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 Earth and Beyond
31. Juli 2002 | 01:17 | Preview
Der Weltraum, unendliche Weiten…und Ihr mittendrin. Das ist jedenfalls der Hintergedanke des Onlinespiels Earth and Beyond von Westwood. Schon bald sollen tausende Spieler den Weltraum bevölkern, ihn erforschen, Monster bekämpfen und fleißig Handel treiben.

Wirft die Ritterrüstung auf den Müll

Die meisten Onlinespiele haben Fantasy als Thema: Man trifft oder bekämpft Zwerge und Orks, lernt Zaubersprüche und erkundet eine ans Mittelalter angelehnte Welt. In letzter Zeit kommt aber auch die Science-Fiction nicht zu kurz: Destiny Online, Star Wars Galaxies und eben auch Earth and Beyond sind Vertreter dieses Genres.
Lange Rede, kurzer Sinn: Die Orks mussten gehen und an ihrer Stelle ziehen Piraten plündert durch den Weltraum. Statt sich mittels Magie die Feuerbälle um die Ohren zu werfen, beschießen sich die Spieler nun mit Laserwaffen und anderem hochtechnologischen Schnickschnack. Auch die Locations ändern sich drastisch: Sanfte begraste Hügel und natürliche Wälder tauschen mit Asteriodenfeldern, architektonisch kühl gehaltenen Raumstationen und dem Unendlichen des Weltraums.
 Die   Die "Chimera" bei voller Warpgeschwindigkeit


Ja, wir hassen uns

Aber auch die Unendlichkeit scheint für bestimmte Personen zu klein zu sein. Die Terraner, die Jenquai und die Progen streiten sich um jeden Kubikmeter Vakuum. Der Grund für den Hass zwischen den Völkern sind die Raumtore. Mussten zuvor Raumschiffe jahrelang fliegen, um von einem System ins andere zu kommen, bieten Tore eine sekundenschnelle Verbindung zwischen den Sternen. Nachdem die Jenquai ein uraltes Tor entdeckt hatten, wollten sie diese Technologie für sich behalten. Natürlich möchten auch Terraner und Progen diese angenehme Form des Reisens erfahren: Somit hat der „Gate-War“ begonnen. Sechzig Jahre später kommen nun die Spieler an die Reihe: Der Krieg ist inzwischen einem unsicheren Waffenstillstand gewichen. Auch die Progen und Terraner springen nun durch die Tore von System zu System.

So ähnlich und doch so verschieden

Obwohl alle drei Völker Abkömmlinge der Menschen sind, haben sie sich doch in verschieden Richtungen entwickelt: Die Terraner blieben auf der Erde zurück und schauen eigentlich noch sehr menschlich aus; ihre Schiffe sind die schnellsten, sie schicken Kämpfer und Händler ins Rennen. Die Jenquai, mit dem Heimatplaneten Jupiter, sind eher hagere Gestalten, die sich gerne mit viel Mystizismus umgeben. Ihre Schiffe sind zwar nicht die schnellsten, die Waffen relativ schwach, dafür werfen sie aber jede Menge Hochtechnologie in die Waagschale. Bei ihnen kommen Kämpfer und Erforscher zum Einsatz. Dritter im Bunde sind die Progen: In Tanks gezüchtet haben sie ein eher aggressives Naturell. Passend dazu haben sie den Mars als Heimat gewählt, Namesvetter des altrömischen Kriegsgottes. Zwar haben ihre Kämpfer und Erforscher bei ihren Raumschiffen nicht gerade die Sportversion erwischt, aber was ihnen an Geschwindigkeit fehlt, machen sie mit Panzerung und Feuerkraft wett.
 Mushu, ein Kämpfer der Jenquai   Mushu, ein Kämpfer der Jenquai


