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| 31. Juli 2002 | 01:44 | Preview |
Seit Jahren gilt das Internet als die große Zukunft des Spielens. Seit vor einigen Jahren Ultima Online erschien, versuchen sich mehr und mehr Firmen an MMORPGs, Massive Multiplayer Online Role Playing Games, zu deutsch, Online-Rollenspiele für eine große Anzahl an Spielern. Der nächste Kandidat kommt aus Österreich. Destiny Online von Mathias Müller versucht sogar, zwei Genres zu vereinen: Nicht nur Rollenspiel wird geboten, auch Ausflüge ins All stellen einen elementaren Teil des Programms dar.
Was machen wir morgen? Wir versuchen, die Weltherrschaft an uns zu reissen!
Das kommt davon, wenn man Jedem Massenvernichtungswaffen gibt. Weil ein Administrator des „Rats der Acht“ Führer des Planeten werden will, müssen Millionen unschuldiger Bürger sterben. Glücklicherweise gibt es einen Notplan: Projekt XVF2 soll das Überleben der Spezies sichern. Auf acht Mutterschiffen verlässt die Bevölkerung den Planeten mit unbekanntem Ziel.
| | Im Orbit um einen Planeten |
Wir schaffen uns eine Existenz
Eure Karriere in Destiny Online beginnt ihr als Mitglied diese Volkes. Mit ein paar Credits in der Tasche fangt ihr an Bord eines Raumschiffes an. Die erste Amtshandlung sollte aus dem Kauf eines Schiffes bestehen, zwei Schiffstypen stehen zur Auswahl. Zum einen gibt es den Fighter, ein leichtes Schiff, dessen Vorzüge, wie der Name schon andeutet, im Kampf liegen. Andererseits kann man sich für den Frachter entscheiden, der zwar etwas behäbiger ist, aber bei weitem mehr Platz bietet. Allerdings ist er auch teurer. anfangs muss man sich auf den Fighter beschränken.
Beiden Schiffen ist eine Eigenschaft gemeinsam: Sie kommen nur in der Basisversion. Wer wert auf schnellere und stärkere Schiffe legt, sollte sich ein Upgrade besorgen. Mit diesen kann man auch äußerlich eine Veränderung am Schiff erkennen. Hat der Fighter am Anfang nur zwei Flügel, besitzt er nach dem ersten Upgrade schon drei, die endgültige Luxusversion kommt mit sechs Flügeln. So kann man schon am Aussehen erkennen, wie stark andere Mitspieler sind.
Zudem ist man nicht auf ein Raumschiff beschränkt, wer genug Geld hat, kann sich auch eine ganze Flotte leisten. Auch eine Besonderheit: Das Schiff selber hat auch Innenräume, in denen man sich bewegen kann. Hierher können auch andere Mitspieler eingeladen werden.
| | An Bord eines Spielerraumschiffes |
Viel zu tun
Natürlich muss man sich das Geld für solche Upgrades erst verdienen. Dazu stehen diverse Missionen zur Verfügung. Während man in Kampfmissionen seine Laserkanonen glühen lassen kann, bieten Handelsmissionen das Richtige für friedliebende Naturen. Durch Erfüllung solcher Aufträge bessert man nicht nur sein Konto und seine Erfahrungspunkte auf. Auch die Fraktion, für die man ins Feld zieht profitiert von den Erfolgen des Spielers und wird stärker.
Das Clansystem ist ein wichiger Bestandteil des Spiels. Ist man in einem solchen Verbund, teilt man Erfahrungspunkte für erfüllte Missionen. Auch der Clan selbst kann gestärkt werden: Genauso wie der Spieler selbst bekommt auch der Clan Erfahrungspunkte und kann seinen Level erhöhen.
