Alle haben sicherlich von den schrecklichen und beispiellosen Grausamkeiten, welche sich im Erfurter Gutenberg Gymnasium am 26. April abspielten, erfahren. Diverse Schreckensmeldungen über einen Amoklauf geisterten durch die Medien, bis das Ergebnis, der sinnlose Tod von insgesamt 17 Menschen, bekannt gegeben wurde. Schockiert und fassungslos wegen der Geschehnisse denkt man sich nur „Warum tut jemand etwas so Unmenschliches?“ Nun, diese Frage wird niemand beantworten können, wahrscheinlich hätte es der Täter selber auch nicht gekonnt. Aber das ist ein anderes Thema.
Das Elite Games Team wird zu diesem Thema weder eine politische Stellung beziehen, noch eine Wertung oder ein Statement für die Ursachen veröffentlichen. Auch wollen wir unser Hobby nicht ganz von Schuld freisprechen oder verharmlosen; Fakt ist, dass es viele Spiele mit ausführlichen und teilweise exzessiven Gewaltdarstellungen gibt, welche natürlich nicht in die Hände oder auf die Mattscheibe von Kindern und Jugendlichen gehören. Ob diese Software einen Teil der Schuld an dem Massaker trägt, kann man weder bestätigen noch zurückweisen. Es gibt weder ein eindeutiges „Ja“ oder „Nein“. Welche Auswirkungen die künstliche Gewalt, die die Medien publizieren auf die Psyche und dem Unterbewusstsein hat, darüber forschen und streiten sich die Psychologen schon seit Jahren; ohne ein klares Ergebnis, sondern mit kontroversen Forschungsergebnissen.
Worum es der Redaktion geht, sind diverse Berichte verschiedener Magazine, die diesen Fall direkt mit Computerspielen in Verbindung bringen und teilweise falsche Informationen recherchierten und veröffentlichten. Ziel dieses Berichtes ist es nicht, andere Online-Magazine und Printmedien bloßzustellen, sondern Fehler in der Berichterstattung aufzuklären und somit den entstandenen Vorurteilen und eventuellen Diskriminierungen entgegenzuwirken.
| | Der Screenshot entspricht der indizierten und unzensierten US-Fassung von Soldier of Fortune und ist definitiv nicht Counterstri |
Bild Zeitung:
http://www.bild.de/service/archiv/2002/apr/30/news/killer/killer1.html
Unter dem angegeben Link wird ein sogenannter „Screenshot“, eine Momentaufnahme eines Spieles, des Computerspieles „Soldier of Fortune“ in der unzensierten, sowie in Deutschland indizierten US-Version abgebildet. Es befindet sich folgender Text unter dem Bild:
„Alles, was sich bewegt, wird erschossen – das Computerspiel „Counterstrike“ diente Steinhäuser als Anleitung für das Massaker“
Diese Abbildung kommt von einem komplett anderem Spiel und wurde fälschlicherweise unter dem Titel „Counterstrike“ veröffentlicht.(Der gleiche Fehler unterlief auch auf dem Titelblatt der Bild-Zeitung vom 30.04.02) Abgesehen davon kann man weder bei der Deutschen, noch bei der ursprünglichen US-Fassung von „Counterstrike“ seine Gegner verstümmeln oder verunstalten, wie es in dem Screenshot dargestellt wird.
| | Die unzensierte US-Fassung von Counterstrike beihnhaltet Bluteffekte jedoch keine Verstümmelungen der Spielfiguren |
Der Spiegel veröffentlichte ebenfalls kleinere Fehler in Bezug auf das Spiel „Counterstrike“.
Ausgabe vom 29.04.02;18. Ausgabe d. J.
"Eines seiner Lieblingsspiele war "Counterstrike", ein Killerspiel, bei dem 2 feindliche Terroristen-Einheiten sich bekriegen. Maskierte jagen da andere Maskierte durch Wüstenlandschaften und dunkelgraue Betonwelten, nehmen Dunkelmänner ins Fadenkreuz ihrer virtuellen Maschinenpistolen und feuern weiße Blitze - bis der gesamte Bildschirm rot zuckt: Das Opfer verblutet, das Ziel ist erreicht, der Spieler gewinnt."