So viel zu tun und so wenig Zeit

Doch wie gestaltet sich der Tag eines Raumfahrers in dieser Zeit? Da gibt es viel zu tun: Man kann je nach Belieben kämpfen, forschen und handeln. Damit Ihr aber nicht ziellos in der Gegend herumfliegt, werdet Ihr, dank jeder Menge Missionen, auf Trab gehalten. Vor allem in der Anfangsphase bekommt man viele Missionen, die auch gleichzeitig als Tutorial fungieren. Diese werden zwar mit der Zeit spärlicher, aber für Ersatz ist gesorgt: In fast jeder Raumstation gibt es Job-Terminals, die Zufallsmissionen generieren und dem Spieler bei Erfüllung der Vorgaben Gegenstände und Geld zukommen lassen. Gute Idee: Man erfährt schon zuvor, was man bei Abschluss der Jobs erhält, zudem sind die Aufträge nach Schwierigkeitsgraden gestaffelt. Natürlich könnt ihr auch auf das alles verzichten und einfach ins Blaue fliegen: Überall trifft man Weltraummonster und Piraten, die man bekämpfen kann, um Gegenstände und Erfahrung zu sammeln. Die erbeuteten Trophäen verhökert man dann beim nächsten Händler. Die bieten auch Handelsrouten an: Touristen, Gemälde und andere Dinge wollen von Raumstation zu Raumstation transportiert werden.

Wohin genau?

Diese müssen aber erst gefunden werden. Vor allem zu Anfang gestaltet sich die Navigation äußert schwierig, da man nur bereits erkundete Gebiete auf der Karte sehen kann. Allerdings kann die Größe der Spielwelt dazu führen, dass man selbst im späteren Verlauf des Spiels die Orientierung verliert: Teilweise muss man durch zehn Tore springen. Deshalb passiert es oft, das man sich den Weg zum nächsten Punkt der Mission erfragen muss.
Das Ergebnis einer solchen Frage hängt neben der Freundlichkeit der Mitspieler, auch von den Kommunikationsmöglichkeiten des Spiels ab. Hier ist Masse Trumpf: Man kann sektorweit, lokal und privat kommunizieren. Dabei wird beim privaten Chat noch zwischen einer Person und einer Gruppe unterschieden.
Auch die Gruppenbildung ist einfach: Man kann bis zu fünf weitere Mitspieler zu einer Party formieren, die sich von da an die Erfahrungspunkte teilen. Neben dieser meist kurzweiligen Verbindung gibt es auch Gilden, denen ihr dauerhaft beitreten könnt.

Erfahrung ist alles

Die Erfahrungspunkte, die man sich im Spiel verdient, sind in drei Bereiche aufgeteilt: Kampf, Forschung und Handel. Nach Erreichen eines neuen Levels in einem der Gebiete kann man seine Skills erhöhen: Neben Bereichen wie Antrieb, Waffen und Generator, die für alle Völker gleich sind, hat jedes Volk noch eigene Skills: So können sich zum Beispiel nur die Jenquai tarnen. Auch die Ausstattung des Raumschiffs hängt vom jeweiligen Skilllevel ab: Wer stärkere Waffen haben will, sollte ihn diesen Skill investieren. Die Auswahl an Technik ist übrigens groß: Für jeden Level gibt es mehrere Systeme mit Vor- und Nachteilen.

Alles so bunt hier

Diese ganzen Features sollen natürlich grafisch ansprechend präsentiert werden. Dabei muss man Eines klar sagen: Selten war der Weltraum bunter. Überall gibt es bunte Nebel im Hintergrund, Sonnen leuchten in den verschiedensten Farben, auch auf der Planetenoberfläche geht es farbig zu. Zudem gibt es verschiedene Tageszeiten.
Die Raumschiffe stehen dem All nicht nach. Jede Fraktion hat ihren eigenen Stil, zudem kann man bei der Erstellung des Charakters das Raumschiff ausschmücken. Aufgrund der verschiedenen Flügelformen, Farben und Embleme, die man an seinem Raumschiff anbringen kann, ist die Chance gering, auf zwei gleiche Raumgleiter zu treffen.
 Ein Asteroidengürtel des Saturns   Ein Asteroidengürtel des Saturns

