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 Fußballmanager Fun
30. Oktober 2002 | 15:09 | Review
Rudis Elf hat bei der WM unerwartet gut abgeschnitten, das Kirch’sche Fußballübertragungsmonopol bröckelt und Anstoß 4 lässt auf sich warten – eine perfekte Zeit, um einen neuen Fußballmanager auf den Markt zu bringen.
Die Entwickler von Heart-Line konnten schon bei früheren Projekten, wie z.B. dem Kicker Fußballmanager, Erfahrungen sammeln. Ob das Spiel so viel Spaß macht, wie es der Name verspricht, könnt ihr in diesem Review nachlesen.

 Das Hauptmenü   Das Hauptmenü


Die Spaßgesellschaft

Bei Fußballmanager Fun steht das Hauptaugenmerk, auf das bei der Entwicklung Wert gelegt wurde, bereits im Namen. Das ist jedoch nicht Fußballmanager, sondern letzteres – Fun. Die Jungs von Heart-Line wollten einen Fußballmanager erstellen, der auch Einsteigern ermöglicht, schnell Erfolge einzufahren. Dafür bürgt auch der Spruch „Kein Menümonster!“ auf der Packung. Bei Fußballmanager Fun hat man gänzlich auf einen Kalender verzichtet. Sämtliche Ereignisse werden also innerhalb eines Spieltages simuliert. Dazu gehören auch Training, Spielertransfers und Stadionausbau. Klickt man im Training auf Start, sieht man im unteren Bildschirmteil einen Fortschrittsbalken und links ein Thermometer, welches die Erschöpfung anzeigt. Während dem Training füllt sich der Fortschrittsbalken. Je länger dieses dauert, desto höher ist die Gefahr, dass die Kicker eine Verletzung davontragen. Das Thermometer steigt ebenfalls bei zunehmender Trainingslänge – soll heißen, das Verletzungsrisiko steigt. Das Training ist also immer eine Gradwanderung zwischen Training und Verletzung. Die entsprechende Liquidität vorausgesetzt, kann man so innerhalb weniger Spieltage einen Spieler zu einem Fußballgott weiterentwickeln. Bei Spielertransfers läuft es ähnlich ab. Der Spieler hat eine feste Gehaltsvorstellung. Nun muss man versuchen, sich dieser anzunähern und natürlich gleichzeitig den eigenen Geldbeutel im Auge behalten.

 Die Spielankündigungen zeigen noch ein paar nützliche Zusatzinformationen an   Die Spielankündigungen zeigen noch ein paar nützliche Zusatzinformationen an


Der Ball ist rund

Kaum ist man im Spiel, fällt einem schon das erste Manko auf. Man darf seine Jungs nur in 800x600 trainieren. In Sachen Teams und Ländern ist das Spiel recht umfangreich. Von Schottland bis Deutschland reicht die Palette. Hat man sich dann für ein Team und eine Schwierigkeitsstufe entschieden, befindet man sich im Hauptbildschirm. Dieser ist sehr gut und sehr einfach gegliedert. Eine intuitive Bedienung war den Entwicklern sehr wichtig. Am oberen Bildschirmrand findet man die nächste Partie mit zugehörigen Teamstärken. Unten links sieht der Spieler den aktuellen Kontostand. Im unteren Bildschirmfeld findet man fünf Buttons: Team, Statistiken, Finanzen, Verwaltung und Anstoß. Letzterer ist wohl selbsterklärend. Die Verwaltung beherbergt Dinge wie Speichern und Laden, Optionen und Beenden. Team unterteilt sich in Taktik, Formation, Transfers und Training. Im Taktikscreen kann man Schwalben, Abseitsfallen, Pass- und Flügelspiel oder den Einsatz der Elf festlegen. Dabei sind alle Optionen mit Bildern veranschaulicht. Der Trainingsbereich zeigt die Talente der Spieler, die aktuellen Trainings sowie den Talentbaum. Auf diesen gehe ich später gesondert ein. Der Statistikbereich beinhaltet die aktuelle Tabelle sowie den Spielplan. Last but not least – die Finanzen. Dort kann man seine Hausbank um einen Kredit bitten, Sponsoren und Werbepartner anheuern, Stadien erweitern oder die (stark vereinfachte) Bilanz einsehen.

