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 Korea: Forgotten Conflict
13. Februar 2004 | 20:16 | Review
Die Commandos bekommen Konkurrenz. Ein bisher kaum in Spielen beachteter Krieg ist die Grundlage der Story in Korea: Forgotten Conflict, das Commandos unter anderem mit einer schicken 3D-Engine vom Thron stoßen möchte. Wir verraten euch, ob das auch funktioniert hat.

Der Koreakrieg war einer der blutigsten Konflikte im letzten Jahrhundert. Insgesamt starben ungefähr vier Millionen Menschen, darunter zwei Millionen Zivilisten. Der Krieg begann am Morgen des 25. Juni 1950 durch eine Invasion nordkoreanischer Truppen in Südkorea. Mehr als drei Jahre lang wurde hart gekämpft, bis man schließlich am 27. Juli 1953 einen Waffenstillstand unterzeichnete. Einen Sieger gab es allerdings nicht. Der Krieg endete genau dort, wo er auch begonnen hatte: am 38. Breitengrad. In Korea: Forgotten Conflict übernimmt der Spieler das Kommando über eine Spezialeinheit der Alliierten. Die Missionen dieser Truppe umfassen Sabotage, Aufklärung oder Geiselbefreiung. Der Erfolg der Truppe hängt dabei von einer gut geplanten Taktik und einem ausgeprägten Geschick ab. Missionen können außerdem nur erfolgreich absolviert werden, wenn alle Teammitglieder überleben.


 Diese Wache wird leise von hinten ausgeschaltet.   Diese Wache wird leise von hinten ausgeschaltet.


Im Gegensatz zum großen Konkurrenten Commandos verwendet Korea: Forgotten Conflict eine schicke 3D-Engine. Die braucht sich vor den detaillierten Levels in Commandos 3 nicht zu verstecken. Die gesamte Landschaft wurde hochdetailliert sowie grafisch ansprechend gestaltet und glänzt zudem mit vielen kleinen Details, welche die Schauplätze zum Leben erwecken. So gut die Landschaft auch aussieht, so schlecht können da die Charaktere mithalten. Diese wurden nämlich eher detailarm modelliert. Dieser kleine Schwachpunkt stört den Gesamteindruck der Grafik aber nur unwesentlich, denn auch die verwendete Physik-Engine überzeugt auf ganzer Linie.

Fast komplett misslungen ist hingegen der Sound des Spiels. Effekte sind eher selten zu hören. Und wenn sie mal erklingen, dann in schlechter Qualität. Ebenfalls schrecklich ist die Sprachausgabe. Für einen potentiellen Commandos Konkurrenten hat man hier mächtig geschlampt, denn die Sprecher sind einfach schlecht. Einzig gelungen ist der stimmungsvolle Soundtrack, der allerdings nicht über die anderen Schwächen hinwegtrösten kann.


 Auch Fahrzeuge können benutzt werden.   Auch Fahrzeuge können benutzt werden.


Ebenfalls nicht ganz zufriedenstellend ist die Steuerung. Zwar machen die grundlegenden Bewegungen der Charaktere keine Probleme, dafür nerven aber anderen Dinge. Zum einen das Durchsuchen von getöteten Gegnern, zum anderen das recht umständliche Management des Inventars. Des Weiteren fällt die schlechte Kamerasteuerung auf, die einen manchmal zur Verzweiflung treibt. Dies hätte noch wesentlich einfacher gelöst werden können oder besser gelöst werden müssen. Für Einsteiger hilfreich ist zudem der Taktik-Modus. Damit wird das Spiel pausiert und man kann seinen Soldaten einen oder mehrere Befehle erteilen, die dann nach Wiederaufnahme des Spiels ausgeführt werden.
Äußerst nützlich sind außerdem zwei weitere Funktionen. So lassen sich auf Knopfdruck feindliche Soldaten und wichtige Gegenstände farblich hervorheben, wodurch sie wesentlich besser sichtbar sind. Gerade für Einsteiger ein sehr interessantes Feature.