Viel Platz
Damit es im All nicht zu eng wird, wurde das Spiel so ausgelegt, dass man den Weltraum jederzeit erweitern kann. Selbst klaustrophobische Naturen sollten genug Raum für eine persönliche Entfaltung finden. Derzeit noch nicht implementiert ist ein anderes Feature: Es soll die Möglichkeit geben, sich auf Planeten zu beamen, um auch diese erkunden zu können. Man soll auch auf weitere Völker treffen, spielbar werden diese aber nicht sein.
| | Die Licheffekte sind gut gelungen |
Ich habe die Kontrolle
Die Steuerung des Spiels gestaltet sich unproblematisch. In Raumstationen bewegt man seine Figur aus der Third-Person Perspektive mittels Maus. Bewegt man sich im All kann man neben der Maussteuerung auch die Kontrolle per Joystick wählen, pilotiert wird das Raumschiff aus der First-Person Perspektive. Leider ist die Zielerfassung nicht optimal. Ist ein Ziel gewählt, allerdings nicht im Blickfeld des Spielers, gibt es keinen Hinweis, wo genau es sich befindet.
Bist du eckig
Die Grafik des Spiels hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Die meisten Modelle sind grob gehalten, man kann erkennen, dass sie aus wenigen Polygonen bestehen. Auch die Texturen sind monoton geraten, an Bord von Raumstationen gibt es wenig Abwechslung. Die Lichteffekte hingegen sind gut geraten. Besonders die Triebwerke sind in diesem Bereich gut gelungen. Die Vorteile der Engine sind die niedrigen Hardwareanforderungen sowie die kurzen Ladezeiten.
Kann mal wer das Brummen ausschalten?
Der Sound hinterlässt ein ähnliches Gefühl. Vor allem das Fehlen jeglicher Hintergrundmusik stört: Stattdessen hört man im Hintergrund das Brummen von Maschinen. Auch sonst würden ein paar Soundeffekte mehr das Spiel auflockern, da einfach soundtechnisch gesehen, zu wenig los ist: An Bord einer Raumschiffes hört man bis auf das angesprochene Brummen und Schritte nichts.
| | An Bord einer Raumstation |
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Interview mit Mathias Müller
Mathias Müller ist Chefentwickler der Firma mmathias.com. Trotz des anstehenden Releases von Destiny Online fand er die Zeit, uns einige Fragen zum Spiel zu beantworten:
Ist dies ihr erstes Projekt?
Unser erstes Spielprojekt. Zuvor arbeiteten wir an DVDs und erstellten 3D-Animationen für Werbespots.
Warum entschieden sie sich für ein Onlinespiel?
Die Idee dazu hatten ein Freund und ich im Jahre 1998, als es nur wenige Onlinespiele gab. Wir sahen ein hohes Zukunftspotential in dieser Sparte und da wir uns für Rollenspiel und das Internet interessierten, entschieden wir uns, selbst ein Onlinespiel zu entwickeln. Im Jahr 2000 stieg dann mein Freund aus und ich übernahm die Leitung.
Die Entwicklungszeit betrug ja vier Jahre. Wie groß ist ihr Entwicklerteam?
Die Größe des Entwicklungsteams variiert. Das meiste habe ich selbst gemacht, weitere Entwickler kamen bei Bedarf hinzu, so zum Beispiel Grafiker bei den Raumschiffen und Charakteren.
Ein wichtiger Bestandteil eines Online-RPGs ist ja die Story. Vor kurzem las ich in einem anderem Interview mit ihnen, dass sie planen, keine NPCs einzubauen. Auf welche Art und Weise wollen sie die Story vorantreiben?
Dies war ein sehr altes Interview. In den letzten vier Jahren haben wir viele Konzepte aufgestellt und umgeworfen, da das Design des Spiels für uns einen Lernprozess darstellte. Anfangs wollten wir keine NPCs integrieren. Dann entschieden wir uns aber doch für NPCs, um der Spielwelt mehr Konsistenz und Kontinuität zu verleihen.
Wird es verschiedene Völker mit unterschiedlichen Eigenschaften geben?
Ja. Derzeit haben wir fünfzig bis sechzig verschiedene Sternensysteme, die allerdings ständig erweitert werden. Derzeit kommen jede Woche zehn bis zwanzig neue Sternensysteme hinzu, auf den man neue Völker entdecken kann, die ebenfalls zur Story beitragen. Der Ausgangspunkt der Geschichte ist ja ein Krieg auf dem Urplaneten, den dann die Zivilisation auf acht Mutterschiffen verlässt, um eine neue Heimat zu finden. Auf ihrer Suche begegnen sie dann natürlich anderen Rassen und müssen sich neuen Konflikten stellen.
Wird diese Zivilisation die einzige spielbare Rasse sein?
