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 Enter the Matrix
06. Juli 2003 | 14:04 | Review
Es ist das Jahr der Matrix. Neben zwei Kinofilmen soll auch das Spiel Enter the Matrix für klingelnde Kassen sorgen. Allerdings fielen Filmumsetzungen schon immer recht dürftig aus. Kann Enter the Matrix hier eine Trendwende einleiten? Ihr erfahrt es in unserem Review.

Die Story von Enter the Matrix fügt sich vollständig in das Matrix-Universum ein. Das Spiel beginnt dort, wo der Animatrix-Kurzfilm „Der letzte Flug der Osiris“ aufhört. Niobe und Ghost, die beiden Hauptcharaktere im Spiel, müssen die letzte Botschaft der Osiris aus einem Postamt entwenden. Diese besagt nichts gutes: Die Maschinen haben eine große Armee aufgestellt und bohren bereits in Richtung Zion, der letzten Stadt der Menschen. Auch sonst zeigt das Spiel die Szenen, die in Matrix: Reloaded nicht zu sehen waren. Was passierte etwa nach der Versammlung der Schiffskapitäne, als die Agenten auftauchen oder wie schwer war das Eindringen in das Atomkraftwerk wirklich? Enter the Matrix lässt sich also am besten als sinnvolle Ergänzung zum Spiel bezeichnen, die Geschichte der Matrix wird noch umfangreicher.


 Niobe muss den Agenten aus dem Flugzeug befördern.   Niobe muss den Agenten aus dem Flugzeug befördern.


Laut Publisher Atari hatte Enter the Matrix das bisher höchste Budget eines Spiels. Leider sieht man davon bei der Grafik-Engine nicht viel. Texturen wirken verschwommen und verpixelt, ebenso Objekte und Umgebungen. Der einzige richtig schöne Level ist das Schloss des Merowinger, aber auch nur solange man sich nicht im Keller befindet. Im Gegensatz dazu wurden die Charaktere allesamt schön animiert und zeigen bei den Kämpfen viele verschiedene Bewegungen, die zudem flüssig dargestellt werden. Auch die Physik wurde größtenteils korrekt berechnet. Bei einem Kampf im Postamt fallen etwa die Türen von Schränken ab, wenn jemand dagegen geschleudert wird, das gleiche gilt für Bücherregale. Bei den Verfolgungsjagden mit den Autos zeigt die Physik-Engine allerdings ihre Schwächen. Die Autos bewegen sich manchmal einfach zu hastig und unglaubwürdig. Bestes Beispiel: In einem Tunnel ist der Spieler auf der Flucht. Einmal nicht aufgepasst und schon hängt man an der Wand. Normalerweise sollte man jetzt einfach den Rückwärtsgang einlegen, wenn nicht das Auto zur Hälfte in der Wand hängen würde! Schlussendlich fliegt das Auto sogar aus dem Level und fällt dann wohl für immer ins Nichts. Den meisten Teil des Budgets dürften wohl die Zwischensequenzen gekostet haben, die mit den Original-Schauspielern gedreht wurden. Gelegentlich sind auch Ausschnitte aus dem Film selbst zu finden.


 Die Zwischensequenzen wurden mit den Schauspielern der Filme gedreht.   Die Zwischensequenzen wurden mit den Schauspielern der Filme gedreht.


Wer schon bei den Zwischensequenzen auf die Original-Schauspieler setzt, tut dies natürlich auch im Spiel selbst. So verfügen alle wichtigen Charaktere über ihre richtige Stimme. Leider verzichtete Atari bei der deutschen Version auf eine entsprechende Synchronisation. Stattdessen wurden lediglich die Texte des Spiels übersetzt und für Zwischensequenzen sowie Gespräche Untertitel eingefügt. Die Soundeffekte der Waffen und während der Kämpfe klingen alle sehr authentisch. Unterstützt wird der Spielablauf durch passende Musik, die im Stil der Filme gehalten ist. Am bekanntesten dürfte wohl der Titel „Clubbed to Death“ von Rob D sein, der allerdings nur kurz zu hören ist.

 Einer der schönsten Level.   Einer der schönsten Level.


