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New York ist ein Hexenkessel. Hier liefert man sich nächtens die wildesten Schießereien, die Kriminalität ist in diesem Moloch nur schwer in den Griff zu bekommen und zwischen all dem stehen die wackeren Jungs vom NYPD. Max Payne ist so einer. Eines (Feier-) Abends verabschiedet er sich von seinen Kollegen und kommt nach Hause in seine spießige „American Dream“ – Idylle, als er einige mit Drogen vollgepumpte Irre dabei erwischt, wie sie seine Frau und seine wenige Monate alte Tochter erschießen. Die Droge, die die Jungs so außer Fassung brachte, nennt sich Valkyr. Max Payne läßt sich nach drei Jahren ins DEA (amerikanisches Sonderkommando zur Drogenfahndung) versetzen und will den Mann finden, der das Valkyr in Umlauf bringt. Und an ihm seine Familie rächen.
(Bild: Drogenrausch)
Nach vier Jahren Entwicklungszeit ist Max payne nun endlich fertig. Zuletzt konnte man die Warterei kaum aushalten, da seit der Meldung „Payne has gone gold“ immer wieder überall im Netz diverse In Game – Videos auftauchten, die einem den Mund so richtig schön wäßrig machten. Umso unglaublicher ist es dann, wenn man das Spiel endlich auf dem eigenen Rechner installiert hat.
Ich bin an diese Installation mit viel Optimismus rangegangen, doch gleich beim ersten Start überraschte mich Max Payne positiv. Das ganze Spiel läuft auf meinem Celeron 400 mit TNT2 in der 640x480 – Auflösung ruckelfrei, und das in 32 Bit Farbtiefe. Offensichtlich ist Max Payne doch nicht der Hardwarefresser, wie alle befürchtet hatten.
Steuerungsfinessen
Nach dem Intro, das man nicht abbrechen kann, findet die erste spielbare Sequenz in Max’ Haus statt, wo er die Killer überrascht. Und da kann man auch gleich die Innovation ausprobieren, die das Spiel so begehrt machte: Der Bullet – Time – Modus. Per Klick auf den rechten Mausbutton wechselt das Geschehen in einen Matrix – ähnlichen Zeitlupenmodus, in dem das Zielen deutlich einfacher fällt. Betätigt man den rechten Button zusammen mit einer Richtungstaste (WASD ist voreingestellt), führt Max einen Hechtsprung in diese Richtung in eben jenem Zeitlupenmodus aus. Die Steuerung ist herrlich unkompliziert, bereits nach wenigen Minuten beherrscht man sie problemlos. Auch die Tatsache, daß man Max aus der Tomb Raider – Perspektive steuert, tut der Übersichtlichkeit keinen Abbruch; die Kamera zeigt meistens alles, was wichtig ist.
(Bild: Zwischensequenz)
Die klugen Jungs der Polizei
Das eigentliche Spiel startet in einer U-Bahn. Und hier nimmt dann eine der genialsten Storys ihren Lauf, die es in den letzten zehn Jahren gegeben hat. Eigentlich will sich Max nur mit seinem Kumpel Alex treffen, doch auf dem Weg dahin stolpert er schon über einen Banküberfall, der ähnlich organisiert ist wie der im Spielfilm „Stirb langsam 3“. Jedenfalls wird Alex erschossen (tja, das tragische Schicksal einer Nebenrolle) und Max deshalb von der Polizei New Yorks verfolgt, weil er ja der einzige logische Verdächtige ist. Hier wird wieder schön dargestellt, wie beschränkt amerikanische Seargeants sind. Wer zuletzt beim Toten war, ist schuldig.
Max’ Reise führt ihn durch ganz New York, eine Flucht über Dächer inklusive, bis er vor dem Drogenboß Lupino steht. Doch der ist auch nur ein Untermann. Geschickt baut sich ein Storyteil auf den nächsten auf, nach und nach erfährt man die wirklichen Ausmaße des Drogenkartells, das immer größer und tentakelartiger erscheint (weil es überall seine Fangarme drinhat).