Ja. Man wird aber auf Planeten landen können und mit den anderen Rassen kommunizieren und handeln können, derzeit wird an diesem Teil aber noch gearbeitet.
In wie weit kann man seinen Charakter und sein Raumschiff individuell gestalten?
Man kann das Schiff upgraden. Wenn man sich zum Beispiel einen Fighter kauft, hat dieser zu Beginn zwei Flügel. Wenn man sich genug Credits in Missionen bekommen hat, kann man diesen dann zu einem Dreiflügler ausbauen. Ein komplett ausgebauter Fighter hat dann sechs Flügel und ist dann natürlich besser ausgestattet als die Basisversion. Bei den Frachtern gilt das gleiche, sie bekommen zum Beispiel mehr Frachtraum und eine bessere Panzerung.
Das Spiel bietet ja Kampf, Handel und Erforschung des Weltraums. Wird eine dieser Richtungen betont oder kann der Spieler selbst entscheiden, was er am liebsten tun würde?
Das System ist sehr vielseitig. Der Spieler kann zum Beispiel durch Kämpfe an Geld und Macht kommen. Neben Kämpfen wird es aber auch reine Handelsmissionen geben, in denen der Spieler Ressourcen von einem System ins andere transportiert.
Werden diese Missionen storygebunden sein oder kann der Spieler selber entscheiden, welche Mission er spielen will?
Der Spieler kann sich aussuchen, welche Missionen er spielen will. Dadurch wird aber auch gleichzeitig die Story entwickeln, da man mit der Erfüllung von Missionen diverse Fraktionen unterstützt, sei es durch Handel oder durch Kämpfe.
Eine starke Betonung des Spiels liegt auf dem Clansystem. Werden diese von Spielern gegründet oder werden bereits vorgegebene Clans existieren?
Momentan kann jeder Spieler seinen eigenen Clan gründen und Mitglieder dafür werben, um dadurch seinen Clan auszubauen. Vorgegeben ist zur Zeit der „Rat der Acht“, dem man sich auch anschließen kann. Derzeit besteht dieser Clan aus den Acht Ratsmitgliedern der Mutterschiffe.
Gibt es einen Bonus wenn man in einem Clan ist?
Die Spieler werden zusammen Erfahrungspunkte sammeln können, sei es durch Kämpfen oder den Abbau von Ressourcen. Sobald man in einen Clan eintritt, sieht man eine Anzeige mit den Erfahrungspunkten und dem Level des Clans. Sobald das Spiel zum Verkauf steht, wird es auf der Hauptseite www.de-on.com eine Highscoreliste geben, auf der man erkennen kann, welche Clans in welchem Sektor vorherrschen.
Wird die Spielwelt im späteren Verlauf erweitert werden?
Das Spiel kann jederzeit durch den automatischen Updater gepatcht werden. Da wir ein sehr anpassungsfähiges System haben, können wir die Spielwelt jederzeit durch Serverupdates erweitern. Die bereits angesprochenen fünfzig bis sechzig Systeme sind schon sehr komplex. Man wird im Spiel Astromaps kaufen können, die momentan aber noch nicht vollständig sind. Wenn man wirklich alles sehen will, muss man die Spielwelt selber erforschen.
Wie viel wird das Spiel kosten?
Es gibt zwei Arten, zu bezahlen. Der monatliche Preis wird um die acht Euro betragen, allerdings kann man gleich für drei Monate im Voraus bezahlen. Der Preis dafür wird etwa achtzehn Euro betragen. Spieler, die sich in den ersten 48 Stunden anmelden, werden eine Vergünstigung bekommen, wobei wir uns vorbehalten, diese Aktion auszudehnen, je nach Spielerandrang.
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Fazit von Marc -Oliver Marschner:
Destiny Online ist ein interessantes Spiel, das viele innovative Ideen beinhaltet. Leider ist die Grafik nur Durchschnitt, der Sound mag auch noch nicht so recht zu überzeugen. Wenn an der Präsentation noch gefeilt wird und die noch geplanten Ideen gut umgesetzt werden, ist das Spiel vor allem für Spieler, die ein älteres System besitzen und nicht auf ein Leben im All verzichten wollen, empfehlenswert. Auch die leichte Erweiterbarkeit ist ein Pluspunkt. |
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| Marc -Oliver Marschner |
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