Wie bereits erwähnt, übernimmt man in Korea: Forgotten Conflict das Kommando über eine Spezialeinheit. Diese besteht aus maximal fünf Mitgliedern. Der Ranger verfügt über eine umfangreiche Waffenkenntnis und setzt seine Ausrüstung auch am liebsten schnell und effektiv gegen den Gegner ein. Verständlicherweise weniger offensiv verhält sich der Scharfschütze. Er lauert Gegnern mit seinem Präzisionsgewehr auf und verfügt außerdem noch über eine Infrarot-Zielfernrohr. Im Team darf natürlich auch ein Sprengstoffexperte nicht fehlen. Der Militärtechniker sprengt so ziemlich alles in die Luft, darunter auch Brücken oder Tunnel. Er kann mit seinem Minendetektor sicher durch Minenfelder kommen und ist schlicht und einfach ein Meister im Umgang mit Sprengstoffen. Ebenfalls im Team findet man eine Frau. Sie ist der Sanitäter im Spiel und verfügt über unterschiedliche Heilmethoden, um die verletzten Kameraden zu behandeln. Auch das ?Behandeln? von Gegnern gehört zu Ihrer Ausbildung. Zu guter letzt bleibt noch das fünfte Teammitglied. Wer kann wohl in Nordkorea besser unerkannt bleiben als ein Koreaner selbst? Und deshalb ist auch das fünfte Mitglied ein Koreaner. Er stiehlt schon mal gerne feindliche Uniformen und verschafft sich so Zugang zu bestimmten Bereichen, an die man sonnst nur mit Waffengewalt kommen würde. Wehrlos ist er allerdings nicht, beherrscht er doch die Nahkampfkunst Taekwon-Do.


 Gegner und Gegenstände lassen sich auf Tastendruck hervorheben.   Gegner und Gegenstände lassen sich auf Tastendruck hervorheben.


Mit diesem in allen Belangen gut gerüsteten Team geht es in zwölf umfangreiche Missionen. Die ersten drei Einsätze dienen dem Spieler dabei zusätzlich als Einsteigertutorial. Aufgrund der unterschiedlichen Fähigkeiten der einzelnen Soldaten sind natürlich auch verschiedene Lösungswege möglich. Vom simplen Dauerfeuereinsatz bis hin zu Ablenkungsmanövern ist alles machbar. Ebenso abwechslungsreich gestalten sich die einzelnen Gebiete, in denen die Missionen stattfinden. Man bewegt sich dabei unter anderem durch Siedlungen, Hafenanlagen oder Militäranlagen. Dort werden dann Sabotageaktionen durchgeführt, Geiseln gerettet, Sprengsätze entschärft oder gar ganze Konvois beschützt.

Das alles reicht allerdings noch nicht zu einem guten Spiel, wenn andere entscheidende Dinge unzureichend umgesetzt wurden, zum Beispiel die künstliche Intelligenz. Das ist hier aber nicht der Fall, zumindest teilweise. Größtenteils agiert die KI clever und ruft bei Beschuss oder verdächtigen Aktionen um Verstärkung. Hin und wieder kommt es aber vor, dass die Feinde einfach nicht reagieren, selbst wenn sie die Leiche eines Kameraden vor sich haben. Selbst wenn man diesen rumstehenden Soldaten dann anschießt, rührt er sich nicht und lässt sich vergleichsweise einfach beseitigen.


 Der feindliche Soldat hat uns fast entdeckt.   Der feindliche Soldat hat uns fast entdeckt.


Das auch Multiplayer-Partien in Taktikspielen möglich sind, zeigt der dritte Commandos Teil. Ein solcher Spielmodus fehlt aber leider in Korea: Forgotten Conflict, wodurch sich das Spiel lediglich auf seine Singleplayer-Kampagne konzentriert.


Fazit von Benjamin Jakobs:

Korea: Forgotten Conflict bietet gute Ansätze, um Commandos vom Thron der Taktikspiele zu werfen. Allerdings mangelt es noch in einigen Bereichen. Vor allem beim Sound und in der Bedienung gibt es Schwächen. Dafür erfreuen aber die detailreiche Grafik sowie ein unverbrauchtes Hintergrundszenario. Außerdem gibt es einige sinnvolle Features wie den Taktik-Modus oder das Hervorheben von Gegnern. Fans der Commandos Reihe sollten auf jeden Fall einen Blick riskieren. Im Gegensatz zu Commandos 3 dürfte hier Einsteigern zudem der etwas niedrigere Schwierigkeitsgrad zusagen.
Korea: Forgotten Conflict  (Review) Plastic Reality
Empfohlenes System: 1,5 GHz, 512 MB RAM, 64 MB Grafikkarte, 1 GB Festplattenplatz

Wertung:
Grafik: (8 / 10)
Sound: (6 / 10)
Bedienung: (7 / 10)
Spieltiefe: (8 / 10)
Multiplayer:

(0 / 10)

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Benjamin Jakobs
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» Genre: Taktikspiel
» Entwickler: Plastic Reality
» Publisher: Vidis
» Release: Bereits erschienen.
» Links: · http://www.vidis.de
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