Im vergangenen Jahr konnte der Nachfolger von Shogun, Medieval: Total War, viele Strategiefans vor die Bildschirme locken. Nun startet Creative Assembly einen zweiten Angriff auf die Hobbby-Generäle. Das Add-On Viking Invasion soll mit einem völlig neuen Szenario die Käufergunst erlangen. Wir haben es getestet und sagen euch, ob der Sturmangriff ein voller Erfolg ist oder nicht.
Alt=Gut
Viking Invasion ändert nichts am grundlegenden Spielprinzip der Total War-Reihe. Auf einer 2D-Karte steuert man Armeen und verwaltet Provinzen. Kriege werden in 3D ausgefochten und gehören wohl zu den taktischsten des Genres.
| | In der Wikingerkampagne gibt es viele neue Völker und Provinzen zu entdecken |
Geschnitten oder vielleicht am Stück?
Die neue Kampagne schickt euch in die kalten Nordlande. 793 n. Chr. entdeckten die Wikinger, dass Äxte nicht nur zum Holzhacken geeignet sind und fielen im heutigen Großbritannien ein, um zu plündern. In Viking Invasion könnt ihr mit vielen verschiedenen Nationen versuchen, diesen Konflikt beizulegen, oder ihn, als Wikinger, fortzuführen. Dabei reicht die Palette von den Iren über die Sachsen bis hin zu den oben erwähnten Nordmännern. Die aus Medieval bekannte Europa-Karte steht euch hier nicht zu Verfügung. Stattdessen bekämpft ihr euch auf einer Karte, die sich von Irland über Großbritannien bis nach Skandinavien erstreckt.
Während man als Wikinger beim Plündern noch ein leichtes Spiel hat, so steigt die Schwierigkeitsstufe deutlich an, wenn man versucht, der nordischen Plünderversuche Herr zu werden. Durch ihre Berserker und Langschiffe haben die Nordmänner einen nicht zu unterschätzenden Truppenvorteil. Diese Kampagne ist sehr kampfbetont, da wirtschaftliche Infrastruktur viel teurer ist, als im Europa-Szenario. Dadurch wird diese zu einem lukrativen Ziel für nordische Berserker.
Leider motiviert diese Kampagne nur kurz und Medieval-Veteranen werden schnell zum ursprünglichen Europa-Szenario zurückkehren.
| | Der Schlachtvorbereitungsbildschirm |
It's not a bug, it's a feature...
Doch auch im ursprünglichen Szenario macht sich das Add-On bemerkbar. Die für das Hauptprogramm angekündigte "rollenspielähnliche Weiterentwicklung der Generäle" wurde jetzt endlich umgesetzt. Baut ein Herrscher in einer Provinz besonders viel Infrastruktur auf, bekommt er den Titel "Baumeister" und verbessert fortan die Zufriedenheit der Bevölkerung und die Loyalität der Generäle. Flieht ein General häufig aus Schlachten, wird er als "Guter Läufer" tituliert und verschlechtert damit sein Ansehen. Dieses System trägt sehr zur Personalisierung der Generäle bei.
Ein weiterer Pluspunkt von Viking Invasion ist die verbesserte KI. Für ein Spiel dieses Genres ist die KI wirklich sehr gut gelungen. In Schlachten versucht der Computergegner nun häufiger, Flankenangriffe zu starten, oder teilt flugs seine Armee in zwei um einen Zangenangriff durchzuführen. Ausserdem behandelt der Computergegner seinen General vorsichtiger und beschützt ihn, anstatt ihn - wie im Hauptprogramm - an der Spitze der Armee reiten zu lassen. Die viel kritisierte Bündnistreue wurde erhöht. Verbündete gleicher Religion kündigen nun seltener Bündnisse auf. |
Natürlich gibt es bei Viking Invasion auch Einheitennachschub. So bekommen z.B. die Dänen Wikinger in allen Variationen. Die neuen Walisischen Bogenschützen sind nicht nur seit Braveheart für ihre Stärke berühmt. Die Heimatlande der goldenen Horde bekommen nun endlich schwere Steppenkavallerie spendiert.
Wo neue Einheiten sind, sind neue Gebäude nicht weit. Produktionsstätten für strategische Einheiten, wie z.B. Tavernen oder Bordelle, lassen sich nun erweitern. Dadurch werden alle produzierten strategischen Einheiten dieses Typs befördert. Desweiteren gibt es auch neue Gebäudegrafiken.
Im Hauptprogramm konnte man bereits per *.ini-Datei die kleineren Nationen freischalten. Dank Viking Invasion kann man nun auch ohne Tuning Aragonesen, Ungarn oder Sizilianer spielen.
Die ohnehin schon spektakulären Belagerungen hat Creative Assembly weiter verbessert. Angreifer dürfen nun brennende Projektile benutzen, um den Gegner zu beharken. Verteidiger besitzen sehr wirkungsvolles kochendes Pech, um den feindlichen Vormarsch zu stoppen.
Last but not least gibt es nun einen Schlachtvorbereitungsbildschirm. Dieses lange Wort wird die Medieval-Fans mit der Zunge schnalzen lassen, bietet es doch weitgehende taktische Möglichkeiten. Vor Austragung einer Schlacht kann man damit die eigene Armee sowie die des Gegners - falls Spion vorhanden - auskundschaften und Einheiten in die Verstärkung verschieben. Ein rotierendes Fenster zeigt das Schlachtfeld inklusive taktischer Stellen wie Erhöhungen oder Wälder.
| | In der Wikingerkampagne gibt es natürlich auch neue Gebäudegrafiken und Gebäude |
"Multiplayer? Was'n das?"
Der vielgeforderte Strategiemodus für den Multiplayer gibts auch in Viking Invasion nicht. Medieval-Fans müssen wohl auf Medieval 2 oder Rome warten.
Viking Invasion kommt in einer DVD-Box und belegt eine CD. Ein 20-seitiges "Handbüchlein" liegt bei. Ein Tech-Tree ist als *.pdf-Datei auf CD enthalten. Hier wäre eine Faltkarte wie in Medieval wünschenswert gewesen.
| | In den regnerischen schottischen Highlands kämpfen Iren |
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