er Version also vom Vorgänger abhebt erfahrt Ihr in unserem Review.
| | Die Statistik zeigt ausführliche Infos, z.B. über die Schusspositionen. |
Mit der FIFA-Reihe weilt EA Sports auch weiterhin auf dem Spitzenplatz der Fussballsimulationen auf dem PC. Jedes Jahr gibt es eine neue Version, natürlich auch für diese Spielzeit. Neben den üblichen Spielmodi wie Freundschaftsspiele, Ligen oder Pokalwettbewerbe wurde diese mal der Club Championship-Modus hinzugefügt, in dem die Top Teams aus Europa gegeneinander antreten. Das ganze spielt sich allerdings wie die Champions League, in der man auch mit qualifizierten Vereinen spielen kann, wenn man eine Liga durchspielt. Ein Trainingsmodus für Einsteiger fehlt allerdings immer noch. Als Ersatz dient der EA-Trainer, der die Fortschritte des Spielers beobachtet und ab einem festgelegten Können eine Erhöhung des Schwierigkeitsgrades vorschlägt. Wer Freistöße oder Eckbälle trainieren möchte, muss dies aber immer noch bei normalen Freundschaftsspielen oder anderen Partien tun. Auf dem Weg zu möglichst viel Realismus wurde auch die Statistik stark verbessert. Neben den üblichen Zahlen zu den Torschüssen oder dem Ballbesitz kommen noch zusätzliche Angaben zu den Schüssen aufs Tor selbst oder den gewonnenen Zweikämpfen. Jede wichtige Angabe wird dabei auf einem Spielfeld, das von oben gezeigt wird, grafisch dargestellt. So kann man ansehen, von welcher Position die Tore geschossen wurden oder auf welcher Hälfte es die meisten Fouls gab. Auch die Spielerstatistiken zeigen einige unterschiedliche Werte, nach der man die Stärke eines Spielers beurteilen kann. Allerdings gibt es dort schon mal die ein oder andere Ungereimtheit. Während Spieler wie Ballack oder Kahn Werte über 90% haben, hinken andere Nationalspieler wie Schneider oder Klose mit um die 80% deutlich hinterher.
| | Böse Fouls werden entsprechend wiederholt und die Spieler verwarnt. |
Die Grafik-Engine zeigt auch bei FIFA 2003 die schönen Seiten des Fussballs. Insgesamt zehn mehr oder weniger nützliche Kameraperspektiven stehen zur Auswahl, um das Spiel zu bestreiten. Am nützlichsten sind hierbei noch die Mobil- bzw. die Turm-Kamera. Bei letzterer kann man die Spieler allerdings kaum noch von ihrem Aussehen unterscheiden. Bis zu einer gewissen Entfernung werden außerdem alle Trikottexturen verschwommen dargestellt und sind nicht wirklich zu erkennen. Bei Wiederholungen oder Zwischensequenzen sieht man die Spieler allerdings in ihrer ganzen Pracht. Während die virtuellen Stars wie Kahn, Beckham oder Ronaldo ihren Vorbilden sehr ähneln, muss man sich bei allen anderen Spielern schon sehr anstrengen, um überhaupt irgendwelche Ähnlichkeiten zu erkennen. Die Bewegungen der Spieler wurden sehr schön animiert und fügen sich sehr flüssig in den Spielverlauf ein. Egal ob es nun böse Fouls oder harte Schüsse sind, die Figuren bewegen sich stets elegant und realitätsnah. Einziger großer Kritikpunkt sind nach wie vor die Zuschauer. Diese bestehen weiterhin aus flachen Texturen, die sich nur auf und ab bewegen. Wenn man das ganze aus der Entfernung betrachtet, sieht es gar nicht mal so schlecht aus. Bei Eckbällen oder Einwürfen sieht man allerdings erst, wie hässlich die Zuschauer wirklich sind.
| | Neu ist der Zielcursor und eine Anzeige zur Bestimmung der Schusskraft. |
Mit dem Sound erreicht FIFA 2003 eine unangefochtene Atmosphäre. Während des gesamten Spiels sind die Zuschauer durchgehend zu hören. | Diese machen entweder durch Fan-Gesänge, begeisterten Jubel, laute Pfiffe oder hoffnungsvolles Raunen auf sich aufmerksam. Für die Mannschaften des Club Championship-Modus stehen sogar eigene Fan-Gesänge zur Verfügung. Bei normalen Spielen sind aber schon mal Deutschland-Rufe zu hören, die nicht wirklich in die Partie hineinpassen. Mit den RTL-Kommentatoren Florian König und Tom Bartels konnte Electronic Arts auch zwei kompetente und erfahrene Berichterstatter verpflichten, die nicht nur das Spiel kommentieren, sondern auch Halbzeitanalysen abgeben oder gerne mal an interessante WM-Ereignisse erinnern. Dadurch fühlt man sich fast wie vor dem heimischen Fernseher bei einer RTL-Übertragung der Champions League. In den Menüs sind wie gewohnt stimmige Musik-Tracks zu hören, die z.B. von Avril Lavgine, Kosheen oder dem Safri Duo stammen.