Auch die Charaktere können in einem gewissen Rahmen persönlicher gestaltet werden. Zu sehen bekommt man sie, wenn man an einer Raumstation andockt. Dort kann man dann herumlaufen und sich mit NPCs und anderen Spielern unterhalten.
Leider kommt es derzeit noch sehr oft zu Clipping Problemen, da die Kollisionsabfrage noch nicht vollkommen integriert ist. So kann man durch Asteroiden fliegen, auch ein kurzer Sturzflug in ein anderes Raumschiff stellt kein Problem dar. Zudem kann es passieren, dass man in den Türen einer Raumstation stecken bleibt.
Alles in allem kann man sagen, dass die Grafik guter Durchschnitt ist. Denn wenn man genau hinschaut, merkt man, dass die Raumschiffe relativ polygonarm gestaltet wurden, das gleiche gilt auch für Raumstationen und Asteroiden. Hier macht es eher die Masse als die Klasse.

Rauf, rauf! Nein, runter, runter!

Der eindeutige Schwachpunkt von Earth and Beyond ist die Steuerung: Zwar gibt es eine First- und eine Third-Person Ansicht, aber die Steuerung ist oft ungenau. Eindeutiger Nachteil ist die starke Ausrichtung auf Kontrolle per Maus. Vor allem bei Kämpfen gegen mehrere Gegner kann dies problematisch werden. Ähnlich wie in einem Strategiespiel wählt man seinen Gegner per Mausklick und feuert dann seine Waffen per Klick auf den entsprechenden Button. Diese Form der Steuerung wirkt sehr indirekt, Abhilfe hätte hier eine Joysticksteuerung geschaffen, die aber laut Entwickler Westwood nicht geplant ist.

Lasst die Waffen sprechen!

Kämpfen kann man derzeit nur gegen NPCs.Aber Spielergefechte sollen noch integriert werden - wenn auch nur im Weltraum. Die Weltraumstationen bleiben eine neutrale Zone. Zur Gegnerintelligenz kann man nur sagen, dass sie durchschnittlich ist. Zwar kann man bei einer Gruppe von Gegnern ein gewisses geplantes Vorgehen (Koordinierte Angriffe, Versuche, in den Rücken des Spielers zu kommen) erkennen, aber meistens stürmen sie direkt auf einen zu.
 Der Sprung durch ein Tor   Der Sprung durch ein Tor


Viel Licht, aber auch Schatten

In der derzeitigen Betaversion sind noch einige Bugs zu beheben. Vor allem die Sprungtore geben Rätsel auf. Teilweise kommt man mehrere hunderte Entfernungseinheiten vom eigentlichen Ziel entfernt an. Mit einigen Mission gibt es noch Probleme, diese sollen natürlich bis zum eigentlichen Release behoben werden. Auch am Spielbalancing muss gefeilt werden: So kann es vorkommen, dass man Sekunden nach einem Sprung bereits als Wrack im All treibt, da die Gegner einem keine Chance lassen. Dann hat man immerhin die Wahl, ob man zur letzten Raumstation, bei der man sich hat registrieren lassen, zurückgebeamt werden soll, oder ob man sich von Mitspielern helfen lässt. Wählt man Ersteres, wird das Raumschiff, wie bei jedem Andocken an eine Raumstation, automatisch komplett repariert.



Fazit von Marc -Oliver Marschner:

Earth and Beyond schaut vielversprechend aus: Ein quietschbuntes Weltall, bevölkert mit zahlreichen Monstern und Piraten, dazu kommen natürlich mehr oder minder nette Mitspieler. Vor allem aber bietet Earth and Beyond ein frisches Szenario, weg von der mittelalterlichen Fantasy. Wenn noch an den Problempunkten Steuerung und Kollisionsabfrage gefeilt wird, könnte Earth and Beyond sich seinen festen Platz unter den MMORPGs schaffen. Science-Fiction Fans sollten auf jedem Fall dranbleiben, aber auch mit den Konkurrenten vergleichen, jeder von ihnen hat seine Stärken und Schwächen.

Earth and Beyond  (Preview) Westwood
Empfohlenes System:

Ersteindruck:
(8 / 10)
Marc -Oliver Marschner
Weitere Infos zu Earth & Beyond ...

» Genre: Online - Weltraumsimulation
» Entwickler: Westwood
» Publisher: Electronic Arts
» Release:
» Links: · http://www.westwood.com
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