Gesteuert wird der Spielcharakter aus der Third-Person-Sicht. Die Tastenkontrolle funktioniert dabei wie bei einem Shooter. Mit den WASD-Tasten bewegt man sich nach vorne, links, rechts oder hinten. Mit der Umschalttaste wird der Fokus-Modus aktiviert, der das Spielgeschehen verlangsamt. Dadurch können spezielle Bewegungen ausgeführt werden und man kann sogar Kugeln ausweichen. Die Waffen funktionieren dort außerdem wesentlich genauer als in der normalen Spielgeschwindigkeit. Selbst eine Überzahl von Gegnern stellt hier kein großes Problem dar. So einfach die Steuerung auch sein mag, durch die teilweise umständliche Kameraführung wird sie leider etwas erschwert. Bis auf wenige Ausnahmen bleibt die Kamera ständig hinter dem Spieler, bei Nahkämpfen wird allerdings in eine Seitenansicht gewechselt und man sieht das ganze quasi wie in einem Prügelspiel a la Street Fighter. In verschiedenen Situationen wird der Sichtwinkel aber unübersichtlich und man muss erst die Position wechseln, um wieder richtig sehen zu können. Dazu kommt, dass man mit der Maus nicht nach unten oder nach oben schauen kann.


 Wir hacken uns in die Matrix.   Wir hacken uns in die Matrix.


Matrix-Fans dürften sich noch am ehesten über den Titel freuen, denn er zeigt sehr viel über die gesamte Story der Matrix-Trilogie. Zusammen mit Matrix: Reloaded und Animatrix bekommt man eine wesentlich umfangreichere Sichtweise auf den zweiten Kinofilm und auf den kommenden dritten Teil. Dummerweise sollte man aber auch den Film gesehen haben, um das Spiel richtig zu verstehen. Wer sich also für den Kauf des Spiels entscheidet, sollte sich zudem auf ein eher kurzes Vergnügen einstellen. Die beiden Kampagnen mit den Charakteren Niobe und Ghost sind schnell durchgespielt und sind außerdem wenig abwechslungsreich. Meist muss man sich nur durch die Levelabschnitte durchkämpfen, bis am Ende dann eine Zwischensequenz das eigentliche Ziel des Auftrags zeigt. Nach dem Ende des Spiels steht im Menü zusätzlich noch der Punkt „Hacken“ zur Verfügung. Damit loggt man sich in einen Computer ein. Das ganze ist wie in der MS-DOS Eingabeaufforderung von Windows gestaltet. Mit verschiedenen Befehlen, die man allerdings erst herausfinden muss, können Bonusmaterialien freigeschaltet, Hinweise entdeckt oder Cheats aktiviert werden.


 Ghost hält Verfolger mit dem MG auf.   Ghost hält Verfolger mit dem MG auf.


Enter the Matrix verfügt über keinen Multiplayer-Modus, der normalerweise wegen des Fokus-Modus auch schwer umzusetzen sein dürfte. Mit The Matrix Online ist allerdings schon ein reines Online-Rollenspiel in Arbeit, das über diesen Modus verfügt. So schwer kann es also nicht sein und ein Multiplayer-Modus hätte dem Spiel sicher gut getan.


Fazit von Benjamin Jakobs:

Tja, was soll man sagen. Mit Enter the Matrix hat Atari viel Potential verschenkt. Bei diesem hohen Budget kann man doch einiges erwarten, aber was hier geboten wird ist teilweise unzumutbar. Verpixelte Texturen wirken in Zeiten von Unreal 2, Doom 3 oder Half-Life 2 einfach nur noch hässlich und vermindern den Spielspass, denn das Auge isst ja bekanntlich mit. Zwar sind die Kämpfe an sich wirklich cool gemacht, werden aber auf die Dauer eintönig, da man eigentlich nichts anderes tut. Wo sind die kleinen Rätsel, die das Spiel auflockern? Ende 2004 soll ein weiteres Matrix-Spiel von Shiny erscheinen. Hoffentlich war der erste Teil nur ein Versuch, mit Hilfe des Filmes und der gleichzeitigen Veröffentlichung des Spiels schnelles Geld zu machen. Kurz und knapp: Es kann nur besser werden!
Enter the Matrix  (Review) Shiny Entertainment
Empfohlenes System: 1,2 GHz, 256 MB RAM, 32 MB Grafikkarte, 3,2 GB Festplattenplatz

Wertung:
Grafik: (6 / 10)
Sound: (7 / 10)
Bedienung: (6 / 10)
Spieltiefe: (8 / 10)
Multiplayer:

(0 / 10)

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Gesamt:

68%
Benjamin Jakobs
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Weitere Infos zu Enter the Matrix ...

» Genre: Action
» Entwickler: Shiny Entertainment
» Publisher: Infogrames
» Release: Bereits erschienen.
» Links: · http://www.enterthematrixgame.com
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