Das Leveldesign zählt zu den besten und spannendsten. Man kann sich nicht verlaufen, die Wege sind also relativ linear, doch kleine Rätsel zwischendurch lockern das Spiel immer wieder aus (Wie komme ich in den Nachtclub?).
(Bild: Flieg!)
Selten so gelacht
Aufgelockert wird das Spiel mit zahllosen Gags. Nicht nur der Banküberfall kam mir bekannt vor. Später gibt es eine Szene, in der man hinter einer Tür einen Gegner offensichtlich pinkeln hört, und auf dem Küchentresen neben der Tür liegt eine Ingram. Eine glasklare Anspielung auf „Pulp Fiction“, aus dem diese Szene fast 1:1 übernommen wurde. Naja, man muß halt nur warten, bis der Pipimann die Tür öffnet und dann pustet man ihn um.
Apropos Pipimänner: Die Gegner selbst unterhalten sich auch – oft auf sehr witzige Weise. Das kriegt man mit, wenn man sich wieder an einige anschleicht. Bei dem einen klingelt plötzlich das Handy, der zweite lacht sich über dreckige Witze kaputt. Aber auch zwischenmenschliches wird geboten: „Erledigst du Payne, wenn er kommt?“ – „Wieso ich? Knall du ihn doch ab!“ Am Ende ist der Spieler schneller als beide, aber ein Grinsen konnte er sich nicht verkneifen.
Den Gipfel schießt aber der Barkeeper ab, dessen Geschlechtsteil gerade im Mund einer etwas älteren Dirne verschwunden ist, als Payne den Raum betritt. Während die Tussi ihre Beretta auspackt, tänzelt der dicke Barmann mit runtergelassenen Hosen hinterm Tresen hervor und versucht gleichzeitig, seine Ingram zu bedienen.
(Bild: Bullet-Time)
Vorsprung durch Technik
Ach ja, die Grafik. Ein Traum in düsteren Farben. Die Gesichtstexturen sind eine Wucht, und alle anderen Texturen auch. Es wäre überflüssig, über die Grafik mit ihren spektakulären Kameraschwenks mehr Worte zu verlieren als „Unglaublich!“. Aufgelockert wird das Spiel mit comicartigen Zwischensequenzen. Die sehen zwar aus wie mit einem Filter bearbeitete Fotos, unstreichen aber die freakige Atmosphäre.
Musikalisch bringt Max Payne mit krachenden Soundeffekten die Subwoofer zum Dröhnen. Musik gibt es nur selten, Sprachausgabe umso mehr. Die Menümusik kam bei mir am besten weg.
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Fazit von Christian Gehlen:
Was Remedy hier auftischt, ist weitaus nahrhafter als alle Zwölfgängemenüs der Welt. Hier stimmt atmosphärisch alles, und Spaß macht das ganze obendrein: Es ist einfach nur oberlässig, in Zeitlupe mit einem Hechtsprung durch eine geschlossene Tür zu fliegen und in der Luft beide Gegner rechts und links von der Tür zu erledigen. Es gab nie ein offizielles Spiel zu „Matrix“ – das hier ist es. Aber man fühlt sich nicht wie Neo, sondern wie ein gejagter Excop, der seine Familie rächen will. Allerdings hat das ganze auch zwei Haken: Zum Ende hin wird es richtig schwer, und insgesamt ist Max Payne zu kurz. Doch in der Zeit, die man spielt, ist man einfach nur hin und weg. Es ist nicht das beste Spiel aller Zeiten, aber das Spiel des Jahres. Daß es für einen 90er trotzdem nicht reicht, liegt ganz einfach daran, daß Max Payne 2 – 3 Levels fehlen. |
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Wertung: |
| Grafik: |
         (10 / 10) |
| Sound: |
         (8 / 10) |
| Bedienung: |
         (8 / 10) |
| Spieltiefe: |
         (9 / 10) |
Multiplayer:
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         (0 / 10) |
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[ Andere Reviews ]
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