Eines der erfolgreichsten Echtzeitstrategiespiele des letzten Jahres bekommt endlich ein Addon spendiert. Empire Earth verwöhnte den Spieler mit 4 riesigen Kampagnen durch 14 Epochen der menschlichen Geschichte. Angefangen bei den Steinzeitmenschen bis hin in eine ferne Zukunft, in der gigantische Kampfroboter gegeneinander antraten. Das Addon geht jetzt noch einen Schritt weiter und ergänzt das Hauptprogramm um eine weitere fünfzehnte Epoche in der Raumschiffe um Planeten kämpfen sowie um drei neue Kampagnen. Außerdem treten im 30 € teuren Addon zwei neue Zivilisationen an und jedes Volk hat ab sofort eine individuelle Spezialeigenschaft. Mehr dazu in unserem Review:
Im Hauptmenü hat man zunächst die Qual der Wahl zwischen den üblichen Spielmodi: Kampagne, Mehrspieler oder Szenario gegen den Computer. Wirklich lohnenswert ist das Addon für Solisten. Diese bekommen drei neue Kampagnen geboten. Die erste Kampagne beschäftigt sich mit dem Aufstieg Roms zur Weltmacht. Die zweite führt uns im zweiten Weltkrieg in wilde Schlachten und die dritte beginnt in der Zukunft und bietet als einzige Kampagne die fünfzehnte Epoche, in der Ihr Weltraumgefechte austragen könnt. Vor jeder Kampagne kann aus einem von drei Schwierigkeitsgraden gewählt werden. Wer jedoch eine der Kampagnen anfängt wird gleich feststellen, dass man das Spiel beherrschen sollte. Ein Tutorial oder eine langsame Anlaufzeit gibt es nicht, es geht sofort los. Bereits in den ersten Missionen jeder Kampagne müsst Ihr riesige Truppenmassen durch die schicke 3D-Welt manövrieren. Alte Veteranen werden sich jedoch sofort wohl fühlen: Ausführliche Briefings mit geschichtlichem Hintergrund, viele Zwischensequenzen in der Spielgrafik und abwechslungsreiche Missionen, die in viele einzelne Aufgaben unterteilt sind.
| | Bereits in der ersten Mission der Asien-Kampagne kommandiert man wahre Einheitenmassen |
Bewährt komplexes Missionsdesign
So beginnt eine Mission der Römerkampagne mit der Flucht eines einzelnen Helden auf ein Schiff, mit dem man zu einer kleinen Insel übersetzt. Auf dieser schließt sich dem Spieler eine Streitmacht an, mit der man sich nach Rom aufmacht, um dort dem Herrscher Sullust die Macht zu entziehen. Damit unsere ungeschützten Transportschiffe nicht direkt der römischen Marine vor die Geschütze laufen, bietet sich ein kleiner Küstenabschnitt weit nordöstlich Roms an.
Nach Überquerung des Meeres müssen wir allerdings feststellen, dass vor dieser Küste zwei römische Kriegsschiffe patroullieren. Also machen wir eine flotte Kehrtwende um nicht entdeckt zu werden, landen kurz auf Sardinien und verbünden uns mit einem Anführer einer gleichgesinnten Rebellenflotte. Dieser berichtet uns von einem Hafen, der von den Römern übernommen wurde und dessen Besitzer uns einen Gefallen schuldig wäre, wenn wir diesen Hafen wieder in seinen Besitz bringen. Sobald der Hafen von allen römischen Legionären befreit wurde, macht sich der dankbare Besitzer auf den Weg, die römische Patroullie abzulenken. Der Weg nach Rom ist frei.
|
| | In stimmungsvollen Ingame-Zwischensequenzen wird die Story weitererzählt. |
Neuheiten
Neben Altbewährtem gibt es auch Neuland zu entdecken: den Weltraum. Im Kampf um Ressourcen und Planeten bauen sie Raumschiffwerften, Schlachtschiffe, Jäger und interstellare Gefechtstürme.
Das jedes Volk ab sofort über eine eigene Spezialkraft verfügt, um in bestimmten Epochen besonders zu glänzen, ist ebenfalls eine interessante Neuerung. So verschießen griechische Bogenschützen Brandpfeile und sind so im frühen Mittelalter klar im Vorteil. Japan hingegen verfügt in der Zukunft über besonders starke Ninja-Krieger, die mit Laserschwertern in den Kampf ziehen. Bei manchen Völkern bezieht sich die Spezialfähigkeit nur auf bestimmte Epochen, andere wiederrum erhalten einen dauerhaften Bonus, wie beispielsweise die Russen, die mehr Bürger gleichzeitig an Stein, Eisen und Goldstellen einsetzen können.
| | Eine Römische Armee wartet auf ihren Einsatz. |
Alte Fehler
Wo das Original auftrumpfte, überzeugt auch das Addon. Leider übernimmt letzteres nicht nur die Stärken, sondern auch die Schwächen. So ist zum Beispiel die Steuerung von Lufteinheiten immer noch extrem umständlich und nervenraubend. Die Grafik sieht auf höchster Zoomstufe immer noch schlecht aus, was sich vor allem in Zwischensequenzen bemerkbar macht. Die Figuren sind viel zu eckig und die Figurtexturen könnten ruhig etwas detaillierter sein. Dafür sieht das Spiel in der normalen Ansicht aber immer noch sehr gut aus und erfreut vor allem durch die bunten und detaillierten Umgebungen. Leider ist der Bildausschnitt immer noch etwas klein, was vor allem bei Schlachten mit großen Schiffen bzw. Raumschiffen auf die Übersicht drückt. Ein weiteres Herauszoomen hätte hier für Abhilfe gesorgt.
| | Im Gefechtmodus kann man wieder zahlreiche Einstellungen vornehmen. |
|