Die beschriebene Thematik und Ziele des Spieles wurden hier falsch dargestellt.
Die gegnerischen Teams bestehen nicht aus 2 verfeindeten Terroristeneinheiten, sondern aus einer Anti-Terror-Einheit und einer fiktiven Terroristengruppierung. Es dienen realitätstreue Nachbildungen von Waffen mit denen man das gegnerische Team bekämpfen muss. Imaginäre Waffen, die Blitze verschleudern gibt es nicht.
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Das Ziel des Spieles ist es auch nicht seine Gegner verbluten zu lassen, sondern Geiseln aus der Hand von den Terroristen zu befreien oder das Platzieren eines Sprengsatzes zu verhindern, aber mit dem Einsatz von Waffengewalt. Die deutsche Fassung wurde dahingehend entschärft, dass kein Blut vergossen wird. Das heißt, dass man seine Gegner nicht töten kann, sondern diese nach einer Anzahl von Treffern in einer geduckten Stellung kopfschüttelnd resignieren.
| | Bei der entschärften deutschen Version von Counterstrike setzen sich die Gegner auf den Boden, um anzuzeigen, dass sie besiegt w |
Zitat Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 28.04.02
„Und das Spiel, in dem man vom Polizisten (sogar die GSG 9) über den Passanten bis hin zum Schulmädchen jeden erschießen soll, ehe man selber erschossen wird, liefert einen Handlungs code für den Amoklauf von Erfurt;“
In dem Spielgeschehen von "Counterstrike" gibt es weder Schulmädchen noch „Passanten“, die frei in der Gegend umher laufen. Auch ist es nicht das Ziel wehrlose und unbewaffnete Menschen o.a. zu ermorden.
Die Polizisten stehen in dem Anti-Terror-Team zur Verfügung, d.h. je nach gewählter „Partei“ sind sie als feindlich oder freundlich zu sehen.
Es gibt auf bestimmten vorgegeben Karten die Mission, Geiseln zu befreien bzw. diese Befreiung zu verhindern, wie es im Artikel kurz vorher geschildert wurde. Sollten diese erschossen werden, egal von welcher Partei, gibt es empfindliche Abzüge der Geldressourcen im nächsten Spiel. Je nach Vorgabe wird man u.a. auch bei Wiederholungen solcher Aktionen vom Spielserver ausgeschlossen.
| | Der Zgu wurde gesprengt und die Terroristen haben die Runde somit gewonnen. |
Des Weiteren schreibt die FAZ in einem Online-Artikel
Link:
http://www.faz.net/IN/INtemplates/faznet/default.asp?tpl=faz/dossier_show.asp&rub={C58916C9-9377-4D74-8F88-331A4076120A}&doc={83411FF5-B83D-4F11949015F9}
"Hier ist der Kern jener "Haß"-Industrie, über die künftig zu reden sein dürfte: Sie reicht von politischen Extremismen über die Spielefabrikanten, Internetgemeinschaften bis hin zu den einzelnen, die auch noch eine Botschaft der Wut und des Hasses haben."
Es gibt Spiele mit politischen und extremistischen Inhalten. Doch sind diese im selben Grad, illegal wie die Propaganda in Druck- oder Filmformat und wird in keinster Weise komerziell publiziert.
Man wird diese Industrie niemals stillegen können. Aber man sollte wissen, daß sie existiert: aus Tausenden wütenden, haßerfüllten, kompromittierten, ängstlichen Usern, Sandkörner unter den Millionen im WorldWideWeb.“
Die Community, sowie die Entwickler oder gar Spielehersteller als hasserfüllte und -produzierende Gruppe darzustellen und somit alle in eine Schublade zu stecken, zeugt davon dass in diesem Bereich nicht ausreichend recherchiert wurde. Man ließ sich eher von Vorurteilen und Diskriminierungen leiten, anstatt sich mit dieser Thematik sachlich und ausreichend auseinanderzusetzen und zu berichten. Denn hier wird von extremen Ausnahmefällen auf die komplette Gemeinschaft geschlossen.
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