Ein Einsteigerfußballmanager wäre keiner, wenn er keine Automatikfunktionen hätte. Diese sind in Fußballmanager Fun natürlich enthalten. Auf Wunsch kümmert sich der Rechner um Training oder Werbung.
Hat man sein Team dann erst einmal begutachtet, kann man mit einem Klick auf Anstoß die erste Partie ansehen. Dort wartet das nächste Manko – die Grafik. Kleine Pixelhäufchen streiten sich 90 Minuten lang um einen kleinen, weißen Pixel. Auch hier bleibt die Auflösung gleich. Dass Fußballmanager Fun kein bierernster Vertreter seiner Art ist, zeigt zum Beispiel auch, dass vom Platz gestellte, oder ausgewechselte Spieler sich vom Platz beamen. Während dem Spiel hat man nur begrenzte Eingriffsmöglichkeiten. Der Spieler kann taktische Veränderungen tätigen, Spieler auswechseln, oder das Spiel beschleunigen.

 Ein Team trainiert gerade im Trainingslager   Ein Team trainiert gerade im Trainingslager


Vom Bankdrücker zum Fußballgott

Fußballmanager Fun bekam ein Rollenspiel-ähnliches Talentsystem spendiert. Jeder Spieler kann maximal drei Talente pro Spiel nutzen. Diese Talente können sich die Spieler antrainieren. Dabei gibt es vier Stufen. Leicht erlernbare Talente wie Schußkraft oder Pass, erweiterte Talente wie Weitschuss oder Flanke, schwer erlernbare wie Powerschuss oder Dribbelkönig. Die letzte Stufe ist das Talent Fußballgott. Dieses mächtige Talent können nur sehr wenige Spieler erlernen. Jedes Talent gibt besondere Verbesserungen. Das Talent Fußballgott verleiht dem Spieler u.a. 7 Sterne Spielstärke. Normalsterbliche können nur maximal 6 Sterne Spielstärke haben. Je besser das Talent, desto länger dessen Erlernbarkeit. Viele Talente sind komplementär, d.h. um ein höherstufiges Talent zu erlernen, muss man oft zwei oder mehrere entsprechende Talente erlernt haben. Kein Spieler kann alle Talente erlernen. Oft ist jedem Spieler nur ein kleiner Bereich des Talentbaumes zugängig. Muss ein Spieler andauernd diese Sondertrainings über sich ergehen lassen, leidet seine Spielstärke deutlich darunter. Alle Spieler haben einen Stärke-Wert, der die allgemeine Güte des Spielers anzeigt. Wie oben erwähnt, sind 6 Sterne für Normalsterbliche das Maximum.

 Der letzte Bildschirm vor Spielbeginn zeigt noch einmal die Aufstellung   Der letzte Bildschirm vor Spielbeginn zeigt noch einmal die Aufstellung


Where have all the licences gone?

Der Fußballmanager Fun besitzt leider keinerlei Lizenz. Deswegen trainiert man frei erfundene Spieler um frei erfundene Ligen oder Pokale zu gewinnen. Dank des mitgelieferten Editors konnten findige Bastler bereits wenige Tage nach dem Erscheinen von Fußballmanager Fun Datensätze ins Netz stellen, die Spielernamen und Teamwappen korrigieren.
Zufällige Ereignisse nehmen in Fußballmanager Fun keinen großen Stellenwert ein. Allenfalls Spenden oder Verletzungen werden angezeigt. Letztere regen des öfteren zum Schmunzeln an, z.B. wenn eine Verletzungsmeldung so lautet: „Spieler xyz zog sich beim Zugfahren eine Angina zu“.
 Wahhh, Angriff der Pixelhäufchen!   Wahhh, Angriff der Pixelhäufchen!


Zu viert im Stadion

Dank dem schnellen „Fun-Spielprinzip“ kann Fußballmanager Fun auch mit einem Multiplayer-Modus aufwarten. Man kann seine Elf sowohl im LAN als auch per Hotseat-Modus mit mehreren Mitspielern vor einem Computer trainieren.

Fazit von Christian Baltes:

Fußballmanager Fun kann Managerprofis allenfalls ein Schmunzeln abringen. Für Einsteiger ist er aber wirklich empfehlenswert. Das Talentsystem ist gut durchdacht und das Fehlen eines Kalenders macht sich keinesfalls negativ bemerkbar. Ein Kritikpunkt bleibt jedoch: „Was erlauben Heart-Line bei Grafik? Sieht aus wie Flasche leer. Ich habe fertig!“
Fußballmanager Fun  (Review) Heart-Line
Empfohlenes System: P II 600 | 128 MB RAM | 8 MB Grafikkarte

Wertung:
Grafik: (3 / 10)
Sound: (5 / 10)
Bedienung: (9 / 10)
Spieltiefe: (6 / 10)
Multiplayer:

(7 / 10)

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