| | In der Halbzeit und am Ende des Spiels werden die Höhepunkte gezeigt. |
In der diesjährigen Version hat man die etwas gewöhnungsbedürftige Steuerung von FIFA 2002 komplett überarbeitet und wesentlich vereinfacht. Im Angriff stehen drei verschiedene Passarten sowie ein Kopfball und ein Torschuss zur Verfügung, während man in der Abwehr mit dem Tackling oder der Grätsche auskommen muss. Für schnelle Angriffe eignet sich die Sprint-Taste und auf Wunsch kann man auch die Laufwege der Mitspieler per Tastendruck für kurze Zeit einblenden lassen. Weitaus realistischer verlaufen dank der vereinfachten Steuerung auch die Spiele. Es gibt wesentlich weniger Tore und auch Spezialfähigkeiten wie Starke Schüsse oder besonders schnelle Sprints gibt es nicht mehr. Jedes Tor muss aus dem Spiel schön vorbereitet werden. Auch Dribblings sind nun seltener zu sehen, da nur Techniker wie Zidane oder Beckham dieser fehlerlos durchführen. Alle anderen Spieler begnügen sich mit einfachen Körpertäuschungen und schnellem Passspiel. Durch die eigenständige Berechnung des Balls muss bei Pässen oder Schüssen nun noch mehr auf die verwendete Kraft geachtet werden. Wenn man die Taste zu lange drückt, dann landet der Ball möglicherweise im Aus oder beim Gegenspieler. Letzteres passiert auch öfter als in den Vorgängern. Die verbesserte Kollisionsabfrage sorgt für mehr Fehlpässe und bringt dadurch mehr Realismus in das Spiel.
| | Das Estadio Bernabeu in Madrid. |
Die hervorragende Atmosphäre des Spiels ergibt sich teilweise aus dem Sound, aber auch die Grafik trägt ihren Teil dazu bei. Die Partien erreichen immer mehr die Qualität einer echten TV-Übertragung. Neben einigen originalgetreu nachgebildeten Stadien sorgen auch die Kulissen für Stimmung. Die beweglichen Zuschauer schwenken zusätzlich Fahnen ihrer Mannschaften und zünden bengalische Feuer, die allerdings nicht das ganze Spielfeld einnebeln, wie es manchmal im realen Stadion passiert. Halbzeitstände und Zwischenergebnisse nach Toren sind groß auf dem Spielfeld zu sehen. Die Zahl der Tore und das Wappen der Mannschaft wird auf der jeweiligen Seite des Platzes vor dem erneuten Anpfiff gezeigt.
| | Der Traum der Bayern: Rivaldo, Raûl, Mendieta und Kluivert im Team. |
Im Multiplayer-Modus kann man per Internet oder LAN mit oder gegen andere Mitspieler antreten. Durch den enthaltenen Matchmaker-Service kann man sich verfügbare Spiele bequem anzeigen lassen. Vor dem Beitritt zu einem Spiel muss dann noch die Liga und die Mannschaft gewählt werden, mit der der Spieler antreten möchte. Die Online-Features des Spiels sind allerdings nur bis zum 30. November 2003 verfügbar. Vermutlich wird zu dieser Zeit bereits FIFA 2004 in den Läden stehen.
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Fazit von Benjamin Jakobs:
So muss Fussball sein. FIFA 2003 spielt sich sehr realitätsnah und verwöhnt den Spieler mit toller Grafik und einer grandiosen Soundkulisse. Trotz der vielen Neuerungen fehlen noch einige wichtige Features, z.B. das Trainingslager. Aber auch WM- oder EM-Turniere sind leider nicht dabei. Zusammen mit historischen Mannschaften und Turnieren würde das Spiel wesentlich vollständiger wirken. Besitzer des Vorgängers sollten aufgrund der neuen Steuerung und der neuen Ballkontrolle erst einmal die Demo spielen, um sich vom Nachfolger zu überzeugen. |
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Wertung: |
| Grafik: |
         (9 / 10) |
| Sound: |
         (9 / 10) |
| Bedienung: |
         (9 / 10) |
| Spieltiefe: |
         (9 / 10) |
Multiplayer:
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         (8 / 10) |
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| Benjamin Jakobs |
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